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16.02.2009

Ein dreckiger Giftcocktail

Ein dreckiger Giftcocktail

Verursacher: Der Mensch

Die Ursachen für die Verschmutzung der Meere mit chemischen Schadstoffen sind vielfältig. Dazu zählen Abwässer der Haushalte und der Industrie, Stoffe, die von Mülldeponien ins Meer sickern oder über Flüsse ins Meer eingetragen werden, Verunreinigungen der Luft, die über Regen und Flüssen ins Meer gelangen, Tankerunfälle, Reinigung der Öltanker auf offener See, Abflüsse von Bergbauarbeiten oder Einträge aus der Landwirtschaft (chemische Dünger, Insektizide, etc. die über Flüsse ins Meer gelangen).



Auswirkungen auf den Lebensraum
Zahlreiche Flüsse, Mündungsgebiete und Küstengewässer in der Nähe von großen Städten oder Industriegebieten sind eutrophiert und mit Schwermetallen kontaminiert. Giftige Algenblüten nehmen in der Nähe von Mündungsgebieten und Buchten deutlich zu.

Die Auswirkungen chemischer Verschmutzung auf Wale und Delfine gehen von direkten Vergiftungen bis hin zur Beeinträchtigung und Zerstörung wichtiger Lebensräume. Langlebige organische Verbindungen, u.a. Pestizide, wie z. B. das DDT, und so bekannte Industriechemikalien wie die PCB (Polychlorierte Biphenyle) gelangen in die marine Umwelt und reichern sich bis zum Ende der Nahrungskette, an dem Wale und Delfine stehen, an.

Das Thema der chemischen Verschmutzung spielt bei zahlreichen WDCS-Schutzprojekten eine Rolle. Wir erforschen den Kontaminationsgrad der Tiere und informieren Entscheidungsträger. Unser Ziel ist es, den Lebensraum Meer vor weiterer Verschmutzung zu bewahren.


Auswirkungen von Giftstoffen auf Wale und Delfine

Jene Stoffe, die vermutlich am gefährlichsten für Meeressäuger sind, sind Chemikalien, die über einen langen Zeitraum im Meer verweilen und sich im Zuge der Nahrungskette anreichern.




Zu diesen Stoffen gehören Pestizide, wie DDT, und aus der Industrie stammende Chemikalien, wie die berühmten PCBs. In der wissenschaftlichen Literatur finden sich immer mehr Berichte über hohe Konzentrationen dieser Stoffe in Meeressäugetieren. Zu den höchsten Konzentrationen, die in wild lebenden Tieren gefunden wurden, zählen jene in Delfinen, die vor der Ostküste der USA und vor der Westküste von Großbritannien vorkommen.

Die Folgen dieser extremen Belastung mit Schadstoffen sind Schäden des Fortpflanzungsapparats und des Immunsystems der betroffen Meeressäuger und anderer Arten. Mit Schadstoffen in Verbindung gebrachte Reproduktionsfehler, wie auch schwere Missbildungen des Uterus, sind von Robbenarten bekannt, bei Walen und Delfinen gibt es jedoch diesbezüglich kaum Untersuchungen. Auch wurden von Chemikalien hervorgerufene unterdrückte Reaktionen des Immunsystems bei Robben nachgewiesen und es wird vermutet, dass dies bei Walen und Delfinen nicht anders ist. Und tatsächlich, die Massensterben bei Wal- und Delfinpopulationen der letzten Jahre (auch das Massensterben von Großen Tümmler in den USA im Jahre 1987), und der Tod von zahllosen Robben in Europa im Jahre 1988 stehen mit großer Wahrscheinlichkeit in Zusammenhang mit chemischer Meeresverschmutzung.

Änderungen im Gleichgewicht der Sexualhormone (mit Auswirkungen auf das normale sexuelle Verhalten und die Entwicklung der Sexualorgane) und die Induktion von Krebs werden mit langlebigen Schadstoffen in Verbindung gebracht. Diese Auswirkungen wurden bei marinen Räubern, die an der Spitze der Nahrungskette stehen, wie zum Beispiel der im St. Lawrence Strom lebenden Belugas, und kürzlich auch bei Polarbären in der Arktis nachgewiesen. Dies deutet darauf hin, dass signifikante Konzentrationen an Schadstoffen sogar die abgelegenen Polarregionen erreichen.

Kumulative Wirkung
Weltweit mehren sich Berichte über durch Viren oder Bakterien verursachte Krankheiten bei Walen und Delfinen sowie über eine Zunahme giftiger Algenblüten im Meer. Die immuntoxikologischen Auswirkungen einiger Stoffe wurden mit dem Massensterben von Meeressäugern in Verbindung gebracht. Es ist möglich, dass diese zunehmenden und kumulativen Beeinträchtigungen sowie die derzeitigen Trends der Klimaveränderung Wale und Delfine für Krankheiten anfälliger machen

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