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26.01.2009

Warum wir Tiere nicht essen sollen

Warum wir Tiere nicht essen sollen


Es gibt viele Gründe, warum wir Tiere nicht essen sollen. Der wichtigste ist wohl, daß es dafür auch nicht die geringste Notwendigkeit gibt. Mehr noch: Fleisch zu essen ist nicht nur nicht notwendig, sondern sogar ausgesprochen schädlich - und zwar nicht nur (naheliegenderweise!) für die betroffenen Tiere, sondern auch für die Menschen.



Stichwort HUNGER: Fleisch zu essen bedeutet gegenüber einer vegetarischen oder veganen Ernährungsweise eine ungeheure Verschwendung der Nahrungsressourcen unseres Planeten: Die Tiere, deren Fleisch oder Produkte wir essen, benötigen ca. 90 Prozent des Futters, das wir ihnen geben, zur Aufrechterhaltung ihres eigenen Stoffwechsels. Das bedeutet: Wenn wir selbst Pflanzen essen würden, anstatt sie an Tiere zu verfüttern, um dann diese Tiere zu essen, könnten wir zehnmal soviele Menschen ernähren!

Über diesen fatalen Beitrag zum globalen Hungerproblem hinausgehend, fördert unser Fleischessen auch die regionale Verelendung in der dritten Welt. Dort steht nämlich in vielen Ländern die landwirtschaftliche Nutzfläche nicht für die Versorgung der einheimischen Bevölkerung zur Verfügung, weil darauf Futtermittel für die überseeische Fleischproduktion, also für unseren Fleischkonsum, angebaut werden.


Stichwort UMWELTZERSTÖRUNG: Weil die Fleischproduktion eine so ineffiziente Art der Nahrungsmittelproduktion ist, muß aus den Böden das Letzte herausgeholt werden. Dies geschieht mit massivem Chemieeinsatz - mit Kunstdüngern und sogenannten Pflanzenschutzmitteln. Diese verseuchen das Grundwasser und haben verheerende Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit.

Um die großen Mengen an Fleisch zu erzeugen, die heute konsumiert werden, bedarf es vieler Tiere. Viele Tiere bedeuten viele Exkremente. Damit sind wir bei der Gülle. Dieses flüssige Gemisch aus Harn und Kot hat katastrophale ökologische Folgen - unter anderem, wiederum: die Verseuchung des Grundwassers.

Die Gewinnung von Land für die Rinderzucht ist eine der Hauptursachen für die Zerstörung des tropischen Regenwaldes. Die Regenwaldzerstörung führt ihrerseits unter anderem zu Flut- und Dürrekatastrophen und forciert den Treibhauseffekt.

Die negativen ökologischen Auswirkungen der Fleischproduktion sind immens und kaum übersehbar. Eine weitere Folge der Fleischerzeugung ist zum Beispiel die enorme Energie- und Wasserverschwendung. Die angeführten Stichworte sollen lediglich dazu anregen, sich hinsichtlich der verheerenden Konsequenzen des Fleischessens für unsere Umwelt einmal näher zu informieren.

Dritter Punkt zum Thema Schädlichkeit von Fleisch für den Menschen: KRANKHEIT. Fleisch macht krank - und zwar nicht nur jenes Fleisch, das unter den Bedingungen irgendeines "Fleischskandals" produziert wurde, sondern Fleisch an sich. Hinsichtlich der gesundheitlichen Risiken des Fleischessens bedarf es heute Gott sei Dank keiner langen Aufklärungsarbeit mehr. Während man früher, einer archaisch-kannibalischen Primitiv-Psychologie folgend, Fleisch mit Kraft und Gesundheit identifizierte - "Fleisch ist ein Stück Lebenskraft" ist ein Relikt dieser Steinzeitlogik -, weiß heute jedes Kind, daß man umso gesünder lebt, je WENIGER Fleisch man ißt.

