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14.01.2009

Walfangtagung: Fortschritte im Walschutz!

Walfangtagung: Fortschritte im Walschutz!
PRO WILDLIFE zieht positive Bilanz v.a. für Kleinwale und Delfine


Die heute in Berlin zu Ende gegangene Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) hat entscheidende Verbesserungen für den Schutz von Meeressäugern erbracht. Die Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE, die an der Tagung teilnahm, hebt dabei die Entscheidung der IWC hervor, sich zukünftig stärker der Bedrohung von Kleinwalen und Delfinen zu widmen. Zigtausend sterben jedes Jahr u.a. als "Beifang" der kommerziellen Fischerei aber auch durch direkte Bejagung. Die Auswirkungen der massiven Umweltverschmutzung auf die Wale soll ebenfalls stärker berücksichtigt werden. "Auch die klare Absage der IWC an Islands und Japans Walfang unter dem Deckmantel der "Wissenschaft" ist sehr erfreulich. Island wird sich nun überlegen müssen, ob es nach 14 Jahren Pause wieder Wale fangen und sich damit ins Abseits der internationalen Staatengemeinschaft stellen will", fasst Dr. Sandra Altherr, PRO WILDLIFE Expertin vor Ort zusammen.

Die wichtigsten Entscheidungen der diesjährigen IWC-Tagung:
Die u.a. von Deutschland eingebrachte "Berlin-Initiative" wurde angenommen. Damit wird sich die IWC stärker dem Schutz der Wale, u.a. vor den Folgen der Meeresverschmutzung und -erwärmung, widmen. Auch Kleinwale und Delfine, bislang nahezu vogelfrei, sollen stärker geschützt werden.

Islands und Japans angeblicher "Wissenschaftswalfang" wurde von der IWC als Missbrauch der IWC-Bestimmungen entlarvt. Die IWC forderte die beiden Regierungen auf, keine Genehmigungen für "Wissenschaftswalfang" zu erteilen und lediglich nicht-tödliche Methoden zur Erforschung der Wale anzuwenden. An Japan ging zudem der Appell, umgehend das Forschungsprogramm JARPA in der Antarktis zu beenden, da der dortige Zwergwalbestand offenbar rückläufig ist.

Island gerät zunehmend durch kritische Fragen anderer IWC-Staaten in Bedrängnis: So kritisierte Deutschland den angeblichen "Beifang" eines Buckelwals und den anschließenden Verkauf des Fleisches in isländischen Supermärkten. Denn die staatliche Erlaubnis, solche Tiere zu vermarkten, ist ein starker finanzieller Anreiz für Fischer, Wale aktiv in die Netze zu treiben. Auch die veraltete Ausrüstung auf den Walfangbooten, die Island für den Zwergwalfang einsetzen will, war Gegenstand heftiger Kritik.

Die Jagd auf Kleinwale wurde scharf kritisiert. Insbesondere die Bestände der Narwale und Belugas in Russland und dem zu Dänemark gehörenden Grönland sind stark rückläufig.

Wermutstropfen für die Walschützer: Die beiden beantragten Schutzgebiete für Wale im Südpazifik und Südatlantik scheiterten am Widerstand der Walfangländer. "Hierfür hätten wir eine Dreiviertelmehrheit gebraucht. Daran ist bei den jetzigen Stimmenverhältnissen dank Japans Stimmenkauf gar nicht zu denken", erläutert die PRO WILDLIFE Sprecherin. Mit dem Gesamtergebnis der Konferenz äußerte sich die Artenschützerin dennoch sehr zufrieden und begrüßte auch das große Engagement der Bundesregierung für den Walschutz.

Japan setzte sich während der gesamten IWC-Tagung ins diplomatische Abseits - durch seinen Unwillen zur Kooperation mit der IWC, aber auch durch seine offensichtliche Korruptionspolitik v.a. in armen Entwicklungsländer. Zu den Japan-dominierten Ländern auf IWC-Tagungen gehören die karibischen Inselstaaten Antigua & Barbuda, Dominika, St. Lucia, St. Vincent & Grenadines, St. Kitts & Nevis, aber auch die Solomonen, die Mongolei und die afrikanischen Staaten Benin, Marokko und Guinea, sowie die IWC-Neumitglieder Palau und Panama. Japan möchte durch seinen Stimmenkauf ein Kippen der Mehrheitsverhältnisse innerhalb der IWC zu Gunsten der Walfangländer erreichen.

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