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15.02.2009

Doping im Pferdesport




Doping im Pferdesport

Anwendung körperfremder Substanzen bzw. ihrer Umwandlungsprodukte bei Mensch oder Tieren mit dem Ziel der Beeinflussung der natürlichen und aktuellen Leistungsfähigkeit bei sportlichen Wettkämpfen fallen unter die Bezeichnung "Doping". Außer der Verabreichung chemischer Substanzen sind auch physikalische Mittel zur Leistungsbeeinflussung verboten.
(Nach E. Wiesner, R.Ribbeck in:
Lexikon der Veterinärmedizin, Enke-Verlag, 4.Auflage, 2000, S.358)

Was ist eine "verbotene Substanz"?
Eine verbotene Substanz ist eine Substanz, ihre Metaboliten und Isomere der Substanz sowie ihre Metaboliten, äußerlichen Ursprungs, unabhängig ob endogen oder nicht für das Pferd, und die enthalten ist auf der Liste der verbotenen Substanzen.
(Nach der Federation Equestre International, Vet.-Reg., FEI 1998).

In diesem Monatsthema finden Sie u.a. Antworten auf die folgenden Fragen:
Wo liegt der Unterschied zwischen Doping und einer verbotenen Substanz?
Wie verhalte ich mich als Tierarzt bei der Behandlung eines im Turniersport eingesetzten Pferdes?


Dopingformen
Es wird zwischen verschiedenen Formen des Dopins unterschieden. Worin Sie sich unterscheiden, können Sie hier nachlesen.

1. Doping auf Sieg
Beim Doping auf Sieg wird die natürliche Leistungsfähigkeit über das durch optimale Haltung und Training erreichbare Maß erhöht.

Der Leistungsbereich eines Pferdes wird in drei Kategorien eingeteilt:
- Normale Leistungsbereitschaft
- Trainingsreserven
- automom geschützter Bereich

Der autonom geschützte Leistungsbereich von 40 % bildet die Reserve für den Organismus. Dieser kann in lebensbedrohlichen Situationen kurzzeitig mobilisiert werden. Dabei fällt der Schutz des Kreislaufes und Bewegungsapparates vor Überbelastung weg. Wird die Leistungsgrenze eines Pferdes mit Hilfe von Dopingmitteln übrschritten, kann dies zu seinem Tod führen.

2. Doping auf Niederlage
Beim Doping auf Niederlage werden Neuroleptika und Ataraktika angewandt. Bereits geringe Dosen eines Neuroleptikums können die Leistung eines Pferdes stark beeinflussen. Jedoch bleiben auch oftmals die unerwünschten, gut sichtbaren Nebenwirkungen wie Nickhaut- und Penisvorfall nicht aus. Ataraktika bewirken u.a. eine Depression des ZNS und eine Abnahme des Muskeltonus.

Durch die Anwendung von Neuroleptika und Ataraktika verlieren die Pferde auch ihren Fluchtreflex, welcher bei einem Rennen letztendlich über Sieg oder Niederlage entscheidend mitwirken kann.

Als ein Beispiel für Doping auf Niederlage kann zum Beispiel das Ausschalten oder Abschwächen eines Konkurrenten genannt werden.

3. Doping zur Wiederherstellung der normalen Leistungsfähigkeit
... ist die medikamentöse Schmerzausschaltung zur Behebung von z.B. geringen, leistungseinschränkender Lahmheiten.

Oft verwendete, aber im Wettkampf verbotenen Substanzen zur Schmerzausschaltung sind:

Nichtsteroidale Antiphlogistika
Es handelt sich um Substanzen mit entzündungshemmender, analgetischer und antipyretischer Wirkung, wie u.a. Paracetamol, Metamizol, Salicylate (zentral analgetisch, gering entzündungshemmend), Phenylbutazon, Indometacin, Diclofenac, Flunixin (peripher entzündungshemmend)

Lokalanästhetika
Sie werden zur lokale Schmerzausschaltung z.B. bei Lahmheiten eingesetzt. Wird das Pferd dann im Sport eingesetzt, besteht die Gefahr der Verschlimmerung des Krankheitsprozesses.

Glucocortikoide
Sie werden aufgrund ihrer ausgeprägte antiinflammatorische, antiexsudativen, abschwellenden und konsekutiv analgetischen Wirkung eingesetzt. Es tritt aber nur eine rein symptomatische Besserung ein. Zusätzlich werden der Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel beeinflußt, so daß die Energiebereitstellung in Form von Glucose erhöht wird. Die Gabe von ACTH ist mit der Glucocortikoidgabe vergleichbar.

