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16.02.2009

Nicht überall wo Tierschutz draufsteht ist Tierschutz drin

Nicht überall wo Tierschutz draufsteht ist Tierschutz drin

Tierschutz ist notwendig, das Elend der Straßentiere weltweit ist groß, Tiere haben keine Stimme, wir müssen sie ihnen geben. Leider sind die Maßnahmen, die getroffen werden, um Tieren zu helfen, nicht immer tierschutzgerecht und entsprechen nicht den Vorschriften.
Auch werde ich immer öfter von spanischen Tierschutzorganisationen um Hilfe gebeten, wenn es darum geht, etwas über den Verbleib der, von diesen Organisationen, vermittelten Tiere, zu erfahren. Meine Umfrage über die Zusammenarbeit der Spanier mit ausländischen Organisationen hat viel Positives, aber auch viel Negatives ans Tageslicht gebracht. Es gibt zum Glück viele Vereine, die ihre Tiere nur ins Ausland weitergeben, wenn sie im Gegenzug finanzielle Unterstützung erhalten, in Form von Beteiligung oder Übernahme, an den in Spanien entstandenen Kosten und wenn sie nach der Übergabe Informationen über die vermittelten Hunde erhalten. Leider wurden schon oft Absprachen nicht eingehalten, was dann schon so manchen privaten spanischen Tierschützer finanziell ruiniert hat.

Folgende "Gebrauchsanweisung" von PRO GALGO sollte für jeden seriös arbeitenden Tierschutzverein, im In- und Ausland, eine Selbstverständlichkeit sein, im Sinne der Tiere und der Menschen, die diesen Tieren vor Ort helfen.

WIE MAN TIERE (KATZEN UND HUNDE) FÜR DEN TRANSPORT INS AUSLAND VORBEREITEN SOLLTE

Seit Jahren bin ich im Tierschutz tätig und sehe immer wieder sehr zweifelhafte Rettungsaktionen diverser nationaler (Spanien) und internationaler Organisationen (Deutschland, Frankreich, etc.), die bis zur groben Vernachlässigung und Tiermisshandlung reichen. Da werden Tiere aus dem Süden nach Zentraleuropa geschleppt, in Transporten, die illegal, inhuman und absolut tierquälerisch sind. Wie immer der Spruch: „Erst müssen sie halt etwas leiden, aber dann geht es den Tieren ja viel besser als in Spanien!"
Was mich am meisten wundert, sind die unglaublich langen Strecken und die zusammengepferchten Tiere, wie kann das jemand noch als Tierschutz ansehen und wir wissen alle genau, das immer wieder (und obwohl es natürlich verschwiegen wird), bei solchen miserablen Transporten Tiere elendiglich zugrunde gehen. Hitzestau, Erstickung durch fehlende Ventilation, Beißereien, die nicht geschlichtet werden können, weil der direkte Zugang zu den einzelnen Boxen fehlt, etc. etc. etc.

Wenn ein Jäger zahlreiche Hunde in einen Anhänger pfercht schreien alle Tierschützer auf, „So ein Unmensch, schaut mal wie der die Hunde transportiert!!!". Aber warum machen dann gewisse Tierschutzorganisation genau solche Transporte auch? Zusammengepfercht, dass sie sich treten und beißen, von Sevilla bis Berlin durchfahren (sind ja nur mal 3000km) etc. etc. Genauso reisen viele Tierschutztiere, wenn nicht sogar die allermeisten und das muss endlich aufhören, denn in Frankreich und Holland haben die Zollbeamten schon mehrere Tierschutztransporte gestoppt und wegen Vergehen gegen das Tierschutzgesetz angezeigt, Einem Schweizer Verein ist wegen solchen Transporten die Einfuhr von weiteren Hunden verboten worden und das ist auch richtig so, denn gerade bei deren Transport sind mehrere Galgos elendiglich in der Hitze eingegangen und das passiert viel zu oft!

Wir haben als Tierschützer kein Recht, die Tiere unter miserablen und inhumanen Bedingungen zu transportieren nur mit der Entschuldigung, dass wir sie retten wollen. Wir können uns doch nicht über die schlimmen Pferde- und Schweinetransporte aufregen und diese sogar anzeigen und dann im Namen des Tierschutzes genau die selben Fehler machen. Transporte ohne Futter und Wasser, durch ganz Europa, ohne Pausen, zusammengepfercht in einem Lieferwagen, ohne ausreichende Lüftung und mit extremer Hitze im Sommer.... und das soll Tierschutz sein?