Ethik

In Unkenntnis oder trotz der angeführten Fakten glauben manche Menschen noch immer, daß das Töten von Tieren für menschliche Ernährungszwecke ein schwieriges moralisches Problem sei. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall: Die Frage nach der Zulässigkeit des Fleischessens bedarf überhaupt keiner besonderen ethischen Theorien oder Überlegungen. Vielmehr handelt es sich hier um einen ganz banalen Interessenkonflikt und um eine daraus resultierende ebenso banale Güterabwägung.

Dabei geht es auf seiten der Tiere um lebenslanges, schwerstes Leiden, auf seiten der Menschen um einen kurzen Gaumenkitzel. Einzige und einfache Frage: Was wiegt schwerer: das Interesse, lebenslanges, schwerstes Leiden zu vermeiden, oder das Interesse, einen kurzen Gaumenkitzel zu haben?

Das InteressenUNGLEICHGEWICHT gegen das Fleischessen könnte deutlicher und dramatischer überhaupt nicht ausfallen - ganz zu schweigen von den angeführten negativen Folgen des Fleischessens für Mensch und Umwelt, die ebenfalls gegen das Fleischessen sprechen! Keine Ethische Theorie auf der Welt kann bei Berücksichtigung dieser Fakten das Fleischessen rechtfertigen. Konsequenterweise laufen auch alle Rechtfertigungsversuche auf die mehr oder weniger gelungene Verleugnung oder Verschleierung dieser Fakten hinaus.

Fleischessen ist, wie gesagt, alles andere als ein kompliziertes ethisches Problem. Angesichts des spektakulären Interessenungleichgewichts, das hier vorliegt, ist es im Grunde sogar fraglich, ob man überhaupt von einem ETHISCHEN Problem sprechen kann. Denn dies zu tun, suggeriert, daß wir es mit einem mehr oder weniger diffizilen Für und Wider zu tun haben, was, wie gezeigt, ja in keiner Weise zutrifft. In anderen Bereichen kämen wir jedenfalls nicht im Traum auf die Idee, von einem ethischen Problem zu sprechen, wenn das Interessenübergewicht auf einer Seite dermaßen eindeutig und eklatant ist.

Stellen wir uns etwa jemanden vor, der eine ganze Stadt in Flammen aufgehen lassen möchte, um das schöne Feuer bewundern zu können. Wer wollte die Frage, ob die Verwirklichung dieses Wunsches zulässig sei, als "ethisches Problem" bezeichnen? Oder: Jemand möchte einem anderen "zum Spaß" den Kopf abschneiden - ein "ethisches Problem"?

Dilemma

Zurück zum spektakulären Interessenungleichgewicht beim Fleischessen: lebenslanges Leiden gegenüber kurzem Gaumenkitzel. In dieser prekären Situation gibt es für diejenigen, die den nächsten Braten vor dem Zugriff ihres Gewissens retten wollen, nur zwei Möglichkeiten: Sie können versuchen, den Wert, das moralische Gewicht des eigenen Gaumenkitzels zu vergrößern oder das Leiden der Tiere zu verkleinern.

Der erste Weg wird selten beschritten. Wer dem eigenen geschmacklichen Interesse am Fleisch nämlich einen derart exorbitanten Stellenwert beimißt, daß es das immense Leiden der Tiere übertrifft, der gerät in eine schwierige und unangenehme Situation. Erstens bricht damit die Argumentationslinie mit der geistigen und moralischen "Höherwertigkeit" des Menschen, die die (Aus-)Nutzung der Tiere rechtfertigen soll, zusammen. Zweitens zeichnet derjenige, der seiner Freßlust solch gigantisches Gewicht verleiht, ein Bild von sich, das auffallende Ähnlichkeit mit Vorstellungen hat, die wir üblicherweise nur mit Tieren, zumal mit Schweinen in Verbindung bringen: keinerlei "höhere" Interessen, sondern nur primitive, "schweinische" Bedürfnisse und Triebe. "Feinschmeckerei ist das Laster der Seelen, die sonst keinerlei Gehalt haben", hatte schon Rousseau treffend bemerkt.

