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16.02.2009

Klimawandel

Klimawandel

Die Reduktion der Ozonschicht ist ein sehr ernstes Problem, da sie das Eintreffen zusätzlicher, zum Teil gefährlicher Sonnenstrahlung auf der Erdoberfläche ermöglicht.

Eine weitere Bedrohung weltweiten Ausmaßes für die Tierwelt der Ozeane, die globale Erwärmung, ist auf eine Anreicherung der so genannten Treibhausgase in der Atmosphäre zurückzuführen.



Sind Planktonarten vom Klimawandel betroffen, so kann dies einen Schneeball-Effekt auf alle Glieder der marinen Nahrungskette bewirken.

Arten wie Grönlandwale, die bei der Nahrungssuche vollständig abhängig von Eiskanten sind, dürften durch den Verlust von Eis besonders empfindlich betroffen.

Der globale Temperaturanstieg kann sich auch auf die nährstoffreichen Auftriebsgebiete auswirken. Daraus resultiert möglicherweise eine erhöhte Anzahl an Phytoplankton-Blüten. Einige Phytoplankton-Arten produzieren Giftstoffe, die Walen und Delfinen gefährlich werden können.

Die erwartete Zunahme des Niederschlags in höheren Breiten ist eine weitere Folge der Klimaerwärmung. Dies könnte dazu führen, dass größere Mengen von Schadstoffen über Flüsse in das Ökosystem der arktischen Meeresregionen gelangen.


Hintergrundinformationen zum Klimawandel

Als Raubtiere am Ende der Nahrungskette können einige Meeressäugetiere sehr hilfreiche Indikatoren für den Klimawandel sein. Speziell der Zusammenhang einiger Arten mit dem polaren Eis und anderen Gebieten hoher Produktivität macht sie sehr nützlich, um Veränderungen in der arktischen Nahrungskette zu verstehen, welche aufgrund von Klimaänderungen erfolgen.

90 Prozent der überlebenden Großwale unserer Erde suchen die Antarktis zur Nahrungssuche auf - eine Region, die in den letzten 50 Jahren einen Temperaturanstieg von 2% erlebt hat. Ein weiterer Anstieg der Meerestemperatur von 1,3°C auf 5,8°C wird während der nächsten 100 Jahre erwartet. Diese Temperaturenanstiege treten sehr wahrscheinlich viel schneller als vergangene Änderungen des Klimas in der Geschichte der Erde auf, bei denen die Arten oft in der Lage waren, sich den Veränderungen anzupassen und sich im Zuge dieser zu entwickeln. Man ist weit davon entfernt mit Sicherheit sagen zu können, welche Pflanzen- und Tierarten imstande sein werden, sich in dieser speziellen Zeit des Klimawandels schnell genug anzupassen.



Im Juni 2004 verkündete eine UN Organisation, dass amerikanische Wissenschaftler einen „alarmierend schnellen Anstieg“ von Kohlendioxid, dem fossilen Brennstoffen entstammenden Schadstoff, der für die Erderwärmung verantwortlich gemacht wird, in der Luft bemerkt haben. Die Höhe an im März 2004 gemessenem CO2 auf Mauna Loa, Hawaii, betrug 379 ppm (parts per million), ein Anstieg von 3 ppm während des vergangenen Jahres. Im Vergleich dazu gab es einen Anstieg von nur 1,8 ppm während des letzten Jahrzehnts. Die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre vor der industriellen Revolution betrug nur 280ppm. Im Oktober 2004 meldete Dr. Keeling vom Maula Loa Observatorium, dass ein möglicher Grund für den beschleunigten jährlichen Anstieg von CO2 „positive Rückkoppelung“ sein kann; scheinbar können die CO2-Sinken der Welt, wie z. B. die Wälder, das zusätzliche CO2 nicht mehr absorbieren. Der Anstieg an CO2 in der Atmosphäre kann in den nächsten 100 Jahren auch zur Säuerung der Weltmeere führen.

