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26.01.2009

Warum gibt es so viele Wildschweine ???

Die Ausgangssituation
-> „Wildschweine suchen Klostergarten heim“
-> „Die Sau rückt uns auf den Pelz“
-> „Wildschweine: Jäger rechnen
mit größerer Population“
-> „Warum gibt es so viele Wildschweine?“
-> „Ärger über Schwarzkittel: Immer mehr Wildschweine leben im Haßlocher Wald“

In dieser Art titeln die Zeitungen inzwischen bundesweit; die Population der Wildschweine nimmt angeblich immer mehr zu. Dadurch sind die Schwarzkittel immer öfter in Dörfern und sogar Städten anzutreffen, verwüsten Wiesen, Vorgärten usw. Die Bevölkerung fühlt sich bedroht – so die Darstellung in den Medien!
Schlussfolgerung der Jäger und Behörden:

Die Abschusszahl der Wildschweine muss erhöht werden!
Dies ist ein fataler Trugschluss!


Die Hintergründe
Die Jäger füttern die Wildschweine in Wald und Feld, um diese anzulocken und im Revier zu halten. Hier kommt ein fataler Mechanismus in Gang: Durch die Fütterungen setzt die natürliche Selektion in den Wildschweinrotten aus. Normalerweise – eben ohne die Fütterungen – bekommt eine Bache einmal jährlich ca. 4-5 Junge. Von diesen Fischlingen überleben in der Regel 2-3, Schwache und Kranke werden durch die Natur selektiert. Doch durch das Nahrungsangebot überleben oft auch die Schwachen und Kranken; die Bache wirft mehr als einmal im Jahr Junge. Die Population steigt!
In einer Wildschweinrotte wird nur die Leitbache durch den Keiler gedeckt. Oft schießen Jäger eben die Leitbache ab und somit gerät das soziale Gefüge der Rotte durcheinander: der Keiler deckt nun alle Sauen – die Population steigt dramatisch!


Das Resultat
Durch die beschriebenen Jagd- und Fütterungs-methoden steigt die Zahl der Wildscheine um das 5 bis 8-fache an!

Achtung!
Diese Behauptung ist nicht der Fantasie
von Tierschützern entsprungen!


Wildbiologen und Experten warnen schon lange vor dieser Entwicklung! Selbst Deutschlands größte Jagdzeitschrift „Wild und Hund“ führt folgende Schlagzeile auf dem Titel (Ausgabe 22/2008): „Sauen-Schwemme hausgemacht“. In diesem Beitrag wird u.a. der Sachverhalt des Leitbachenabschusses beklagt.
Warum geschieht dies alles?

Die in unserem Land praktizierte Jagd ist in erster Linie eine Hobby- und Spaßjagd – 95 % der Jäger sind Spaß- und Freizeitjäger!

Was ist eine große Treibjagd mit teils über hundert Jägern ohne eine befriedigende „Jagdstrecke“ (Jägersprache für: Zahl der erlegten Tiere)? Wie steht ein Jäger gegenüber seinen Jagdgästen da, wenn er seinem Jagdgast nicht eine beachtliche Auswahl von „Stücken“ (Jägersprache für: Tiere) zum Erlegen darbieten kann? Also: Die Wildscheine werden weiter durch Fütterung gemästet!

Die hohe Zahl von Wildschweinen ist vielen Jägern willkommen! Hiermit rechtfertigen sie ihr Hobby, sich als „Naturschützer“, die das Gleichgewicht der Natur regulieren, darzustellen, die Bevölkerung vor der „Bedrohung“ Wildschweine schützen und gleichzeitig die Kosten der Jagdpacht durch hohen Fleischverkauf und zahlende Jagdgäste zu kompensieren!


Zum rechtlichen Hintergrund
Einige Bundesländer haben die Fütterung von Wildtieren mit Gesetzen und Verordnungen stark eingeschränkt, so z.B. Rheinland-Pfalz mit der „Verordnung zur Fütterung und Kirrung von Schalenwild“. Doch diese Verordnungen werden kaum oder gar nicht von den zuständigen Behörden überwacht, da diese Behörden selbst oft mit Jägern besetzt sind.
Der Abschuss von jungen-führenden Muttertieren ist durch das Bundesjagdgesetz untersagt. Eine Zuwiderhandlung stellt eine Straftat dar, aber auch hier fehlen meist die neutralen Kontrollinstanzen.