Die erste Möglichkeit, das eklatante Interessenungleichgewicht beim Fleischessen zu beseitigen, besteht also, wie gesagt, darin, die eigene Freßlust unendlich zu vergrößern. Da diese Strategie, wie gezeigt, recht unerfreuliche und wenig schmeichelhafte "Nebenwirkungen" hat, besinnt man sich in der Regel des zweiten Fluchtweges aus dem moralischen Dilemma: Man versucht das Leiden der Tiere wegzuphantasieren.

"Man könnte die Tiere doch auch leidensfrei aufzuziehen und töten!" lautet der reflexartig vorgebrachte stereotype Einwand derer, die um den ungetrübten Verzehr ihrer nächsten Mahlzeit bangen. Nur: Was hat die Möglichkeit hier mit der Wirklichkeit zu tun? Zunächst gar nichts. Was immer nämlich auch die theoretischen Möglichkeiten einer leidensfreien Fleischproduktion sein mögen - Tatsache ist, daß das Fleisch, das wir heute überall zu kaufen bekommen, von Tieren stammt, die gelitten haben!

Bio

Und was ist mit Fleisch aus sogenannter "biologischer" Tierzucht? Wäre nicht das eine Lösung? Wohl kaum:

Das Motiv, "biologische" Tierzucht zu betreiben, ist ja kein ethisches, sondern ein ökonomisches: das Füllen der Marktlücke in bezug auf "gesundes", "natürliches", eben "biologisches" Fleisch.

Die Menschen, die diese Tierzucht betreiben, sind zu einem Großteil dieselben, die früher "normale" Tierzucht betrieben haben, oder, schlimmer noch, noch immer betreiben. Das heißt: Hier wird oft von denselben Personen "biologisches" UND "normales" Fleisch produziert. Wir haben es mit Menschen zu tun, die entweder auf "biologische" Tierzucht "umgesattelt" haben oder die "biologische" und "normale" Tierzucht parallel betreiben. Was dies hinsichtlich der Einstellung gegenüber den Tieren bedeutet, liegt auf der Hand. Um ein Bild zu gebrauchen: Wir haben es hier mit Folterknechten zu tun, die sich zu Kindergärtnern umschulen ließen und die womöglich jetzt beide Berufe gleichzeitig ausüben!

Schließlich der vielleicht wichtigste Grund, warum die "biologische" Fleischproduktion niemals eine leidensfreie Fleischproduktion sein kann: Auch hier müssen die Tiere, bevor ihr Fleisch auf unseren Teller kommen kann, GESCHLACHTET werden. Und die "biologische" Tierzucht unterscheidet sich, wie schon der Name sagt, von der "üblichen" Tierzucht vor allem in bezug auf die Aufzucht, nicht in bezug auf die Schlachtung!

Das ist auch nur konsequent, geht es doch bei der "biologischen" Tierzucht, wie gesagt, nicht darum, die Tiere glücklich zu machen - dafür gäbe es vielleicht bessere Methoden, als sie umzubringen -, sondern darum, die Menschen mit "gutem" Fleisch zu versorgen. Und hierbei spielt die Aufzucht nun einmal eine wichtigere Rolle als die Schlachtung. Die Schlachtung ist auch bei der "biologischen" Tierzucht alles andere als biologisch - ganz abgesehen davon, daß "biologische Schlachtung" schon von den Begriffen her absoluter Unsinn ist!

Im Zusammenhang mit der "biologischen" Tierzucht kommt oft der merkwürdige, erstaunlicherweise aber tatsächlich ernstgemeinte Hinweis, daß diese Tiere vor ihrem Tod doch immerhin ein "glückliches Leben" gehabt hätten. Ja und? Ist denn das ein Grund, sie jetzt umzubringen? Das ist so, wie wenn sich ein Mörder vor Gericht damit rechtfertigen würde, bei der Auswahl seiner Opfer stets darauf zu achten, daß sie wenigstens ein "glückliches Leben" hatten!