Es wird erwartet, dass der Temperaturanstieg am schnellsten in höheren Breiten stattfindet und somit die polaren Gebiete besonders gefährdet sind. Im Sommer 2004 verzeichneten Forscher des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven für sechs Wochen an Bord des mit Spezialinstrumenten ausgerüsteten Schiffes Polarstern Temperaturen in der West-Spitzbergen-Strom (Meeresströmung entlang der Westküste von Spitzbergen), einem Gebiet, in dem warmes Wasser vom Atlantik in den arktischen Ozean strömt. Das Institut berichtete, dass sich das Wasser in der Framstraße seit dem Jahr 1990 kontinuierlich erwärmt und dass während der vergangenen drei Jahre durch Satellitenaufnahmen ein „klarer Rückgang“ der Eisdecke in der Beringstraße und im Beringmeer dokumentiert wurde.

Das Abschmelzen des Eises in den Polregionen bewirkt wahrscheinlich eine Abnahme der Salinität (des Gehalts an Meeressalz). Ein Ansteigen des Meeresspiegels wird mit einer Kombination von Eisverlust und der thermischen Ausbreitung der Ozeane in Verbindung gebracht. Die veränderte Temperatur und der reduzierte Salzgehalt der Meere wird nicht nur direkte Auswirkungen auf Cetacea (Wale und Delfine) haben, sondern es werden auch das Überleben, die Fortpflanzung und die Verbreitung ihrer Beutetiere beeinflusst. Es ist klar, dass die kombinierten Auswirkungen solch unterschiedlicher Einflüsse auf das Leben und Überleben der Wale sehr schwer vorauszusagen ist.

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie die Klimaveränderungen Cetacea beeinflussen können, sowohl direkt, als auch indirekt durch ihre Beutetiere. Eine weitere potentielle Gefahrenquelle sind die kumulativen Wirkungen verschiedener Faktoren, die sich negativ auf einzelne Individuen und Populationen auswirken. Beispiel dafür ist die Belastung einzelner Tiere oder ganzer Populationen durch chemische Umweltverschmutzung, die eine Schwächung des Immunsystems zur Folge hat, was die Tiere wiederum anfälliger für alle Arten von Krankheiten macht, die mit einer Erwärmung des Meereswassers in Verbindung gebracht werden. Auch werden in vielen Klimamodellen eine Zunahme und Verstärkung der Stürme vorhergesagt. Kranke oder geschwächte Wale mit einem schwachen Immunsystem sind möglicherweise nicht in der Lage, schwere Stürme zu überleben.

Die Einflüsse der Klimaveränderungen auf die marine Umwelt werden mit großer Wahrscheinlichkeit vielfältig sein, mit einigen bereits vorhergesagten Effekten, die tiefgründige Folgen für sowohl die marine als auch terrestrische Ökologie haben. Einige Wissenschaftler sagen beispielsweise voraus, dass, wenn die Eiskappen zu schnell abschmelzen, der Zufluss an Süßwasser in die Ozeane in großem Maße Veränderungen in der Struktur der Meeresströmungen bewirken kann. Auf der Nordhalbkugel könnte eine Umleitung des Golfstroms zu viel kälteren Temperaturen in Nordeuropa führen. Eine der vielen Konsequenzen davon könnte sein, dass Arten, die an wärmere Bedingungen angepasst sind, versuchen, aus ihren bestehenden Lebensräumen abzuwandern. Forscher zeigten kürzlich auch, dass der Meeresspiegel schneller an den Küstenlinien der Erde zu steigen scheint als im offenen Ozean. Dies könnte Einflüsse auf die Habitate von küstennahe lebenden Walen und Delfinen haben. Um Auswirkungen auf El Niño- und La Niña-Zyklen und somit den Einfluss dieser auf marine Ökosysteme beurteilen zu können, ist weitere Forschung notwendig.

Weitere wissenschaftliche Forschungen, inklusive Freilandstudien, müssen speziell auf das Verständnis für die vielen Auswirkungen des Klimawandels auf Cetacea ausgerichtet werden. Nur dann können Regierungen, Institutionen und einzelne Personen spezifische Schutzmaßnahmen initiieren, die diese Arten zu schützen helfen. Dennoch ist es noch wichtiger, Maßnahmen zu ergreifen, um die Produktion und Freigabe von Treibhausgasen in die Atmosphäre zu stoppen oder einzuschränken.