Dimethylsulfoxid (DMSO)
DMSO wird als Vehikel für Arzneimittel angewandt, wodurch deren perkutane Resorption erhöht wird. Selber besitzt es aber eine antiinflammatorische Wirkung und ist daher als eigenständige Dopingsubstanz zu bezeichnen.

4. Doping mit körpereigenen Substanzen

Blutdoping

Die FN und der DVR verbieten das sog. Blutdoping.
Die Menge an zirkulierenden roten Blutzellen bestimmt die Sauerstoffversorgung der Gewebe. Durch Zufuhr von Erythrozyten kann eine verbesserte Sauerstoffversorgung der Muskulatur und somit ein verzögertes Auftreten des Ermüdungsgefühls erreicht werden.

Nachgewiesen wird das Blutdoping durch Auffinden von Antikoagulantien im Blut, die dem Erythrozytenkonzentrat während der Lagerung zugesetzt worden sind.

Elektrolyte
Zum Ausgleich der Schweißverluste dürfen die Pferde kochsalzhaltiges Wasser TRINKEN. Es ist jedoch untersagt, ihnen Elektrolyte mit Hilfe einer Injektion oder Infusion zuzuführen.

Hydrogencarbonate
Sie sind die Alkalireserven des Körpers und bewirken eine Pufferung. Dadurch wirken sie der Laktatazidose entgegen.

Vitamine und Glucose
Auch diese Stoffe dürfen nur über das Futter verabreicht werden.

5. Physikalisches Doping
Zum physikalischen Doping zählen:
- Neurektomie
- Tracheotomie
- elektrische Reize
- Eispackung
- Akupunktur
- Ultraschall
- UV-Strahlen

und - Anbringen von spitzen Gegenständen am Sattel, an Peitsche oder Reitstiefel.

6. Unabsichtliches Doping
Durch Unkenntnis des gesamten Wirkungsbereiches eines Arzneimittels werden Pferde oft gedopt, ohne das sich der Besitzer oder der zuständige Tierarzt darüber im Klaren sind.
Dieses passiert oft beim Einsatz von Medikamenten wie:
- Antihistaminika
- Anthelminthika (Avermectine)
- ß-Blocker
- Lokalanästhetika
- Kombinationspräparate (Depotpenicilline)
- Perkutane Resorption nach lokaler Applikation (Kampfer, DMSO, Heparin, Antiphlogistika)

Doch leider: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

Maßnahmen zum Erschweren des Dopingnachweises
Diese Substanzen werden eingesetzt, um den Nachweis des eigentlichen Dopingmittels zu erschweren.

Dazu werden verwendet:
- Vitamin B1
- Sulfonamide
- Metamizol
- Diuretika

Wie oft wird ein Dopingfall nachgewiesen und welche Substanzen?
Die folgende Tabelle stellt eine Übersicht der von 1990 bis 1996 durch Medikationskontrolle der FN nachgewiesenen Substanzen (FN 1997).



Gesetze/ Bestimmungen
Das Dopingverbot basiert auf unterschiedlichen Gesetzen, Verordnungen und Bestimmungen.

Ausschnitt aus dem Tierschutzgesetz:
§ 3 Es ist verboten, ...


1b an einem Tier im Training oder bei sportlichen Wettkämpfen oder ähnlichen Veranstaltungen Maßnahmen, die mit erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind und die die Leistungsfähigkeit von Tieren beeinflussen können, sowie an einem Tier bei sportlichen Wettkämpfen oder ähnlichen Veranstaltungen Dopingmittel anzuwenden, ..... 11. ein Gerät zu verwenden, das durch direkte Stromeinwirkung das artgemäße Verhalten eines Tieres, insbesondere seine Bewegung, erheblich einschränkt oder es zur Bewegung zwingt und dem Tier dadurch nicht unerhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt, soweit dies nicht nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften zulässig ist.
- Vollständiger Gesetzestext - siehe: Gesetze

Ausschnitt aus den Leitlinien: Tierschutz im Pferdesport
1.
Im Pferdekörper darf zum Zeitpunkt eines Wettkampfes kein Pharmakon und keine körperfremde Substanz enthalten sein. Die Frage, ob ein Verstoß gegen § 3 Nr. 1 des Tierschutzgesetzes und damit eine Ordnungswidrigkeit vorliegt, ist durch Sachverständige, die zuständigen Behörden und letztlich die Gerichte im Einzelfall zu entscheiden.