Aus den angeführten Gründen ist auch die beste "biologische" Fleischproduktion meilenweit von einer leidensfreien Fleischproduktion entfernt. Es gibt allerdings noch einen schwerwiegenderen und prinzipielleren Grund dafür, daß eine leidensfreie Fleischproduktion nicht möglich ist: Der Mensch ist nicht schlecht genug, um eine solche Fleischproduktion verwirklichen zu können.

In Wirklichkeit ist es nämlich nicht so, daß die heute übliche grausame Behandlung der Tiere den Gipfel seelischer Roheit und moralischer Niedertracht markiert. Vielmehr bedeutete die "humane" Aufzucht und Tötung von Tieren für menschliche Ernährungszwecke in gewisser Weise sogar eine noch größere Barbarei und Gemeinheit.

Schizophrenie

Nehmen wir an – ein reines Gedankenexperiment! -, wir würden alle finanziellen, technischen und organisatorischen Voraussetzungen für eine leidensfreie Aufzucht und Tötung von Tieren schaffen: kleine Betriebe, die den Tieren optimale, artgerechte Lebensbedingungen bieten, modernste technische Ausstattung, die einen raschen, überraschenden und schmerzfreien Tod garantiert, kompetentes und gut bezahltes Personal, das ausreichend Zeit für die Betreuung der Tiere hat, usw.

Eine solche "ideale" Fleischproduktion würde nur mit menschlichen Monstern funktionieren! Denn EINERSEITS müßten die Menschen, die mit den Tieren umgehen, diese gut und liebevoll behandeln. ANDERERSEITS wüßten sie aber, daß diese liebevolle Behandlung ausschließlich auf das - völlig unnötige! - Umbringen ihrer Schutzbefohlenen hinausläuft!

Gerade die theoretisch denkbare Möglichkeit einer leidensfreien Fleischproduktion führt uns die Absurdität der Fleischproduktion AN SICH vor Augen - konkret: die Absurdität des Tötens ohne Notwendigkeit. Nirgends kommt diese psychologische und moralische Perversion deutlicher zum Ausdruck als in der eklatanten Diskrepanz zwischen der liebevollen Pflege der Tiere einerseits und dem eigentlichen und ausschließlichen Ziel dieser Pflege andererseits.

Diese emotionale Schizophrenie und dieser in seiner abgründigen Gemeinheit nicht mehr zu überbietende Vertrauensbruch wären die notwendige Voraussetzung für eine "humane" Fleischproduktion. Man beachte die völlige Deplaziertheit des Begriffs "human" in diesem Zusammenhang - ein Ausdruck und Gradmesser für den unauflöslichen Widerspruch, mit dem wir es hier zu tun haben!

Um zu zeigen, welche emotionalen Monster für eine leidensfreie Fleischproduktion notwendig wären, seien einige Handlungen bzw. Situationen angeführt, die in ihrer psychologischen und moralischen Abgründigkeit mit einer solchen "humanen" Fleischproduktion vergleichbar sind: Wir streicheln unserer Katze liebevoll den Kopf - um ihr im nächsten Augenblick den Hals umzudrehen. Oder: Ein Mann umarmt zärtlich seine Frau - um ihr im nächsten Moment ein Messer in den Rücken zu stoßen. Oder: Wir ziehen unsere Kinder mit aller Liebe auf, sorgen dafür, daß es ihnen an nichts fehlt und daß sie eine sorgenfreie, glückliche Kindheit haben - um sie bei einem bestimmten Gewicht ....

Es bleibt nur die bange Alternative: eine "humane" Fleischproduktion mit abgründiger Hinterhältigkeit oder eine "traditionelle" Fleischproduktion mit roher Gewalt - Hinterhältigkeit oder Gewalt gegenüber leidensfähigen Lebewesen, die uns hilflos ausgeliefert sind. Beides wird unser Menschsein, unser Denken, Handeln und Fühlen, nicht unberührt lassen.

© Helmut F. Kaplan www.tierrechte-kaplan.org

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