Schwinden der Ozonschicht

Die Reduktion der Ozonschicht ist ein sehr ernstes Problem, da sie das Eintreffen zusätzlicher, zum Teil gefährlicher Sonnenstrahlung auf der Erdoberfläche ermöglicht.



Polare Meere sind zu bestimmten Zeitpunkten des Jahres biologisch hochproduktiv. Ein maximales Nährstoffangebot und die Intensität des Sonnenlichts im Frühling ermöglichen die großen Planktonblüten, die ihrerseits für das außergewöhnlich hohe Aufkommen von Tieren zu dieser Zeit verantwortlich sind. Hierzu gehören auch die großen Wale, die zum Fressen in die Arktis oder Antarktis wandern. Die Verringerung der atmosphärischen Ozonschicht findet nun hauptsächlich über den Polen statt, wo sich zu bestimmten Jahreszeiten regelrechte Ozonlöcher bilden. Der Höhepunkt der biologischen Produktivität in diesen Regionen fällt aber mit dem Zeitpunkt der geringsten Ozonkonzentration zusammen. Zu solchen Zeiten sind besonders die Erhöhungen der die Wasseroberfläche erreichenden ultravioletten (UV) Strahlung (speziell der innerhalb des UV-Spektrums gefährlichsten UV-B-Strahlung) von größter Bedeutung. Wissenschaftliche Experimente haben gezeigt, dass pflanzliches Plankton durch UV-Strahlung abgetötet wird und die biologische Produktivität mit enormen Auswirkungen auf die gesamte Nahrungskette verringert wird.

Wale wandern beispielsweise in die arktischen oder antarktischen Ozeane um sich von den dort sehr üppigen Quellen an Plankton und kleineren Fischen zu ernähren. Wenn pflanzliches Plankton durch UV-B-Strahlung abgetötet wird, wird sich das davon abhängige tierische Plankton ebenfalls vermindern. Folglich wird die Nahrungsversorgung der Wale ernsthaft beeinträchtigt werden.

Während marine Ökosysteme aufgrund erhöhter UV-B-Werte hauptsächlich in Bezug auf ihre verminderte Produktivität betroffen wären, unterliegen die Meerestiere direkten Einflüssen. So sind beispielsweise Fischeier und -larven klein und durchsichtig und befinden sich oft an der Wasseroberfläche. Unter Berücksichtigung direkter Einwirkungen auf diese frühen Stadien tierischen Lebens und zusätzlicher verstärkender Effekte wurde geschätzt, dass eine 16%ige Verminderung der Ozonschicht eine 7%ige Reduktion des weltweiten Fischertrages bewirken würde. Dies hätte ernste Konsequenzen sowohl für die Fischereiwirtschaft als auch für die Fisch-fressenden Meerestiere.

Globale Erwärmung

Die Temperatur, derer man sich auf der Oberfläche unseres Planeten erfreuen darf, ist natürlich zunächst einmal ein Resultat der dort ankommenden Sonnenstrahlung. Während nun die Ozonschicht eine Abschirmung schädlicher Strahlung darstellt, sind bestimmte Gase dabei behilflich, einen Teil der Wärmeenergie in der Atmosphäre zurückzuhalten. Diese Gase, zu denen auch Kohlendioxid gehört, sind unter dem Begriff "Treibhausgase" bekannt geworden. Sie stellen gewissermaßen eine Decke dar, die den Planet warm, aber nicht zu warm hält. Was passiert nun, wenn wir zusätzliche "Decken" hinzufügen, z.B. durch einen übermäßigen, bei verschiedensten unserer Aktivitäten entstehenden Ausstoß von Kohlendioxid in die Atmosphäre? Die mittlerweile allgemein anerkannte Antwort ist die, dass eine globale Erwärmung stattfinden wird.