2. Zur Begriffsbestimmung der Substanzen, die als Dopingmittel im Sinne dieser Leitlinie gelten, können jene Kriterien der Pferdesportverbände herangezogen werden, die von diesen in "Dopinglisten" oder als "unerlaubte Mittel` zur Verhinderung von "Doping" genannt werden. In den Auflistungen werden auch Substanzen genannt, von deren Verabreichung kein Schaden oder Nachteil für das Pferd zu erwarten ist. Das Tierschutzgesetz interpretiert anders als es durch die Verbände geschieht; "Dopingmittel" im Sinne dieses Gesetzes decken nur einen Aspekt der sehr umfangreichen Dopingproblematik ab. Die verbandsrechtlichen Bestimmungen berücksichtigen über die im Tierschutzgesetz angesprochenen Beweggründe hinaus weitere Kriterien. Es ist deshalb Aufgabe der Verbände, Dopingrichtlinien zu erlassen und ihre Ziele mit Hilfe ihrer Verbandsregeln zu verfolgen und durchzusetzen. Verstöße gegen die Dopingrichtlinien unterliegen verbandsinterner Ahndung; werden Tatsachen bekannt, die den Verdacht eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz rechtfertigen, sind die zuständigen Behörden unverzüglich zu unterrichten. 5. Zur Verhinderung von Doping sind Kontrollen erforderlich, die verbandsrechtlich geregelt sind. Sie erstrecken sich auf den Nachweis chemischer Substanzen ("Dopingmittel") und deren Metabolite, das Verbot von Eigenblut- und Sauerstoffbehandlung,
die tierärztliche Überwachung.

Die Feststellung der Anwendung eines "Dopingmittels" erfordert dessen Nachweis, wobei die zur Analyse kommenden Körperflüssigkeiten, z. B. Harn und/oder Blut, durch die individuellen Verbandsregeln vorgeschrieben werden.
- Vollständiger Gesetzestext - siehe: Gesetze

Ausschnitt aus dem Arzneimittelgesetz
§ 95 Strafvorschriften


(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ... 9.Arzneimittel, die nur auf Verschreibung an Verbraucher abgegeben werden dürfen, entgegen § 57 Abs. 1 erwirbt, 10.entgegen § 58 Abs. 1 Satz 1 Arzneimittel, die nur auf Verschreibung an Verbraucher abgegeben werden dürfen, bei Tieren anwendet, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen oder
- Vollständiger Gesetzestext - siehe: Gesetze
Arzneimittelrechtliche Vorschriften für Tierärzte und einschlägige Vorschriften anderer Rechtsbereiche
(Zrenner, K. M.; Paintner, K.)

Leistungsprüfungsordnung (LPO)
Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN), Warendorf
http://www.fn-dokr.de/

Trabrennordnung

Rennordnung
(Direktorium für Vollblutzucht und Rennen)
http://www.direktorium.de/

The International Rules of Polo (Amended 13.11.98)
(Gesamter Text (PDF-Download)
http://www.fippolo.com/downloads/RULESenglish.pdf


Vergleich der Dopinglisten der deutschen Pferdesportverbände
In der folgenden Tabelle werden die Dopinglisten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen (DVR), und der Trabrennordnung verglichen.

Soweit mir bekannt, gibt es im Polosport keine Dopingbestimmungen, zumindest nicht für die Pferde. Allerdings dürfen die Reiter laut den Internationalen Regeln vom 13.11.98 (A.1 (d)) nicht unter Drogen, Alkohol oder andere beeinflussende Substanzen stehen.



Die Angaben wurden zusammengetragen aus: Arzneimittelrechtliche Vorschriften für Tierärzte, K.Zrenner, K.Paintner, Stand: 1.9.2000

In der Tabelle verwendete Abkürzungen:
AM: Arzneimittel
GW: in der Liste sind bestimmte Grenzerte für die Urin - und Blutprobe angegeben

Karenzzeit
Tierärzte, die an Wettkämpfen teilnehmende Pferde behandeln, stehen vor jeder therapeutischen Handlung vor dem Problem, welches Arzneimittel sie verwenden können und bis zu welchem Zeitpunkt vor dem Wettkampf sie welches Mittel einsetzten können.

Die Teilnahme kranker Pferde an Wettkämpfen verbietet sich von selbst. Aber wie ist es bei der Behandlung von kleineren Verletzungen z.B. während des Transportes?