Das Tierschutzproblem in Spanien löst sich ja auch nicht dadurch, dass man alles, was den Schwanz noch bewegen kann ins Ausland schleppt und schon gar nicht, wenn die Ausländischen Organisationen sich dann nie mehr melden, keine Infos über die abgeholten Tiere geben und dann noch die Adoptionsgebühren voll einbehalten.

Wir hier in Spanien sollten nicht denken, dass die Tiere gerettet sind, nur weil sie im Lieferwagen Richtung Norden sitzen! Sie sind auch nicht gerettet, wenn sie in ein ausländisches Tierheim gebracht werden (und schon gar nicht, bei Rassen wie Galgos, Podencos etc.), die Monate- oder sogar Jahrelang in Einzelhaft in einem Deutschen Normzwinger gehalten werden. Es gibt ja immer noch viel zu viele Tierheime, die keine Gruppenhaltung haben ...

Weder Deutschland, noch sonst ein Land, ist das absolute Paradies für ausgesetzte spanische Tiere und tausende jedes Jahr zu exportieren, ohne etwas dafür zu tun, damit sich hier im Land Spanien, oder Griechenland, Italien, Frankreich, Polen etc., etwas ändert, bringt doch auf die Dauer gar nichts, im Gegenteil, gewisse spanische Tierheime geben schon gar keine Tiere mehr in Spanien in Adoption, weil die Deutschen ja so auf spanische Hundis stehen... oder noch besser: Eine kleinwüchsige schwangere Hündin wird nicht operiert (obwohl erst wenige Tage trächtig), weil man die kleinen Babies in Deutschland so gut vermitteln kann... oder die hysterischen Damen in meinem Nachbarort, die fahren mit dem Auto in die kleinen Dörfer, wo kaum 20 Leute leben und nur alle 4 Stunden ein Auto vorbeifährt... also die Damen fahren da hin und klauen die kleinen Mischlingshunde der alten Leute. Weil die Hundis es ja in Deutschland soooo viel besser hätten!!! Das darf doch wohl nicht wahr sein oder?
Viele Spanien lieben und pflegen ihre Tiere perfekt und unsere fähigsten Mitkämpfer sind alle Spanier.

Hier also einige Regeln, die wir alle beim Transport ins Ausland beachten sollten:

1. Warum muss man unbedingt die legalen Impfdaten einhalten?

Natürlich gibt es keine Tollwut in Spanien, aber dafür in anderen Ländern und genau darum muss ein ausreisendes Tier unbedingt vollen Impfschutz haben und nicht nur die Tollwut, sondern auch Parvovirose, Staupe, Leptospirose, etc. Der volle Impfschutz ist erst nach 3-4 Wochen vorhanden, und bei den Krankheiten sogar erst nach einer Grundimmunisierung.

Eine einfache Probe in einem Labor kommt jedem Impfdatum-Fälscher schnell auf die Schliche und die Person, die die Tiere einführt und der Veterinär, der die Impfpässe ausgefüllt hat, müssen mit einer Anzeige ua. wegen Urkundenfälschung und Vergehen gegen das Einfuhrgesetz von Tieren rechnen.... was aber noch schlimmer ist, die Gesetzeshüter warten nur darauf, uns allen die Einfuhr von Auslandstieren verbieten zu können und solche Pfuschereien geben ihnen jeden Anlass dazu!

Impfungen sind nicht dazu da, Tierschützern Steine in den Weg zu legen, sondern um Tiere gegen Krankheiten zu schützen und wer Tiere am Tag der Abreise impfen lässt, riskiert das Leben des Tieres, schon alleine wegen der möglichen Impfreaktion während des ohnehin schon stressigen Transportes, den Klimawechsel und die ganze Umstellung. Solche Pfuschereien könnten zum Tode des Tieres führen!

Das Kastrieren der Tiere kurz vor oder kurz nach einer Impfung kann durch die Einnahme von Antibiotica den Aufbau von Antikörpern des Impfstoffes total verhindern, dh. das Tier hat keinen Impfschutz! Es sollten mindestens 2 besser 3 Wochen zwischen Impfung und Kastration liegen, um einen ausreichenden Impfschutz gewährleisten zu können.