Der Nachweis dieser stattfindenden Erwärmung hat sich als sehr schwierig herausgestellt. Ein Grund dafür ist, dass das Klima auf der Erde (sogar ohne unsere Mitwirkung) großen Schwankungen unterliegt und dass mit der Unterscheidung weltweiter Klimaänderungen von ganz normalen Abweichungen StatistikerInnen tatsächlich alle Hände voll zu tun haben. Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Aufwärmung nicht einfach gleichmäßig auf unserem Planeten stattfinden wird. Die atmosphärischen und klimatischen Kreisläufe verhalten sich nun einmal anders. Daher kann z.B. unbeständiges Wetter sowohl ein Resultat allgemeiner Erwärmung als auch außergewöhnlich warmer Trockenperioden sein.

Um die verschiedenen Einflüsse des weltweiten Temperaturanstieges voraussagen zu können und auch ihre Existenz als solche zu beweisen, wurden sehr komplizierte Computermodelle der Atmosphäre unseres Planeten erstellt. In der Tat funktioniert die Atmosphäre nicht unabhängig von den Ozeanen - die Zirkulationen beider Systeme sind eng miteinander verbunden. Aus diesem Grund ist man im Stande, die wahrscheinlich in den Meeren stattfindenden Veränderungen, die selbst eng an vorhergesagte regionale Wetteränderungen gekoppelt sind, in einem gewissen Umfang vorauszusagen.

So können sich der Meeresspiegel, die Meerestemperaturen und -strömungen ändern. Dies wiederum wird den Nahrungsfluss, das Wachstum pflanzlichen Planktons und das Angebot an Beutetieren beeinflussen. Nochmals - gerade weil Cetaceen (Waltiere) als Räuber am Ende der Nahrungskette in den Ozeanen stehen, sind sie besonders anfällig. Jede Änderung der Kette, egal ob sie durch Erwärmung, Abbau der Ozonschicht, Verschmutzungen oder andere Einflüssen verursacht wurde, wirkt letztendlich auf sie ein. Eine andere Auswirkung von Wasserströmungen - und man muss sich der Tatsache bewusst sein, dass das Meer aus unterschiedlichen Wassermassen mit eigenen physikalischen (inklusive der Temperatur) und chemischen Eigenschaften besteht - ist die, dass Cetacea ihr Heimatgebiet plötzlich verändert vorfinden könnten. Gewässer, die sie zu bestimmten Zeitpunkten ihres Lebens bevorzugen oder sogar benötigen, können praktisch auf einmal nicht mehr existieren. So benötigen Cetacea beispielsweise wärmere Gewässer für ihre Kälber, weshalb es trotz der eher schlechten Kenntnis der Wanderrouten von Walen rund um Großbritannien wahrscheinlich ist, dass manche Populationen in Abhängigkeit von der Jahreszeit Wanderungen von kälteren in wärmere Gewässer und zurück unternehmen. Man könnte nun erwarten, dass diese hochmobilen Tiere flexibel genug sind, um bis zu einem gewissen Grad auf Veränderungen reagieren zu können, aber wir kennen den Umfang ihrer Anpassungsfähigkeit, der zudem von Art zu Art variieren dürfte, nicht genau. Es ist auch möglich, dass einige jahreszeitlich bedingte Zyklen, denen Cetacea zumindest zu einem gewissen Grad scheinbar folgen, für sie nicht mehr wahrnehmbar sein werden.

Die möglichen Einflüsse globaler Änderungen der Erdatmosphäre umfassen:

