Free counter and web stats

16.02.2009

Das traurige Leben der herrenlosen Hunde in der Türkei

Das traurige Leben der herrenlosen Hunde in der Türkei



Nur einige Tage in Istanbul lassen den traurigen Alltag von Tausenden von Hunden wie folgt zusammenfassen: Im Großraum von Istanbul sollen nach Schätzungen 200.000 Hunde leben, für die meisten dieser Hunde ist es ein alltäglicher Kampf ums Überleben!
Die Behörden scheinen es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, den Großteil der unerwünschten Mitgeschöpfe außer Augenreichweite zu schaffen, wenn dies auch nur schwerlich gelingt - da auch im Zentrum von Istanbul, teils in kleinen Gruppen lebend, Hunde zu gegen sind. Fährt man jedoch in die Außenbezirke Istanbuls und dringt dort in die unbewohnten Gegenden - wie etwa die Waldgebiete hinein - so sind diese „bedeckt“ von Hunden, die stets auf der - oftmals vergeblichen - Suche nach etwas Essbarem sind.



Hunde verhungern in den Wäldern
Ein trauriges Bespiel für das „Entsorgen von Hunden“ in ressourcenarme und somit fürs Überleben der Hunde völlig ungeeignete Gegenden ist der Stadtteil Beykoz, vielmehr der Wald desgleichen. Fern ab jeglicher Zivilisation sind die Straßen gesäumt von Hunden, die hier zu Dutzenden, wenn nicht sogar zu Hunderten, ausgesetzt worden sind. Man begegnet unzähligen kranken, verwundeten und hungernden Hunden, die im „besten Falle“ noch bei Kräften sind um einem Auto, sollte eines kommen, nach zu laufen, in der Hoffnung etwas Essbares zu erhalten. Man begegnet Muttertieren mit ihren Welpen, Junghunden und erwachsenen Hunden, die im Rudel oder einzeln im Wald von Beykoz umherirren.



Das Tierheim in Beykoz
Bereits vor Wochen war das Tierheim des Stadtteils Beykoz in Istanbul in die Schlagzeilen geraten, nachdem zwei engagierten Tierschützerinnen, die bis dahin das Tierheim geleitet hatten, von heute auf morgen der Zugang zum Tierheim verwehrt worden war. Nunmehr befindet sich das Tierheim in der Hand und scheinbar auch der Willkür der Behörden. Zur Zeit der Tierheimbesichtigung durch PETA Deutschland e.V. wurde Folgendes dokumentiert: Hunde wurden angekettet an Hundehütten gehalten, andere wiederum mussten in einem 2 x 2 Meter Betonbehältnis ihr trauriges Dasein in Isolation fristen. Die Gehege derjenigen Hunde, die in kleinen Gruppen gehalten wurden, waren teils fatal verdreckt. Der physische und psychische Zustand der Tiere war erkennbar dramatisch. Letzterer äußerte sich in depressiver bis resignierter Haltung der Tiere oder aber durch das zwanghafte Verhalten der Hunde, wie das Hin- und Herlaufen oder Hin- und Herwippen oder aber das fortlaufende Bellen (bis zur Heiserkeit) und Anspringen der Käfigwände der Gefängnisse. In dem humansten Teilbereich des Tierheims - einem umzäunten Waldstück - in dem die Hunde bis vor einigen Wochen zu Dutzenden in kleinen Rudelgruppen auf natürlichen, schattigen Grund wiedergenesen konnten, ist kein einziger Hund mehr zu gegen. Der Verbleib der Tiere ist ungewiss, die Tierschützer vermuten allerdings, dass die Tiere - wieder einmal - in den Wälder von Beykoz und nicht in ihr vertrautes Revier „entsorgt“ worden sind.