2. Warum müssen wir unbedingt bei den Tierschutztransporten die rechtlichen Normativen erfüllen?

Ein legaler Transport muss so geladen werden, dass alle Transportboxen und Käfige jederzeit zugänglich sind, mit einem Mittelgang.
Es müssen Trinkgefässe und ausreichen Wasser an Bord sein
Es muss eine gute Lüftung geben, welche den Tieren gute Luftzufuhr und im Sommer Ventilation und Kühlung bringt. Wir alle wissen von Transporten, bei denen Tiere total dehydriert und/oder tot angekommen sind!

Die zu transportierenden Tieren brauchen genügend Platz in der Transportbox, das Tier muss stehen und sich umdrehen können. Jedes Tier muss einen einzelnen Käfig haben. Zu kleine Käfige können zu schwersten gesundheitlichen Problemen führen. Zirkulationsstörungen in den Beinen führen bis zum Absterben der Extremitäten. Gerade bei alten Tieren ist die Gefahr von Embolien durch fehlende Durchblutung, ausgelöst durch Platzmangel, keine Seltenheit.

Es ist auch nicht ratsam, Jagdhunde gemeinsam mit Katzen zu transportieren, weil alleine schon die Präsenz der Katzen, die Hunde total nervös macht, sie gestresst und ununterbrochen hechelnd, so noch mehr Flüssigkeit verlieren und sogar dehydrieren. Es gab dadurch schon Todesfälle auf Transporten. Ebenso ist es natürlich für Katzen ein Extremstress, ihren „Todfeind" über so viele Stunden direkt vor sich zu haben.

3. Wie sollten die Reiserouten gestaltet werden?

Wir wissen von Fahrten, die von Cadiz bis Berlin oder Holland an einen Stück gedauert haben, 3000 km ohne Pause für Fahrer oder den Tiere, grausam zusammengepfercht, fast 40 Stunden ohne Wasser und Futter... im Sommer sind solche Transporte eine wahre Todesfalle und natürlich wieder mit dem lapidaren Satz: „Auf dem Transport müssen sie halt etwas leiden, aber nachher geht es ihnen ja gut"

So lange Fahrten sind nicht nur illegal, sondern auch inhuman und können den Tieren lebenslange Schäden zufügen oder ihnen sogar den Tod bringen.

Wie sollten spanische und Deutsche Organisationen zusammenarbeiten?

Wir raten allen Beteiligten dazu, bei der Abholung/Übergabe der Tiere einen Übergabevertrag zu unterzeichnen, der alle Tiere einzeln mit Foto auflistet und den jeweiligen Gesundheitszustand beschreibt und auch alle Chipnummern der übergebenen Tiere aufführt.

Ebenso raten wir den spanischen Orgas dazu, sich abzusichern, dass ihnen die Daten der Adoptanten, sowie die Subskriptionsgebühr, zumindestens teilweise, überwiesen wird. Bei voll vorbereiteten Tieren sollte die komplette Adoptionsgebühr, abzüglich der Reisekosten, ins Ursprungsland bezahlt werden. Vereine und Privatpersonen, die dies nicht tun, sind keine Tierschützer, sondern Hundehändler!

Es dürfen keine kranken oder frisch kastrierte Tiere transportiert werden. Die Tiere müssen im Ursprungsland vor dem Transport reisefähig geheilt werden.

Es dürfen keine Welpen mit "falschen Müttern" transportiert werden, dies kann von einem Veterinär bei der Einreise einfach festgestellt werden und ungeimpfte und noch sehr kleine Babies ohne Impfschutz durch ganz Europa zu schleppen ist kein Tierschutz, sondern das Gegenteil und viele dieser so transportieren Welpen überleben die ersten Wochen im Ausland nicht, aber darüber spricht man ja nur hinter vorhgehaltener Hand.

Wir raten allen Spanischen Orgas dazu, keine Tiere an Vereine zu senden, die weder ihre Kosten bezahlen, noch Infos über die Adoptanten an die Orgas bzw. privaten Tierschützer weiterleiten. Die Personen, die die Tiere gerettet haben, haben ein Recht drauf, jederzeit zu wissen, wo ihre Tiere nun sind und wie es ihnen geht.

Ich möchte nochmals ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieser Text keine Anschuldigung an andere Tierschutzorgas sein soll, sondern ein Versuch ist, die Tierschützer dazu zu animieren, legal, sauber, tierschutzgerecht und human, Tiere zu transportieren

Mo Swatek
PRO-GALGO INTERNATIONAL
www.pro-galgo.com

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