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23.01.2009

Wahre Wissenschaft braucht keine Tierversuche

Wahre Wissenschaft braucht keine Tierversuche
Stand: Juni 2008



Alternativen
Wenn man es genau nimmt, so gibt es keine “Alternativen” zum Tierversuch, da “Alternativen” per Definition die gleichen Qualitäten wie das Original haben. Tierversuche jedoch sind eine irreführende Form der Forschung. (1) Es gibt heute zahlreiche Methoden, die keine Tiere als Forschungsobjekte verwenden und schneller, billiger und effektiver als Tierversuche sind. (2)

Epidemiologische Studien
Die Epidemiologie befasst sich mit den Krankheiten einer Bevölkerung. Durch den Vergleich verschiedener Kulturen, Rassen, Altersklassen und Geschlechter, können Forscher herausfinden, warum einige Krankheiten häufiger auftreten als andere. Wissenschaftler waren bereits in der Lage, Antworten zu finden, indem sie spontan auftretende Phänomene bei Menschen auf der ganzen Welt beobachteten, anstatt über einen kurzen Zeitraum hinweg Lebewesen einer anderen Spezies zu untersuchen, die in einer unnatürlichen Umgebung leben und künstlich mit einer Krankheit infiziert wurden, die sie normalerweise niemals bekommen würden.

1849 gelang es Dr. John Snow, eine infizierte Wasserpfeife als Quelle einer Cholerainfektion auszumachen, die sich in ganz London ausgebreitet hatte, indem er Landkarten der infizierten Gegenden studierte. (3) Im vergangenen Jahrhundert ergaben epidemiologische Studien zahlreiche nützliche Informationen. So stimmten in den 40er Jahren 5.209 Freiwillige in der amerikanischen Stadt Framingham zu, sich einer Serie von Untersuchungen zu unterziehen und einen Fragebogen zu ihrem Lebensstil zu beantworten. Die Untersuchung betreute die Freiwilligen über mehrere Jahre hinweg und kam 1969 zu dem Schluss, dass die am meisten gefährdeten Individuen in Bezug auf Herzkrankheiten Raucher, Menschen mit hohem Cholesterinspiegel, wenig Bewegung, Übergewicht oder Bluthochdruck waren. (4) Heute sind diese Ergebnisse so weit verbreitet und akzeptiert, dass jeder Durchschnittsbürger sie aufzählen könnte.

Vor kurzem kam die Epidemiologin Dr. Jane Plant, die Autorin von „Das Leben in deiner Hand“, zu dem Schluss, dass Kuhmilch ein Risikofaktor für Brust- und Prostatakrebs ist. (5) Durch die Nachverfolgung weltweiter Vorfälle dieser beiden Krebsarten erfuhr sie, dass in Japan die Raten weltweit am Niedrigsten sind. (6) Da sie den japanischen Lebensstil und die dortige Ernährung bereits studiert hatte, war ihr klar, dass Milchprodukte hier nur selten konsumiert werden. Ihre Ergebnisse wurden von internationalen Wissenschaftlern bestätigt. (7,8,9).

Computersimulation
Anhand von Computermodellen können Prognosen über die Toxizität einer Substanz aufgestellt werden, was es Wissenschaftlern ermöglicht, kostenintensive und sich wiederholende Tests zu vermeiden. (10) In nur einem Bruchteil der Zeit, die Tierversuche benötigen würden, kann die TOPKAT Software, die von der US-Arzneimittelzulassungsbehörde, der US-Umweltschutzbehörde und der US Armee verwendet wird, orale Toxizität sowie Haut- und Augenirritationen berechnen. (11)

Computer können außerdem verwendet werden, um die Wirkung eines Medikaments im Körper zu simulieren, einschließlich der Zeitspanne, die es benötigt, um vom Darm aufgenommen zu werden, der Konzentration im Blut, den Veränderungen, die es in der Leber und anderen Organen auslöst und seiner Ausscheidung durch die Nieren, sowie Speichel- und Schweißbildung oder die Wirkung auf die Verdauung. (12)
Das Herz-Kreislauf-System eignet sich besonders gut für die mathematische Nachbildung. In den USA ist eine Nachbildung des Herz-Kreislauf-Systems bereits in Verwendung und in Großbritannien hat eine Gruppe von Wissenschaftlern der Universität von Leeds ein „virtuelles Herz“ entwickelt. (13,14) Dieses computersimulierte Herz wird derzeit genutzt, um neue Medikamente gegen Herzkrankheiten und Schrittmacher zu testen sowie Nebeneffekte aufzuzeigen. (15)

