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17.02.2009

Chinesischer Flussdelfin



Wissenschaftlicher Name: Lipotes vexillifer
Deutscher Name: Chinesischer Flussdelfin
Andere Namen: Jangtse-Delfin, Baiji, Beiji
Englische Bezeichnung: baiji, whitefin dolphin, Yangtze river dolphin, Chinese river dolphin, Changjiang dolphin, Chinese lake dolphin
Spanischer Namen: delfín de Río Chino

Taxonomie
Klasse: Mammalia
Ordnung: Cetacea
Unterordnung: Odontoceti
Familie: Pontoporiidae
Gattung: Lipotes
Spezies: vexillifer

Dies ist das einzige Mitglied dieser Tierfamilie.

Verhalten
Aufgrund der geringen Anzahl untersuchter Tiere stehen nur wenige Informationen über das Verhalten dieser Tierart zur Verfügung. Bekannt ist immerhin, dass sie sehr scheu sind/waren und Schiffen aus dem Weg gehen/gingen. Bei der Jagd auf Beute und über längere Strecken können sie rasch schwimmen, wobei sie häufig an die Wasseroberfläche kommen und gelegentlich rasche Richtungswechsel vornehmen. Normalerweise waren sie in kleinen Gruppen anzutreffen, aber auch das Auftauchen vereinzelter Tiere war nicht ungewöhnlich.

Globale Verbreitung
Nach einer intensiven, aber leider erfolglosen Suche nach dem Chinesischen Flussdelfin in den Gewässern des Yangtze im November und Dezember 2006, ist der Baiji von der Weltnaturschutzorganisation IUCN als vom Aussterben bedroht (möglicherweise ausgestorben) gelistet worden. Bevor die Art definitiv als ausgestorben gelistet wird, sind weitere Untersuchungen notwendig. Eine mögliche Sichtung Ende August 2007 wird überprüft.

Der Baiji ist somit die erste Delfinart, die bekanntermaßen aufgrund von Aktivitäten der Menschen von der Erdoberfläche verschwunden ist. Sollte in Zukunft vielleicht doch noch zufällig das eine oder andere lebende Exemplar gesichtet werden, so ändert dies nichts an der Tatsache, dass es für diese Delfinart keine Zukunft mehr gibt.

Der Name weist bereits darauf hin, dass diese Delfinart nur im Yangze-Fluss in China vorkommt/vorkam. Früher kam sie auch in mehreren Seen in Nachbarschaft des Flusses vor, aber der sinkende Wasserstand zwang sie, sich in den Hauptstrom zurückzuziehen.

Eine Populationserhebung in den Jahren 1985 und 1986 schätzte die Population auf ungefähr 300 Tiere. Zwischen 1997 und 1999 wurden jedoch nur 21-23 Baijis im Hauptfluss des Yangtzes gesichtet.

Morphologie
Da nur sehr wenige einzelne Tiere untersucht wurden, stehen nur sehr begrenzte Informationen über diese Delfin-Familie zur Verfügung. Bekannt ist, dass neugeborene Kälber zwischen 2,5 und 4,8 kg wiegen und ca. 80 bis 90 cm lang sind. Ausgewachsene Tiere wiegen zwischen 100 und 160 kg bei einer Körperlänge von 1,4 bis 2,5 Metern. Am ziemlich gedrungenen Körper sitzen breite, abgerundete Flipper (Brustflossen), und die niedrige, dreieckige Rückenfinne sitzt kurz hinter der Rückenmitte. Die steil abfallende Stirn geht in eine lange, dünne, leicht aufwärts gebogene Schnabelschnauze über. Rücken und Flanken sind graublau, Unterseite, Flipper und Fluke sind weiß gefärbt.

Gefährdung
Chinesische Flussdelfine waren durch zahlreiche Gefährdungen bedroht, denen sie letztendlich auch nicht standhalten konnten. Vom Verfangen und Ersticken in Fischernetzen bis hin zur Unweltverschmutzung (durch Lärm und Schadstoffe), und vom Menschen verursachten Lebensraumverlust und –Zerstörung durch Deichbau und Landgewinnung.

Bestand
Möglicherweise noch einige wenige lebende Exemplare im Yangtze-Fluss.