Es gibt keine genauen Angaben über die Nachweisbarkeit einer Substanz im Urin/Blut des Pferdes. Dazu kommt, daß auch die Nachweismethoden immer genauer werden, so daß es schwer sein wird, die Angaben immer auf dem aktuellsten Stand zu halten. Die Anwesenheit einer Substanz im Körper des Tieres hängt von mehreren Punkten ab:

-> Dosis des Arzneimittel
-> pharmakokologisches Verhalten (HWZ, Verteilungsvolumen)
-> Sensitivität der Nachweismethode
-> Eliminationszeit der Substanz, abhängig von:
-> pH-Wert des Harns
-> Leberfunktion
-> Interaktion verschiedener Substanzen
-> Gesundheitszustand des Tieres

Die oben erwähnten Punkte zeigen, daß es schwierig ist, für eine Substanz einen Zeitraum ähnlich der Wartezeit anzugeben, in dem es vor einem Wettkampf noch eingesetzt werden kann.

Diese Karenzzeit wäre der Zeitraum, in dem das Pferd nach der einmaligen Gabe einer Substanz nicht an den Start gehen darf. Die FN hat hierzu ein "Handbuch zur Medikation" herausgegeben, in dem folgende Tabelle enthalten ist. Diese Angaben entbinden aber nicht von der Verantwortung. Dabei handelt es sich lediglich um Richtwerte, die bei einer dennoch positiven Dopingproben nicht vor den Folgen schützen. Die auf den Beipackzetteln angegebene Wartezeit der Medikamente hängt nicht mit der Karenzzeit zusammen. Angaben zur Karenzzeit sind (noch) nicht auf dem Beipackzettel zu finden. Sie als behandelnder Tierarzt sollten den Tierhalter immer auf eventuelle Nachweisbarkeit bei einem Wettkampf hinweisen.



[1] SHINI, S., KLAUS, A. und H.-J. HAPKE: Dtsch. tierärztl. Wschr. (1997)

[2]KLAUS, A. und H.-J. HAPKE: Die Dopingproblematik im Pferdesport - Pharmakokinetik ausgewählter dopingrelevanter Antiphlogistika/Analgetika. Dtsch. tierärztl. Wschr. 101,331-338 (1994)

KLAUS, A. und H.-J. HAPKE: Natürliche und synthethische Glukokortikoide beim Sportpferd: eine Literaturübersicht. Dtsch. tierärztl. Wschr. 103,494-500 (1996)


Die Dopingprobe
Die zu untersuchenden Pferde werden z. B. entweder aufgrund der Plazierung (TRO) oder nach dem Losverfahren (EWU) bestimmt. Sollte ein begründeter Verdachtsfall vorliegen, kann der Turniertierarzt oder die Wettkampfleitung jederzeit eine Untersuchung bei dem entsprechenden Pferd anordnen. Klinische Verdachtsymptome wären unter anderem Einstichstellen, lokale Schwellungen, Übererregbarkeit, Zwangsbewegungen, Ganganomalien, Salivationshemmung, Hyper- und Hypothermie, Penisvorfall, Mydriasis oder auch sprunghafte Formverbesserung.

Die Probenentnahme

Der Vorgang der Probenentnahme ist streng vorgeschrieben. Die Verbände haben jeweils eine genaue Anleitung zur Probenabnahme. Nach Bekanntgabe der Dopinguntersuchung an einem bestimmten Pferd darf dieses bis zur Untersuchung nicht mehr ohne Aufsicht sein. Vor der Probenentnahme wird das Pferd eindeutig identifiziert und ihm eine Codenummer zugeteilt. Für die Untersuchung werden speziell von der Organisation an den Veranstalter geschickte einwandfrei verpackten Testkits verwendet. Diese enthalten alle benötigten Utensilien. In einem abgetrennten Bereich entnimmt der Turniertierarzt oder eine beauftragte Person unter Anwesenheit eines Verantwortlichen der Wettkampfleitung und einen für das Pferd Verantwortlichen die Urinproben. Kann nach einer festgesetzten Zeit (z.B: halbe Stunde laut FN) kein Harn gewonnen werden, darf statt dessen eine Blutprobe hier diesmal nur vom Tierarzt entnommen werden. Bei einem Verdacht auf Negativdoping wird immer auch eine Blutprobe entnommen. Somit werden zwei Probenbehälter für Urin, zwei Monovetten für die Blutproben und auch ein Spritzenbesteck gestellt. Die Urin- oder Blutprobe wird in zwei Behälter (Probe A und B) aufgeteilt, versiegelt und innerhalb von meist 24 Stunden an ein festgelegtes Dopinanalyselabor versand. Teilweise werden dafür spezielle Transportbehälter verwendet und auch Versandfirmen beauftragt, den Transport vom Turnierplatz bis zum Labor zu übernehmen.