Neben weiteren Anwendungen sind Computer auch in der Lage, Untersuchungen auf molekularbiologischer Ebene am menschlichen Körper, z. B. am Nervensystem, Kontrolle der Atmung und Nierenfunktionen, zu betreiben. (16)

Gewebe- und Zellkulturen
Es ist möglich, menschliche Zellen und Gewebe aus Biopsien, Autopsien, Plazenten oder Operationen zu gewinnen oder sie im Labor zu züchten. (17) Zellkulturen werden in vielen Gebieten der Medizin genutzt und haben zu der Erforschung von Krebs, Parkinson und AIDS beigetragen. Auch werden sie für die Herstellung von Impfstoffen, für Toxizitätstests, die Entwicklung von Medikamenten und zur Diagnose von Krankheiten angewandt. (18,19)

Um die Verwendung menschlichen Gewebes in Labors voranzutreiben, half die britische Stiftung Dr. Hadwen Trust, die Human Tissue Bank (menschliche Gewebebank) in Leicester aufzubauen. (20) Diese Stiftung hat auch die Forschung hinsichtlich Alzheimer, Krebs, Rheuma, grauer Star, Allergien, Meningitis und viele Krankheiten mehr finanziert – alles unter der Verwendung menschlicher Zellen und Gewebe anstatt von Tieren. (21)

Es gibt zahlreiche In Vitro (außerhalb eines lebenden Organismus) Techniken, die mit menschlichen Zellen arbeiten, einschließlich des „Systems aus gequollener Agarose“, die die Toxizität von Kunststoff und anderen synthetischen Materialien, die in der Medizin, zum Beispiel bei Herzklappen, intravenösen Kathetern und künstlichen Gliedmaßen verwendet werden, testet. Bei dieser Methode werden menschliche Zellen und ein geringer Anteil an Testmaterial von einer dünnen Schicht Agarose getrennt, einem Derivat von Algenagar, und in einer Flasche platziert. Ist das Testmaterial ein Reizmittel, bilden sich um die Substanz herum tote Zellen. (22)
Andere Techniken bedienen sich synthetischem Gewebe wie EpiOcular, einem künstlichen Gewebe, das der Hornhaut der Augen ähnelt. (23)

Mikroorganismen
Tests, die mit einfachen Mikroorganismen wie Bakterien und Hefen arbeiten, können offen legen, ob eine Chemikalie schädlich ist. Diese Tests sind normalerweise schneller und billiger als Tierversuche und in jedem Fall humaner. (24) Bakterien können ebenfalls genetisch manipuliert werden, um nützliche Produkte wie menschliches Insulin und monoklonale Antikörper herzustellen, die vorher von Tieren gewonnen wurden. (25)
Als Alternative zur Verwendung diabetischer Tiere hat Dr. Hadwen Trust erfolgreiche Diabetesforschung an einem Mikroorganismus namens Hydra durchgeführt. (26) Die Entwicklung einer Reagenzglas-Methode zum Züchten von Mikroben, die die Schlafkrankheit auslösen – eine tödliche tropische Erkrankung – konnten die Mäuse, die normalerweise in der Erforschung dieser Krankheit verwendet werden, ersetzen. (27)

Klinische Studien
In der Medizin findet die informativste Forschung in Krankenhäusern und Kliniken statt, wo echte Patienten mit echten Krankheiten studiert werden können. Das Gesetz verlangt, dass alle Medikamente in klinischen Studien getestet werden müssen, bevor sie für den Markt freigegeben werden. Da ihre Auswirkungen auf den Menschen zum ersten Mal ersichtlich werden, müssen viele Medikamente, die im Tierversuch als sicher galten, wieder zurückgezogen werden. Diese Testphasen sind lebenswichtig, da dies die einzige Möglichkeit ist, herauszufinden, was die Medikamente bei Menschen auslösen. Diese Testphasen müssen die Menschen sowieso durchlaufen – wenn nicht in einem kontrollierten Umfeld, dann bei den ersten Verschreibungen des Mittels. Medikamententests, die an gesunden Menschen in einem künstlichen Laborumfeld durchgeführt werden, können beinahe so verfälschend wie Tierversuche sein; genaue und nützliche Ergebnisse erreicht man durch Untersuchungen neuer Medikamente und Behandlungen an Menschen mit echten Krankheiten.
Gesunde Freiwillige können auf verschiedene Arten genutzt werden. Durch eine neue Technik namens TMS (transkranielle Magnetstimulation) können gesunde Freiwillige an Tests teilnehmen, die uns mehr über die Funktionen des Gehirns sagen. (28)

