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15.02.2009

Norwegens Walfang

Norwegens Walfang

Das nordeuropäische Land provoziert durch eigenmächtige Fangquoten

Norwegen ist durch einen fristgerechten Einspruch formaljuristisch nicht an das kommerzielle Walfangverbot der Internationalen Walfangkommission (IWC) von 1986 gebunden. Trotzdem setzte das nordeuropäische Land wohl aus Angst vor Sanktionen zunächst mit dem Walfang aus und harpuniert erst seit 1993 wieder Zwergwale - nach selbstgesetzten Quoten (s. Tabelle). Die Zahl tatsächlich erlegter Tiere ist dabei i.d.R. niedriger als die gesetzten Quoten, weil in einigen Fanggebieten, z.B. der Nordsee, die Jagdkonditionen schwieriger sind. 2004 forderte das norwegische Parlament eine Verdreifachung der Fangquoten, seit 2006 werden Quoten von über 1.000 Tieren genehmigt.

Tab.1: Fangquoten Norwegens und Anzahl tatsächlich erlegter Zwergwale (* noch offen)



Jahr


Quote


Ausbeute


1993


296


226


1994


301


280


1995


232


218


1996


425


388


1997


580


503


1998


671


624


1999


753


589


2000


655


487


2001


549


552


2002


671


634


2003


711


670


2004


670


541


2005


745


639


2006


1052


546


2007


1052


*





Walfang als "Erbe der Wikinger"?
Norwegen beruft sich bei seinen Walfangaktivitäten auf Jahrhunderte alte Traditionen � doch der heutige Walfang mit ausschließlich kommerziellem Hintergrund und modernen Explosivharpunen hat damit nichts mehr gemein. Die Explosivharpunen explodieren im Körper des Tieres und verursachen grässliche Fleischwunden. Nur 2/3 der Zwergwale sterben hierdurch sofort, das restliche Drittel wird mit einer zweiten Harpune oder Gewehren erlegt. Todeskämpfe von bis zu fast einer Stunde wurden beobachtet. Ein Teil der Wale ist trächtig, da vor allem erwachsene Tiere bejagt werden, um möglichst große Fleischmengen pro Exemplar zu erbeuten.

Das Walfleisch wird in Restaurants und Supermärkten im Inland verkauft. Zynischerweise wird es sogar auf den Booten angeboten, mit denen Touristen so genannte "Walbeobachtungstouren" vor Norwegens Küsten unternehmen. Der bei Norwegern unbeliebte Speck der Tiere ("Blubber") lagert in Kühlhäusern und ist für den Export bestimmt.

Norwegen ignoriert Handelsverbot für Walprodukte
In den Kühlhäusern türmen sich Berge von Walspeck, die in Japan reißenden Absatz finden sollten. Allerdings gilt seit 1979 über das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) weltweit ein Handelsverbot für Walfleisch. Wenngleich Norwegen auch hiergegen Einspruch erhoben hat, schreckte die Regierung lange vor weiteren Provokationen, als die solche Exporte von Blubber zweifelsfrei verstanden würden, zurück. Doch die Stimmen einer einflussreichen Walfanglobby werden immer lauter - mit Erfolg. Im Jahr 2002 genehmigt Norwegen den Export von Walprodukten nach Japan. Doch die japanische Regierung wies den Import wegen der hohen Schadstoffbelastung des Walspecks mit Schwermetallen und anderen Giftstoffen zurück.

Überraschend fand sich ein anderer Abnehmer für den norwegischen Walspeck, der eigentlich als Sondermüll zu entsorgen wäre: Im Sommer und Herbst 2002 importierte Island insgesamt 25 Tonnen Walfleisch und -Speck aus Norwegen. Insider vermuten, dass dies einerseits die Stimmung im eigenen Land für den Walfang fördern sollte, aber auch ein Test war, wie die internationale Staatengemeinschaft auf einen solchen Handel reagiert. Rein juristisch war dieser Handel legal, da beide Länder einen formellen Einspruch gegen das Handelsverbot für Zwergwale haben und somit nicht daran gebunden sind. Doch ein solches Verhalten ist eine Ohrfeige für den internationalen Artenschutz und die Entscheidungen der entsprechenden Konventionen!



Internationale Proteste
Norwegens Jagd auf Zwergwale stößt international auf breite Ablehnung. Immer wieder kritisierte die IWC das rücksichtslose Vorgehen. Auch die Europäische Union sprach sich mehrfach gegen Norwegens eigenmächtige Jagd aus. Bei den Diskussionen um einen möglichen Eintritt Norwegens in die EU spielte auch der Walfang eine nicht unbedeutende Rolle. Besondere Entrüstung lösten wiederholt auch Funde von Walspeck norwegischer Herkunft auf Japans Märkten aus. 1996 machte der Schmuggel von 60 Tonnen Walfleisch nach Japan Schlagzeilen. Diese eindeutigen Verstöße gegen internationale Gesetze zeigen, wie skrupellos hier vorgegangen wird.

PRO WILDLIFE kämpft gemeinsam mit dem Species Survival Network, einem weltweiten Netz von etwa 80 Arten- und Tierschutzverbänden, für ein Ende von Norwegens Walfang. Auf Initiative von PRO WILDLIFE protestierte die Bundesregierung gegen Norwegens rücksichtsloses Verhalten. Auch innerhalb der IWC gibt es immer wieder Aufforderungen an Norwegen, die Jagd auf Zwergwale umgehend einzustellen und den Verkauf des belasteten Fleisches einzustellen.

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