Einflüsse auf die Nahrungskette - vermindertes Angebot an Beutetieren;
Änderungen des Heimatgebietes - geringere Eignung für die Tiere;
Veränderte Lebensweisen - geringere
Überlebensfähgkeit/Fortpflanzungsraten;
Direkte Schädigungen - Krebs, Katarakt (Grauer Star) usw.
Es ist wichtig, sich bewusst zu werden, dass ein weltweiter Temperaturanstieg nicht - wie anscheinend häufig vermutet - einfach ein mediterranes Klima für Großbritannien zur Folge hätte. Tatsächlich deuten die neuesten Voraussagen in eine entgegengesetzte Richtung. Der Golfstrom, eine gewaltige Strömung von warmem Wasser, die sich momentan entlang der westlichen Seite der britischen Inseln hinaufbewegt, könnte nachlassen. Er ist jedoch teilweise für die in Westeuropa vorherrschende Wärme verantwortlich. Die Großen Tümmler des Moray Firth sind nun die Cetacea, für die eine dadurch verursachte Temperaturverringerung am offensichtlichsten ein Risiko bedeutet. Sie stellen schon jetzt die nördlichsten aller bekannten Populationen Großer Tümmler dar und werden in großem Umfang von Hautkrankheiten heimgesucht. Eine zusätzliche Verschlechterung der Qualität ihres Heimatgebietes könnte sie tatsächlich an den Rand der Ausrottung bringen.


Einfluss des Klimas auf Beutetiere

Aktuelle Forschungsergebnisse sagen voraus, dass eine Verdopplung der Treibhausgase seit vorindustrieller Zeit einen Abbau des Eises der Südhalbkugel um mehr als 40% während der nächsten 100 Jahre bewirken kann. Dieser großflächige Verlust an Eis könnte möglicherweise zu einem Rückgang von wichtigen Krill-Populationen führen, die mit der Eiskante in Zusammenhang stehen. Der Eisverlust kann auch zu anderen Veränderungen des Ökosystems führen und negative Auswirkungen haben, die möglicherweise den Rückgang dieser Populationen noch verstärken. Beispielsweise könnten Krilllarven durch den Rückgang an Eis den nötigen Schutz vor Raubtieren verlieren. Krill stellt die Hauptnahrungsquelle für Bartenwale der südlichen Hemisphäre dar und das Fehlen dieser Futterquelle hätte mit Sicherheit negative Auswirkungen auf die davon abhängigen Wale.

Veränderungen der Oberflächentemperatur der Meere können auch einen starken Einfluss auf Krebstiere wie Calanus finmarchicus haben, ein wichtiger Bestandteil der Nahrung des Nördlichen Glattwals und des Grönlandwals auf der Nordhalbkugel.

Es ist wahrscheinlich, dass eine große Vielzahl von Plankton-Arten von dem durch Menschen verursachten Klimawandel betroffen ist. Einige Wissenschaftler glauben, dass es eine in Richtung der Pole verlagerte marine Produktivität geben wird. Dies steht in Zusammenhang mit zunehmend längeren sommerlichen Jahreszeiten in den höheren Breiten. Die Verbreitung und das Vorkommen von Walarten werden letztendlich von der Verbreitung und Menge ihrer Beute abhängen.


Auswirkungen des Verlusts von Meereseis



Arten wie Grönlandwale, die bei der Nahrungssuche vollständig abhängig von Eiskanten sind, dürften durch den Verlust von Eis besonders empfindlich betroffen sein. Der Erfolg des Grönlandwals bei der Nahrungssuche ist sehr eng vom arktischen Ökosystem abhängig. Sein Überleben hängt von Veränderungen in der Eisdecke, dem Eisaufbruch im Frühling sowie Algenblüten und der Menge von Beutetieren ab. Grönlandwale, Belugas und Narwale werden alle stark von Veränderungen in der Verteilung oder der Menge ihrer Beutetiere in diesen Gebieten betroffen sein. In der Tat wird die Möglichkeit dieser Walarten, angemessene und verlässliche Konzentrationen an Zooplankton (mikroskopisch kleine Meerestiere) in wärmeren Gewässern zu finden, ihre Wanderungen und eine mögliche Neuverteilung insgesamt bestimmen. Wenn Planktonarten von klimatischen Veränderungen betroffen sind, könnte dies zu Dominoeffekten in der Nahrungskette führen. Beispielsweise können andere Beutetiere der Wale wie zum Beispiel der Plankton fressende arktische Dorsch darunter leiden, der eine wichtige Beute für Narwale und Belugas ist.

