Free counter and web stats

15.01.2009

Walschutz: Island bricht alle Tabus

Walschutz: Island bricht alle Tabus
30 Tonnen Walfleisch aus Norwegen unterwegs nach Island - Vorbereitungen für Jagd auf Finn-, Sei- und Zwergwale laufen

Island hat entgegen dem internationalen Handelsverbot einen Importvertrag über 30 Tonnen Walfleisch aus Norwegen abgeschlossen. Nach PRO WILDLIFE vorliegenden Informationen ist eine erste Lieferung von 18 Tonnen derzeit unterwegs, der Rest soll in Kürze folgen. "Mit dem Rekord-Deal von 30 Tonnen provoziert Island die internationale Staatengemeinschaft", berichtet Dr. Sandra Altherr von PRO WILDLIFE: "Zudem hat der Isländische Fischerei-Minister angekündigt, dass im kommenden Sommer 250 Zwergwale, 200 Finnwale und 68 Seiwale unter dem Deckmantel der Wissenschaft getötet werden sollen." Island ignoriert somit gleich zwei internationale Abkommen zum Schutz von Walen: Die Internationale Walfangkommission (IWC), die 1986 ein Walfangmoratorium verabschiedet hat, und das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA), das den Handel mit Walen regelt. Anfang November findet in Chile die nächste WA-Konferenz statt, auf der u.a. ein Antrag Japans auf Aufhebung des Handelsverbotes für zwei Walarten vorliegt. Von dieser Lockerung würde auch Island profitieren.

14 Jahre lang hielt sich Island an das weltweite Fang- und Handelsverbot für Wale, doch nun bricht der nordische Inselstaat mit allen relevanten internationalen Absprachen zum Schutz der Meeressäuger:

"Unsere Kontaktpersonen in Island haben in Erfahrung gebracht, dass vor zwei Wochen ein Rekord-Vertrag über die Lieferung von 30 Tonnen Fleisch von Zwergwalen aus Norwegen nach Island abgeschlossen wurde. Das Fleisch ist derzeit im Container per Schiff unterwegs", berichtet die PRO WILDLIFE Sprecherin. Bereits im Juli diesen Jahres wurde eine kleinere Lieferung von acht Tonnen aus Norwegen verschifft und in isländischen Supermärkten verkauft. Hiermit unterwandert Island das Handelsverbot des Washingtoner Artenschutzübereinkommens für Walfleisch
Der Isländische Fischereiminister hat nun im Rundfunk angekündigt, im kommenden Sommer mit dem sog. "Wissenschaftswalfang" auf Finn-, Sei- und Zwergwale zu beginnen. Auslöser für diese Provokation ist die Aufnahme Islands in die Internationale Walfangkommission (IWC) auf einem außerordentlichen IWC-Treffen am 14. Oktober. Zuvor war die Mitgliedschaft Islands wiederholt am Widerstand der Mehrheit der IWC-Staaten gescheitert. "Island trat der IWC bei, um als nunmehr offizielles IWC-Mitglied ein juristisches Schlupfloch, den "Wissenschaftswalfang", nutzen zu können und damit das Walfangverbot zu unterlaufen", erläutert die PRO WILDLIFE Expertin. "Die Jagd auf 250 Zwergwale, 200 Finnwale und 68 Seiwale soll offiziell Fragen zur Ernährungsweise der drei streng geschützten Walarten liefern. Inoffiziell ist das Fleisch aber für den gewinnbringenden Export nach Japan vorgesehen."


Island ist wegen eines Einspruchs formaljuristisch an beide internationale Schutzübereinkommen nicht gebunden. Aus Furcht vor Sanktionen anderer Staaten verzichtete das Land allerdings auf die archaische Jagd auf die Meeresriesen sowie auf den Handel mit Walprodukten. "Im Windschatten der immer dreister auftretenden anderen Walfangländer Norwegen und Japan wagt sich Island nun ebenfalls nach vorne - auch ermutigt durch den Antrag Japans auf der kommenden WA-Konferenz, das Handelsverbot für Zwergwale aufzuweichen", so die Biologin Altherr. PRO WILDLIFE forderte Bundesumweltminister Trittin und Bundeslandwirtschaftsministerin Künast auf, bei der isländischen Regierung gegen das eigenmächtige und rücksichtlose Verhalten des Inselstaates zu protestieren.

... Hintergrundinformationen zu Island
... Hintergrundinformationen zu Norwegen

http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Wale/Walfang/Island/island.html
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Wale/Walfang/Norwegen/norwegen.html

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen




Shop Kontakt Newsletter Linkliste Tierfreunde Nord Forum/Community -Tierheim ! Literatur-Tipps Himmlisch-gut.de Tiertafel Global 2000: Die Gebirge Europas + Das Mittelmeerbecken + Die Seen des grossen afrikanischen Grabenbruchs + Die Akaziensavanne Ostafrikas + Das Kongobecken + Die Kappellen + Die Wälder Madagaskars + Die Regenwälder der Malediven, Lakkadiven und Chagos-Inseln + Die Savannen und Grasländer des Terai-Duar + Die Wälder der Sundarbans + Die Sumpfwälder Borneos + Die Daurische Steppe + Die Sibirische Taiga + Das Bering-Meer + Die Wüste im Nordwesten Australiens + Das Great Barrier Reef + Die Wälder Neukaledoniens + Die Wälder der Haweii-Inseln + Die Osterinseln + Die Galapagos-Inseln + Die Prärien Nordamerikas + Die Chihuahua-Wüste + Die grossen Antillen: Kuba + Die Los-Llanos-Savanne in Kolumbien und Venezuela + Das Amazunasbecken + Die Patagonische Steppe + Die antarktische Halbinsel und das Wedell-Meer