Grausam und kontraproduktiv
Istanbul hat bislang nicht verstanden, dass die Methode des Aussetzens in abgelegne Regionen nicht „nur“ grausam, sondern auch absolut kontraproduktiv ist. Es liegen Dutzende von Schriftstücken vor - allen voran der Bericht der WHO (Weltgesundheitsorganisation), die Letzteres belegen. Nach WHO, Guideline for Dog Population Management, Geneva 1990, Seite 9: „Jede Reduzierung der Populationsdichte durch Sterblichkeit wurde schnellstens durch eine bessere Fortpflanzung und eine höhere Überlebensrate ausgeglichen. In anderen Worten bedeutet dies: Werden Hunde an einem Ort entfernt, erhöht sich die Lebenserwartung der übrigen Hunde, da sie größere Zugang zu Ressourcen haben und sich diese nicht mit Mitstreitern teilen müssen.“



Istanbul muss Tierschutzmassstäbe für die Türkei setzen!
Von einer modernen Stadt, die sich im Jahr 2010 dazu anschickt, den Titel der Europäische Kulturhauptstadt 2010 zu tragen, erwarten wir einen ethischen Umgang mit Tieren! Wir fordern alle mit dem Tierleid in Istanbul in Zusammenhang stehenden Personen dazu auf, sich endlich ernsthaft und ganzheitlich der Tierschutzproblematik in Istanbul anzunehmen! Istanbul muss - nicht zuletzt aufgrund seiner Bedeutung im nationalen Kontext - Tierschutzmaßstäbe, die als Beispiel für die gesamte Türkei gelten sollten, setzen!


PETA Deutschland e.V. fordert daher:
Ein konsequentes - und auf ganz Istanbul bezogenes - Durchführen des Neuter & Release Programms. Nur die konsequente Geburtenkontrolle und das Zurücksetzen der Tiere ins vertraute Revier kann die Populationsdichte von Hunden nachhaltig senken.
Eine Zentralisierung der Tierschutzarbeit in Istanbul, d.h. eine zentrale Steuerung, Kontrolle und Evaluierung. Die Lösung hierfür sind private - von Städten und Gemeinden finanzierte - Unternehmen, die von lokalen Tierschutzgruppen im humanen Umgang mit Tieren geschult werden (behutsames Einfangen, medizinische Versorgung und das Zurücksetzten ins vertraute Revier). Nur so kann gewährleistet werden, dass das Programm tierschutzgerecht durchgeführt wird und „Früchte trägt“.
Tierheime, die als „Todeslager“ geführt werden (Beispiel Beykoz), in Rehabilitationszentren umzuwandeln, in denen Tiere nur eine maximale Anzahl an Tagen verbringen sollen (für die Zeit des Neuter & Release Programms).
Tiere, die aus triftigen Gründen nicht ins vertraute Revier zurückgesetzt werden können, wie beispielsweise Tiere aus „Todeslagern“ (eine lange Inhaftierung bewirkt eine Nichtzugehörigkeit zu einem ehemals bewohnten Revier), sollten in einem sog. offenen Tierheim ein neues zu Hause finden (weitläufig eingezäuntes Gelände mit Futterstellen).
Begleitende Maßnahmen, die andernfalls kontraproduktiv zum Programm laufen würden, dazu gehören:
Kastrations- und Sterilisationspflicht auch für Tiere in Privathaushalten,
Zuchtverbot für Hunde,
Sensibilisierung der Bevölkerung, vor allem auch von Kindern.

Bitte helfen Sie uns, unseren Forderungen an die Verantwortlichen in Istanbul Nachdruck zu verleihen und unterstützen Sie unsere Petition!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen




Shop Kontakt Newsletter Linkliste Tierfreunde Nord Forum/Community -Tierheim ! Literatur-Tipps Himmlisch-gut.de Tiertafel Global 2000: Die Gebirge Europas + Das Mittelmeerbecken + Die Seen des grossen afrikanischen Grabenbruchs + Die Akaziensavanne Ostafrikas + Das Kongobecken + Die Kappellen + Die Wälder Madagaskars + Die Regenwälder der Malediven, Lakkadiven und Chagos-Inseln + Die Savannen und Grasländer des Terai-Duar + Die Wälder der Sundarbans + Die Sumpfwälder Borneos + Die Daurische Steppe + Die Sibirische Taiga + Das Bering-Meer + Die Wüste im Nordwesten Australiens + Das Great Barrier Reef + Die Wälder Neukaledoniens + Die Wälder der Haweii-Inseln + Die Osterinseln + Die Galapagos-Inseln + Die Prärien Nordamerikas + Die Chihuahua-Wüste + Die grossen Antillen: Kuba + Die Los-Llanos-Savanne in Kolumbien und Venezuela + Das Amazunasbecken + Die Patagonische Steppe + Die antarktische Halbinsel und das Wedell-Meer