Die globale Erwärmung und mögliche Veränderungen der Windrichtungen könnten ebenfalls die Verteilung von Gebieten mit „offenem Wasser“ (Polynyas) in der Polar-Eisdecke beeinflussen. Dunkle Polynyas enthalten oftmals erhebliche Menge an Phytoplankton. Walarten, die Eiskanten für die Nahrungssuche nach Plankton nutzen, könnten durch den Rückgang dieser Fundorte nachteilig beeinflusst werden.

Die Kombination von Klimawechsel, Subsistenz-Walfang und anderen Faktoren hat die Internationale Walfang Kommission (IWC) veranlasst, die Grönlandwale in der östlichen Arktis und dem Ochotskischen Meer, sowie Belugas und alle Bestände an Narwalen als besonders gefährdet einzustufen. Obwohl sich einige Arten wie z.B. der Grönlandwal in der Vergangenheit den klimatischen Veränderungen erfolgreich anpassen konnten, ist es in diesem Fall die rasche Erwärmung, die eine große, wenn überhaupt zu bewältigende Herausforderung an ihre evolutionäre Anpassungsfähigkeit darstellt. Tatsächlich kann die Untersuchung der saisonalen Verteilung von Grönlandwalen und Belugas hier ein nützlicher Weg sein, um die ökologischen Auswirkungen von arktischem Klimawandel zu messen. Es wird stark bezweifelt, dass sich Grönlandwale an das Leben in eisfreiem Wasser anpassen können.
Es ist auch vorhergesagt worden, dass eine Verringerung des arktischen Eises dazu führen kann, dass die Nordwest-Passage und die russische Route der Nördlichen See ca. 100 Tage pro Jahr eisfrei werden. Dies kann mehrere bedenkliche Auswirkungen haben, darunter eine Zunahme des Schiffsverkehrs, der Ausbeutung von Bodenschätzen, der Industrie, des Lärms und der chemischen Verschmutzung. Die Region von Lancester Sound im Osten der Nordwest-Passage, und die North Water Polynya der nordischen Baffin Bay sind besonders wichtig für Meeressäugetiere und Vögel. Lancaster Sound ist ein wichtiges Sommerhabitat und ein wichtiger Wanderweg für Belugas und Narwale. Saisonale Veränderungen der Eisdecke und menschliche Aktivität in solchen Gebieten können die Wanderungen der Wale derart einschränken, dass die Vermischung des Erbgutes beeinflusst wird. Zum Beispiel helfen die Wandermuster von Belugas zwischen Winterplätzen, wo sie sich fortpflanzen, und Sommerplätzen, an denen die Wale Nahrung finden, geographisch getrennte Bestände aufrechtzuerhalten. Diese Struktur der getrennten Bestände hilft, genetische Vielfalt in der Arktis zu erhalten. Es ist nicht abzusehen, wie Wanderungen und die Wahl von Winter- und Sommerplätzen sich in einer warmen Arktis verändern.

Es ist zu erwarten, dass die errechnete Temperaturerhöhung und der Verlust an Eis in den Polarregionen ozeanische Strömungen und den Salzgehalt verändern. Dies kann dazu führen, dass einige Meeresarten in Gebiete mit höherem Salzgehalt flüchten, zum Beispiel dorthin, wo sie echte „ozeanische“ Bedingungen vorfinden.

Robben und Eisbären, die das Eis als Plattform nutzen, um ihre Jungen zur Welt zu bringen, sie aufzuziehen und zu ruhen, werden ebenfalls vom Klimawandel und Verlust an Eis betroffen sein.



Die Erhöhung des Meeresspiegels durch Abschmelzen der Polkappen wird zweifellos einige Küstenregionen betreffen, die besonders wichtig für die Fortpflanzung, die Nahrungsaufnahme oder die Wanderungen der Wale sind. Es ist wahrscheinlich, dass die Erhöhung des Meeresspiegels einige Walbestände aus für sie lebenswichtigen Lebensräumen verdrängen wird.


