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09.02.2009

Muckl, der Rausschmeißer-Hase: Sind Zwerghasen klüger, als Brehms Tierleben erlaubt?

Muckl, der Rausschmeißer-Hase: Sind Zwerghasen klüger, als Brehms Tierleben erlaubt?

Hasen sind in der Regel einfach nur niedlich. Zwerghasen insbesondere.
Sie haben kurze, flauschige Ohren, ein seidiges Fell, das zum Streicheln einlädt, und machen in der Regel nichts lieber, als auf dem Rasen herum zu hoppeln und sich die besten Gräser aus dem heimischen Garten auszusuchen.



Das reicht Muckl, dem Held dieser Geschichte, noch lange nicht. Ob Muckl von Natur aus so außergewöhnlich intelligent war oder erst aufgrund der außerordentlichen Pflege, die ihm vor allem seine Besitzerin angedeihen ließ, Fähigkeiten entwickelte, die man normalerweise einem Hasen nicht zuschreibt, weiß ich nicht. Dass er seiner vierköpfigen Familie, die ihn als fünftes Familienmitglied betrachtet, ständig nachläuft, wenn alle im Garten sind, kann man wohl noch unter gewöhnliches Verhalten bei besonders guter Pflege einstufen.



Erst wenn Besuch kommt, zeigt der Zwerghase, was er wirklich kann. Muckl zeigt sich interessiert, schnuppert und je nachdem, ob er jemanden interessant findet oder nicht, bleibt er oder geht seiner Wege. Sobald es aber Kaffee und Kuchen gibt, ist auch Muckl zur Stelle. Er steigt am Hosenbein des Besuchers hoch und will offensichtlich seinen Teil abhaben. Aber das Stückchen Kuchen, das ihm angeboten wird, lehnt er ab. "Er möchte seine Schokolade haben. Milka Vollmilch. Andere Schokolade mag er nicht", klärt Muckls Besitzerin den Gast auf. Aha, ein Hase mit besonders feinen Geschmacksnerven. Sobald Muckl von seinem Frauchen -- wie jeden Tag -- sein heiß geliebtes, kleines Stückchen Schokolade bekommen und vertilgt hat, rennt er schnurstracks zu den Himbeeren. Als Nachtisch frisst Muckl für sein Leben gern ein oder zwei besonders reife Himbeeren. Ein Feinschmecker, wie er im Buche steht.

Dann klingelt das Telefon. Muckl läuft, wie von der Tarantel gestochen, und so schnell ihn seine kurzen Beinchen tragen zum Telefon und patroulliert aufgeregt vor dem Apparat auf und ab, bis Frauchen den Hörer abhebt -- und ihn nach einem kurzen Begrüßungswort an Muckls gespitzte Löffel hält. Der Hase erkennt sofort Michaela, eine der beiden Töchter des Hauses, und zeigt Anzeichen aufgeregter Freude. Zumindest läuft er nach dem Telefonat hin und her und sucht den ganzen Garten nach Michaela ab.



Das Telefon sei seine große Leidenschaft, erzählt die Hausherrin. Das gehe so weit, dass Muckl sogar melde, wenn in ihrer Abwesenheit das Telefon klingelt. "Wenn wir nach Hause kommen und Muckl ständig zum Telefon und dann wieder zu uns rennt, wissen wir, dass jemand angerufen hat." Am Anfang hätten sie es gar nicht fassen können, doch dann hätten sie mehrfach nachgefragt und tatsächlich habe immer entweder eine der beiden Töchter oder sonst jemand angerufen.

Als es später am Nachmittag wird und Muckl meint, es wäre allmählich Zeit, dass der Besucher nach Hause gehen und ihn in trauter Gemeinsamkeit mit seiner Familie allein lassen sollte, kommt er tatsächlich auf den Besucher zu und beißt ihn immer wieder in die Füße. "Hat er noch Hunger?", fragte dieser in völliger Verkennung der Situation und der Hausherrin ist es sichtlich peinlich, zugeben zu müssen, dass ihr kleiner Rausschmeißer am Werk ist.



Damit keiner auf den Gedanken kommt, dass ihr Muckl ein ziemlich verzogenes Früchtchen sei, erzählte die Hausherrin noch, dass Muckl trotz seiner 13 Jahre eine durchaus strenge Erziehung genießt. "Beim Abendläuten muss er ins Bett." Wie bitte? Muckl war lange Zeit nicht davon zu überzeugen, dass es bei Einbruch der Dunkelheit an der Zeit ist, in seinen großzügig ausgestatteten Stall zurück zu kehren. Als dann um 21 Uhr wie jeden Abend die Kirchenglocken läuteten, bekam er Schelte und wurde in seinen Stall zurück gebracht. "Drei- oder viermal habe ich das gemacht. Seither geht er brav ganz von selber beim Abendläuten zu seinem Stall und wartet, dass ich ihm die Tür aufmache." So sehr Muckl es liebt, mit seiner Familie beisammen zu sein, dass Frauchen schimpft, riskiert er nur ungern. Es muss wohl nicht extra erwähnt werden, dass Muckl der Liebling der ganzen Familie ist und alle vier davon überzeugt sind, dass es so etwas wie Muckl nur einmal gibt.

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