Resümee
Die Überpopulation der Wildschweine ist ein durch Jäger und deren unsachgemäße Bejagung verursachtes Problem! Dieses Problem ist keinesfalls durch eine verstärkte und unsachgemäße Hobby- und Spaßjagd in den Griff zu bekommen. Die Wildschweinpopulation muss sich von selbst in der ungestörten Natur normalisieren!


Und noch etwas ...
Je mehr Wildschweine es gibt, je mehr diese im Wald bejagt werden, desto mehr flüchten diese auch auf die Straße; und Wildschweine im Straßenverkehr stellen eine wirkliche Gefahr für den Menschen dar! Es sind also in letzter Konsequenz die Jäger mitverantwortlich für vermehrte Verkehrsunfälle mit Wild!
Unsere Forderungen

-> Schluss mit der Hobby- und Spaßjagd,
Jagd nur durch Berufsjäger!
-> Komplettes Verbot von Wildfütterungen
und dessen konsequente Überwachung!


Sie können mithelfen!
Thematisieren Sie diese Sachverhalte in Ihrem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis. Je mehr Personen um die Zusammenhänge wissen, desto schwächer werden die Argumente der Jäger! Und: schauen Sie den Jägern auf die Finger! Wenn Sie Fütterungsverstöße oder Jagdverstöße von Jägern entdecken oder davon Kenntnis erhalten, bringen Sie diese bitte bei der zuständigen Jagdbehörden zur Anzeige. Die Tiere und die Natur danken es Ihnen!

Weitere Infos unter:
http://www.pro-iure-animalis.de

Wer oder was ist pro iure animalis?
pro iure animalis – Für das Recht des Tieres – ist eine Initiative von Personen, die Natur, Umwelt und vor allem Tiere wertschätzen! Dies verlangt, dass wir beispielsweise jede Form der „Spaß- und Trophäenjagd“ ablehnen. In unseren Heimatlandkreisen kämpfen wir seit Jahren gegen Jagdvergehen und informieren die Öffentlichkeit. Helfen Sie uns, im Sinne des Natur-, Umwelt- und Tierschutzes!

1 Kommentar:

  1. Dümmling aus Bayern22. Juni 2011 um 10:52

    Der Jäger füttert die Wildschweine, Rehe & Co. um sie von Jungpflanzen und damit von Schäden an Forst- und Landwirtschaft abzuhalten - die Abschusspläne zu MINDERN. Wer sich informiert weiß, dass Jäger Wildschäden zu zahlen haben, Jagd kein Null-Null oder Profitgeschäft, sondern ein reines Minusgeschäft ist, das Menschen freiwillig tun, weil sie Tiere so hassen, ihre Freizeit mit Füttern in der Notzeit, Neupflanzen von Kulturen und ausgraben von Jungdachsen, deren Bau mal eben von "Naturschützern" auf der Suche nach einem Schmetterling zugeschoben wurde. Nicht um sie zu töten, sondern um sie vor dem Hungertod zu retten.

    Aber hey, das will ja keiner hören, warum auch? Zum einen Ohr, rein zum anderen raus, statt zu sehn, wer der gemeinsame Feind (Land- und Forstwirtschaft) ist und gemeinsam zB gegen Treibjagden auf Rehe (die der STAAT pusht) vorzugehn, wird gegen die gewettert, die aktiv versuchen entgegen zu wirken - ihnen alles im Mund herumgedreht bis es passt, Urheberrechte verletzt, Beleidigungen und strafbare Schmähkritik ausgeteilt, statt weltoffen zu sein, seinen Geist zu öffnen und wirkliche Argumente zuzulassen. Man erwartet ja nichtmal Akzeptanz nur Toleranz. Durchlesen, drüber Nachdenken ohne zu verzerren, wie es gerade mal passt - warum? Wer Recht hat, muss andere Meinungen ja nicht annehmen, er IST ja bereits der Übermensch. Wie wär's mit einem Stampel für die eigene Hetzkamp.. ähhhh den persönlichen aktiven Naturschutz inkl. Selbstverblendung und Eigenverdummung? Da ist doch jedes Wort zu schade, dass durch den leeren Gehirnkasten nichtreflexierender Mitbürger hallt..

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