Krankheiten und die Säuerung der Meere

Der globale Temperaturanstieg kann sich auch auf die nährstoffreichen Auftriebsgebiete auswirken. Daraus resultiert möglicherweise eine erhöhte Anzahl an Phytoplankton-Blüten (Phytoplankton sind mikroskopisch kleine marine Pflanzen), von denen viele Giftstoffe produzieren. Solche Algenblüten werden mit dem Tod von Meereslebewesen überall auf der Welt in Verbindung gebracht. Verringerte Krankheitsimmunität durch Verschmutzung mit organischen Chlorverbindungen sowie ein warmer Winter mit geringen Regenfällen sind wahrscheinlich zwei (von verschiedenen) Einflüssen, die zu Massensterben geführt haben.

Die Bedeutung des Ozonrückgangs und seine Auswirkungen auf Wale und Delfine werden ebenfalls kaum verstanden. Neben anderen Effekten könnte eine verstärkte Konzentration des auf die Erde strahlenden ultravioletten Lichts die Nahrungsverfügbarkeit der Wale und Delfine beeinflussen, oder sogar das Krebsrisiko für Wale und Delfine erhöhen.

Wissenschaftler in den USA haben kürzlich außerdem noch eine erhebliche Verminderung des pH-Wertes der Weltmeere in den nächsten drei Jahrhunderten vorhergesagt, also eine Säuerung der Meere. Für das Jahr 2300 wurde eine Senkung des pH-Wertes um 0,7 Einheiten vorhergesagt. Wie die globale Erwärmung ist auch dies nicht das erste Mal in der Erdgeschichte. Beides, die globale Erwärmung genauso wie die Vergiftung der Meere, wird von den steigenden CO2-Emissionen hervorgerufen; wenn sich Kohlendioxid darin auflöst, wird das Meer sauer. Der Unterschied zwischen der Säuerung, die zur Zeit stattfindet, und Vorkommnissen vergangener Zeiten, ist, dass die zurückliegenden Geschehnisse sich über einen Zeitraum von Millionen von Jahren erstreckt haben, in langsamen Prozessen, die mit tektonischen Entwicklungen und biologischer Evolution zusammenhingen.

Obwohl bisher wenige Forschungsergebnisse über das Phänomen der Meeressäuerung veröffentlicht wurden, wird erwartet, dass Korallenriffe, Kalkplankton und andere Organismen, deren Skelette oder Schalen Kalziumkarbonat enthalten, am stärksten von einem „Erosionsprozess“ durch saures Wasser betroffen wären. Obwohl die größte Veränderung des pH-Wertes nahe der Oberfläche des Ozeans erwartet wird, können jene Organismen, die in der Tiefsee leben, besonders empfindlich darauf reagieren. Es ist wahrscheinlich, dass mehrere Glieder der marinen Nahrungskette von dem Säuerungsprozess betroffen sind, obwohl es noch zu früh ist, um direkte Auswirkungen auf Wal- und Delfinpopulationen vorherzusagen.


Veränderung von Meereszirkulationen

Einige Wissenschaftler prophezeien, dass, wenn die Eiskappen rasch schmelzen, der Schmelzwasserzufluss enorme Auswirkungen auf die derzeitigen Meeresströmungen haben werden. Die großen Meeresströme können auch von anderen durch den Klimawandel hervorgerufen Faktoren verändert werden. Zudem sind Eisschmelzungen, welche in den Polarregionen auftreten, dafür verantwortlich, dass der Salzgehalt der Meere abnimmt.

Der Temperaturwandel und die Veränderungen des Salzgehaltes im Meer werden nicht nur Wale und Delfine direkt beeinflussen, sondern Einfluss auf die gesamte Reproduktion, den Fortbestand und die Verteilung ihrer Beutetiere haben. Es ist klar, dass die Kombination solcher komplexer Veränderungen einen mannigfachen Einfluss auf das Leben und Überleben von Walen und Delfinen haben wird, der nur schwer vorhersehbar ist. In der nördlichen Hemisphäre könnte eine Änderung des Golf-Stroms weitaus kühlere Temperaturen in Nordeuropa einleiten. Eine der möglichen Konsequenzen könnte sein, dass an wärmere Bedingungen angepasste Meerestiere ihren Lebensraum in wärmere Gebiete verlegen.

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