Zeit und Geld
Testmethoden, die keine Tiere verwenden, sind normalerweise schneller und kostengünstiger als die Tierversuche, die sie verbessern und ersetzen, doch der Handel mit Labortieren und dem gesamten Zubehör ist ein großes Geschäft. Es gibt Menschen, die sehr an der Aufrechterhaltung der Tierversuchsindustrie interessiert sind und alles dafür tun, um die Tiere in den Käfigen zu halten. (29,30)

Populationsstudien sind zwar zeitintensiv, die Ergebnisse können dafür allerdings entschädigen. Ohne die Framingham Studie würden wir bei unzähligen Tieren vielleicht noch immer koronare Herzkrankheiten verursachen und nach den Ursachen forschen. Obwohl heute jedem klar ist, dass entscheidende Faktoren bei Herzerkrankungen die Ernährung, der Lebensstil, Rauchen und Stress sind, haben wir auch dies dem Weitblick einiger guter Wissenschaftler zu verdanken.

Tierversuche haben bereits Milliarden Euro verschwendet und einen Fortschritt in vielen Bereichen der Forschung behindert, was zu dem Tod unzähliger Menschen und Tiere führte. (31,32,33) Aus wissenschaftlichen, ethischen, wirtschaftlichen und Gesundheitsgründen müssen Forscher ihr Hauptaugenmerk auf Tests verlegen, die sich keiner Tiere bedienen. All die Tierversuche, die aus „Neugier“ oder Gewohnheit anstatt der wahren Suche nach Informationen dienen, sollten umgehend beendet werden.



Quellenangaben
1) Doctors and Lawyers for Responsible Medicine, “Quotes, Peter Mansfield”.
2) Dr Hadwen Trust, “About Non-Animal Research”.
3) Pietro Croce, Vivisection or Science: An Investigation into Testing Drugs and Safeguarding Health, Zed Books, 2000, p. 113.
4) National Heart, Lung and Blood Institute, “Framingham Study: Design, Rationale and Objectives”.
5) Jane Plant, Your Life in Your Hands, Virgin Books Ltd, 2002, p. 102.
6) Plant, p. 81.
7) Plant, p. 86.
8) John Robbins, Diet for a New America, H J Kramer Inc, 1987, p. 264.
9) Plant, pp. 105-6.
10) The Trust.
11) Accelrys, “Computational Toxicology: Save Time and Money With TOPKAT”.
12) Croce, p. 132.
13) The McGowan Centre for Artificial Organ Development, “Starling-Responsive Mock Circulatory System for Left Ventricular Assist Controller Development”.
14) BBC News, “Virtual Heart Aids Doctors”, 23 Jan 2002.
15) BBC News.
16) The Lord Dowding Fund for Humane Research.
17) Dr Hadwen Trust.
18) Dr Hadwen Trust.
19) Dr Hadwen Trust.
20) Dr Hadwen Trust.
21) Dr Hadwen Trust.
22) C Ray Greek and Jean Swingle Greek, What Will We Do if We Don’t Experiment on Animals? Trafford, 2004, p. 81.
23) Greek and Swingle Greek.
24) Dr Hadwen Trust.
25) Dr Hadwen Trust.
26) Dr Hadwen Trust.
27) Dr Hadwen Trust.
28) Dr Hadwen Trust.
29) Dr Hadwen Trust.
30) C. Ray Greek and Jean Swingle Greek, Sacred Cows and Golden Geese, The Continuum International Publishing Group, 2000, pp. 89-93.
31) Greek and Swingle Greek, Sacred Cows and Golden Geese, p. 73.
32) Moneim Fadali, Animal Experimentation: A Harvest of Shame, Hidden Springs Press, 1996, p. 127.
33) Greek and Swingle Greek, Sacred Cows and Golden Geese, p. 97.

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