Testverfahren

Im Labor werden die Proben auf Unversehrtheit kontrolliert. Probe A wird dann zur Untersuchung verwendet. Probe B wird gelagert. Nach eine Aufbereitung der Probenflüssigkeit werden Screening-Tests zur Übersichtsanalyse durchgeführt. Dabei werden hauptsächlich chromatographische und immunologische Methoden angewandt. Eine weitere Methoden ist z.B. die HPLC (Hochdruck-Flüssigkeits-Chromatographie). Sollte in der Übersichtsanalyse ein Hinweis auf eine Dopingsubstanz erscheinen, folgt eine substanzspezifische konfirmatorische Untersuchung. Die genauere Analyse wird dann mit einer spezifischeren Methode (z.B. GC/MS (Gaschromatographie /Massenspektrometrie)oder Flüssigkeitschromatographie) durchgeführt. Ist auch dieses Ergebnis positiv gilt die Probe als positv. Ausnahme: Bei Substanzen für die Grenzwerte für das Vorkommen im Urin/Blut festgelegt sind, werden weitere determinative Test durchgeführt (HPLC, GC). Nur wenn die Substanz den angegebenen Grenzwert überschreitet, gilt die Probe als positiv.

Positive Dopingprobe - und jetzt?
Ist das Ergebnis einer Probe positiv, wird der Verband und der Besitzer/Trainer des Pferdes informiert. Letzterer hat folgende Möglichkeiten:

1) Er akzeptiert das Ergebnis und die Folgen.

2) Innerhalb einer festgelegten Frist kann er eine Gegenuntersuchung der Probe B anfordern. Dabei kann er und ein von ihm benannter Experte während des gesamten Vorganges anwesend sein. Ist das Ergebnis dann negativ, gilt die Probe als negativ.

Folgen eine positiven Dopingprobe

Die Reitsportverbände und das Tierschutzgesetz bewerten eine positive Dopingprobe als Ordnungswidrigkeit des Reiters oder eines anderen Verantwortlichen, unabhängig davon, ob dieser von der Dopingverabreichung wusste oder nicht. Der DVR weist zusätzlich auch auf die Folgen einer positiven Dopingprobe eines im Training befindlichen Pferdes hin. Handlt es sich dabei um ein unerlaubtes Mittel, welches nicht im Medikamentenbuch eingetragen ist oder nicht aus therapeutischen Gründen angewandt worden ist, wird das Pferd für 6 Wochen bis 6 Monate gesperrt. Hier wird der Trainer zur Rechenschaft gezogen. Verstöße gegen die Bestimmungen werden durch Ordnungsmaßnahmen geahndet. Diese beeinhalten je nach Schwere des Falles:


Verwarnung
Geldbußen bis zu 25000 Euro
Zeitlich begrenzter oder dauernder Ausschluß von Turnieren/Rennen. Dabei werden nachträgliche Besitzerwechsel nicht beachtet.

Die Regeln der EWU (Erster Westernreiter Union Deutschland e.V.) besagen sogar, dass bei Bestätigung des Verdachtes oder bei Verweigerung der Kontrolle Reiter und Pferd für das laufende Jahr und das darauffolgende Jahr für alle Turniere gesperrt werden (EWU Regelbuch 2001, §274, S. 18).

Literaturverzeichnis
Zusammenstellung der zur Erstellung dieses Fokusthemas verwendeten Literatur.

Doping im Pferdesport und die Problematik für den behandelnden Tierarzt
M.Pick
Der praktische Tierarzt, 1993, 74:7, 613-618, 620
Doping im Pferdesport
F.R. Ungemach, M.Ch. Nürnberger
Handbuch Pferdepraxis, 1999, 65-80
Doping beim Pferd
M.Düe
Deutsche Tierärztliche Wochenschrift, 3/1998, 114-117
Die Dopingproblematik im Pferdesport - Pharmakokinetik ausgewählter dopingrelevanter Antiphlogistika/Analgetika
A.-M.Klaus, H.-J. Hapke
Deutsche Tierärztliche Wochenschrift, 8/1994, 331 - 340
Zur Geschichte und zum Begriff des Dopings im Pferdesport
F.Berschneider, W.Richer
Monatshefte für Veterinärmedizin, 1980, 35:19, 739-742
Doping beim Pferd
C.Schoene
1996, Ferdinand Enke Verlag
Leitlinien - Tierschutz im Pferdesport
Tierärztliche Umschau, 1993, 48:5, 282, 285-291

Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V.: LPO 2000 Direktorium für Vollblutzucht und Rennen: Rennordnung Hauptverband für Traberzucht- und Rennen e.V.: Durchführungsbestimmungen zur Feststellung und Verhinderung von Doping


Quelle:
http://www.vetion.de/focus

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