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15.02.2009

Norwegens Walfang eskaliert

Norwegens Walfang eskaliert

"Erben der Wikinger" wollen nun auch Pottwale und Delfine bejagen - Ignorieren sämtlicher internationaler Schutzbestimmungen

Nach aktuellen Informationen von PRO WILDLIFE bereitet Norwegen die Ausweitung seines Walfangs vor. "Die Lage spitzt sich zu", berichtet die Walexpertin Dr. Sandra Altherr der Artenschutzorganisation: "Im Januar entschied das norwegische Parlament, die Exporte von Walfleisch trotz internationalem Handelsverbot zu genehmigen. Nur wenige Wochen später wurde bekannt, dass norwegische Fischer zukünftig Delfine bejagen können. Und heute müssen wir erfahren, dass sogar Pottwale, Orcas und Bartenwale ins Visier genommen werden sollen." Damit setzt sich das nordeuropäische Land nun vollends ins politische Abseits. Artenschutzorganisationen aus aller Welt reagierten entsetzt auf diese dramatischen Entwicklungen.

Norwegen hatte in der Vergangenheit erheblichen Anteil am Zusammenbruch zahlreicher Walbestände: Seit 1939 wurden durch die nordische Fangflotte mehr als 100.000 Wale abgeschlachtet. Nach der Verabschiedung eines weltweiten kommerziellen Moratoriums durch die Internationale Walfangkommission (IWC) 1986 nahm Norwegen bereits 1992 - durch einen fristgerechten Einspruch nicht an die IWC-Vorgaben gebunden - die Jagd auf Zwergwale wieder auf. Beginnend mit 296 Tieren wurde die Quote jährlich eigenmächtig erhöht: Für 2001 sind 549 Zwergwale zum Abschuss freigegeben. Doch damit wollen sich die "Erben der Wikinger" nicht mehr länger zufrieden geben: Sie fordern ein Auflösen des Walfangmoratoriums und erheben zukünftig sogar Anspruch auf Pottwale, Orcas und Bartenwale. Auch die geplante Freigabe der Jagd auf Delfine unterminiert internationale Schutzbemühungen. Die Konvention zum Schutz wandernder Arten hat ein spezielles Programm zur Erhaltung der Kleinwale und Delfine der Nord- und Ostsee entwickelt.

Dass Norwegen dabei bereit ist, der gesamten Welt die Stirn zu bieten, zeigte sich bereits Mitte Januar, als das norwegische Parlament beschloss, entgegen dem internationalen Handelsverbot für Walfleisch Exporte von Walspeck zu genehmigen. Peinlich ist auch, dass dieser Walspeck so stark mit Schwermetallen und hochgiftigen Chemikalien (z.B. polychlorierte Biphenyle, PCBs) angereichert ist, dass selbst Verbraucherverbände im Zielland Japan vor dem Verzehr warnen.

Von Japan ist eine solch dreiste politische Salamitaktik bereits seit Jahren bekannt: Bislang beschränkt auf Zwergwale, weitete Japan seinen unglaubwürdigen "Wissenschaftswalfang" im vergangenen Jahr auf Pott- und Brydeswale aus. Die Walfanglobby hat zudem bereits Interesse an der Jagd auf Grau- und Buckelwale bekundet. Auch die grausame Jagd japanischer Fischer auf Delfine, die im vergangenen Jahr von PRO WILDLIFE in zahlreichen Medien dokumentiert wurde, hat für weltweites Entsetzen gesorgt."Norwegen hat im Vergleich zu Japan bisher die internationale Staatengemeinschaft deutlich weniger provoziert. Doch nun tritt das nordeuropäische Land aus dem Schatten seines asiatischen Verbündeten und riskiert die internationale Isolation", kritisiert Altherr. PRO WILDLIFE forderte die Bundesregierung auf, alle diplomatischen Möglichkeiten zu nutzen, um Norwegen zur Räson zu bringen

... Hintergrundinformationen zu Norwegen

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