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17.02.2009

Flussdelfine

Flussdelfine

Zu den insgesamt ehemals fünf bekannten Flussdelfinarten gehört der Baiji – die erste Delfinart, die durch den Menschen vermutlich ausgestorben ist. Zwei der verbleibenden vier Arten kommen in den Flusssystemen des Ganges und Indus in Asien vor. Der Inia lebt in Südamerika in den Gewässern des Amazonas und Orinoco.

Amazonas-Delfin



Wissenschaftlicher Name: Inia geoffrensis
Andere Namen: Boto, Inia, Bufeo (Kolumbien), Tonina (Orinoko), Rosa Delfin
Englische Bezeichnung: Amazon river dolphin
Spanischer Name: delfín rosado

Taxonomie
Klasse: Mammalia
Ordnung: Cetacea
Unterordnung: Odontoceti
Familie: Iniidae
Gattung: Inia
Spezies: geoffrensis

Verhalten
Amazonas-Delfine sind langsame Schwimmer und wurden beim Bugwellenreiten vor langsamen Schiffen beobachtet, obwohl sie nur stellenweise zutraulich sind. Am aktivsten sind sie früh morgens und am späten Nachmittag, dann durchpflügen sie die Wasseroberfläche und vollführen kleine Sprünge. Sie bilden kleine Gruppen und nicht selten kommen sie vereinzelt oder mit wenigen Artgenossen gemeinsam vor.

Globale Verbreitung
Amazonas-Delfine kommen in zahlreichen großen Flusssystemen Brasiliens, Boliviens, Kolumbiens, Guyanas, Ekuadors, Perus und Venezuelas vor. Vor allem Wasserfälle und Stromschnellen, Kraftwerksstaudämme und Veränderungen des Wasserstands setzen der Ausbreitung und Bewegungsfreiheit der Delfine Grenzen. Regen- und Trockenzeit verursachen alljährlich um bis zu 14 Meter schwankende Pegelstände der Flüsse. Die Migration der Beutefische spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der jahreszeitlichen Verbreitung der Delfine.

Morphologie
Amazonas-Delfine sind die größten Flussdelfine. Neugeborene sind zwischen 75 und 89 cm lang und wiegen ca. 75 kg. Ausgewachsene Tiere messen zwischen 1,8 und 2,5 Metern bei einem Gewicht von ca. 85 bis 160 kg. Der Körperbau des Amazonas-Delfins ist recht plump und wird zur Schwanzflosse hin schmaler. Die kugelige Stirn mündet in eine lange, schmale Schnauze, die an Ober- und Unterkiefer Sensor-Borsten trägt, mit denen der Delfin in den trüben Tiefen des Flusses seine Nahrung aufstöbert. In Ober- und Unterkiefer sind jeweils zwischen 46 und 70 Zähnen. Die Brustflossen sind breit und ruderförmig und die Fluke ist breit und dreieckig. Anstelle einer herausragenden Rückenfinne besitzt der Amazonas-Delfin einen niedrigen Kamm und einen Buckel entlang der Wirbelsäule. Die Körperfärbung variiert bei den einzelnen Tieren von Pink, Grau oder Grauweiß oder einer Mischung aus allen drei Farben.

Gefährdung
Die größte Gefährdung für den Amazonas-Delfin sind vom Menschen herbeigeführte Veränderungen des Lebensraumes, u. a. Deichbau, sowie das Verfangen und Ertrinken in Fischernetzen. In einigen Gebieten werden die Tiere verehrt, in anderen gelten sie als Konkurrenten der Fischer und werden zuweilen gezielt getötet.

Bestand
Für diese Art gibt es keine Bestandszahlen, obgleich man von einem Bestand im Bereich von Zehntausenden ausgeht.

WDCS co-finanziert derzeit ein umfassendes Projekt zur Bestandsschätzung in den großen Flusssystemen der südamerikanischen Andenstaaten. Das Projekt ist das erste seiner Art und hilft bei der Beschaffung wichtiger Informationen über die Populationen.

Schutzmaßnahmen
CMS Anhang II
IUCN – Gefährdet

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