Schutzmaßnahmen
CMS „nicht gelistet“
IUCN – vom Aussterben bedroht (möglicherweise ausgestorben)


Ganges-Delfin



Wissenschaftlicher Name: Platanista gangetica
Deutscher Name: Ganges-Delfin
Andere Namen: Ganges-Susu, Susu
Englische Bezeichnung: Ganges river dolphin, Gangetic dolphin, blind river dolphin, side-swimming dolphin, South Asian river dolphin
Spanischer Name: delfín del río Ganges

Taxonomie
Klasse: Mammalia
Ordnung: Cetacea
Unterordnung: Odontoceti
Familie: Platanistidae
Gattung: Platanista
Spezies: gangetica

Verhalten
Diese nicht gerade akrobatisch veranlagte Art vermeidet alle Arten von Schiffen. Die normalerweise langsamen Schwimmer sind durchaus zu überraschenden Spurts und sehr wendigen Richtungsänderungen unter Wasser imstande. Sie kommen rasch an die Oberfläche, springen und tauchen ebenso schnell wieder ab, so dass eine Sichtung des Tieres schwierig ist, da man nur noch die spritzende Fontäne gewahr wird, die das Tier beim Untertauchen hinterlässt. Manchmal kann man beobachten, wie sie mit aus dem Wasser ragender Schnauze schwimmen. Oft findet man sie am Zusammenlauf zweier Flüsse und nur flussabwärts vor flachem Wasser. Sie ziehen tieferes Wasser vor, kommen jedoch auch in nur 1 Meter flachem Wasser vor. Ein weiteres typisches Merkmal dieser Delfine ist das Seitenschwimmen, eine Technik, die sie normalerweise in flachem Wasser einsetzen. Sie sind sehr hellhörig und stehen in ständigem akustischen Kontakt – das mag damit zusammenhängen, dass sie praktisch blind sind und nur Schatten wahrnehmen. Die Gruppengröße ist gering und schwankt zwischen 1 und 5 Tieren.

Globale Verbreitung
Ganges-Delfine kommen im Flusssystem des Ganges, Meghna und Brahmaputra im westlichen Indien, Nepal, Bhutan und Bangladesh sowie im Karnaphuli-Fluss in Bangladesh vor. Das unterbrochene Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Vorläufern des Himalayas bis zu der Gezeitengrenze. Wenn während der Trockenzeit die Flusspegel sinken, bleiben die Tiere im Hauptstrom der Flüsse, und während des Monsuns dringen sie in Bäche und Zuflüsse vor.

Morphologie
Obgleich sie eine eigene Subspezies bilden und geografisch vom Indus-Delfin isoliert sind, sehen sie diesem zum Verwechseln ähnlich und zeigen ein vergleichbares Verhalten.

Ganges-Delfine sind einheitlich graubraun gefärbt. Sie besitzen einen gedrungenen Körper mit leicht gewölbtem Bauch, die Stirn fällt steil zu einer langen, dünnen Schnabelschnauze hin ab, die zum Ende breiter wird. Weibchen haben eine längere Schnauze als Männchen. Ihre Vorderzähne sind sehr lang und äußerst scharf und auch bei geschlossenem Maul sichtbar. Sie besitzen eine große Anzahl von Zähnen, 52 bis 78 im Ober- und 52 bis 70 im Unterkiefer. Ihre Brustflossen sind breit und ruderförmig, und die ebenfalls breite Fluke lädt im Verhältnis zur Körpergröße weit aus. Anstelle einer herausragenden Rückenfinne besitzen sie weit hinten am Rücken einen kleinen, dreieckigen Buckel. Mit dem Indus-Flussdelfin sind sie die einzigen Wale ohne Augenlinse und verlassen sich infolge ihrer Blindheit auf ein raffiniertes Echolot-System.

Gefährdung
Aufgrund ihres eng begrenzten Lebensraumes und der Nähe zu menschlichen Siedlungen sind diese Tiere durch zahlreiche Gefahren bedroht. Dazu zählen: Verfangen und Ertrinken in Fischernetzen, industrielle Entwicklung – darunter der Bau von Deichen, Kollision mit Schiffen, chemische Schadstoffbelastung, Lärmbelästigung und durch den Menschen verursachter Verlust und Zerstörung von Lebensräumen. Einige Individuen fallen auch direkter Bejagung zum Opfer, entweder weil sie als Nahrungskonkurrent oder wegen ihres Lebertrans gejagt werden, der als Köder für kommerziellen Fischfang verwendet wird.

Bestand
Der ehemals zahlreiche Bestand des Ganges-Delfins hat sich auf 4.000 bis 5.000 Tiere verringert, die in den vier wesentlichen Regionen ihre Verbreitungsgebiets vorkommen. Laut International Whaling Commission (IWC 2000) stützten sich die Bestandsschätzungen allgemein auf Delfinzählungen in relativ kleinen Flussabschnitten ohne sich auf genaue Zahlen festzulegen. Bislang ist keine umfassende Bestandszählung im gesamten Verbreitungsgebiet der Art erfolgt.

Schutzmaßnahmen
CMS Anhang II
IUCN – Gefährdet

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