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15.02.2009

Notbremse für Flipper & Co.

Notbremse für Flipper & Co.
2007 ist das "Jahr des Delfins": Ein Schutz der kleinen Meeressäuger ist überfällig

Großwale sind international streng geschützt - im Gegensatz zu ihren kleinen Brüdern, den Delfinen. 38 Delfinarten gibt es in den Meeren und Flüssen der Welt, doch ihre Zukunft sieht düster aus: Sie werden nahezu unkontrolliert gejagt, sterben zu Hunderttausenden als "Beifang" in Fischernetzen und leiden zunehmend an Wasserverschmutzung und Überfischung, die ihnen die Nahrungsgrundlage entziehen. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen hat 2007 zum "Jahr des Delfins" ausgerufen, um auf die starke Gefährdung der kleinen Meeressäuger aufmerksam zu machen.

http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Wale/Delfine/delfine.html
http://www.prowildlife.de/de/Presse/Archiv_2006/PM-Jahr_des_Delfins/pm-jahr_des_delfins.html


... Übersicht über die Delfine der Welt
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Wale/Jahr_des_Delfins/Delfine_der_Welt.pdf

... Aktionen zum Jahr des Delfins
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Wale/Jahr_des_Delfins/Aktionen/aktionen.html



Massensterben in Fischernetzen
Nach aktuellen Schätzungen sterben jährlich 300.000 Delfine und Kleinwale als sog. "Beifang" in den Netzen der kommerziellen Fischerei. Stellnetze sind z.B. die größte Gefahr für den Hektor-Delfin (Cephalorhynchus hectori), der nur in den Küstengewässern Neuseelands vorkommt. Die Bestandsschätzungen variieren zwischen 3.000 und 7.400 Tieren, aufgeteilt in vier lokale Unterpopulationen. Die Weltnaturschutzorganisation hat den Hektor-Delfin inzwischen als vom Aussterben bedroht ("endangered") eingestuft.

Weitere vom Beifang besonders betroffene Arten sind die akut vom Aussterben bedrohten ("critically endangered") Vaquitas in Mexiko (Phocoena sinus) und der in allen Ozeanen vorkommende Schlankdelfin (Stenella attenuata).

Unkontrollierte Bejagung
In zahlreichen Ländern stehen Delfine immer noch auf der Speisekarte: Vor allem in Japan sterben alljährlich zehntausende Delfine in grausamen Treibjagden, um als preiswerter Walfleischersatz vermarktet zu werden. Besonders die Blau-weißen Delfine (Stenella coeuleoalba) leiden unter Japans Massakern: Ihre Bestände sind bereits um 90% zusammengebrochen, die Internationale Walfangkommission hat Japan wiederholt aufgefordert, die Jagd umgehend einzustellen.

Auch auf den dänischen Färöer-Inseln, in Peru, Chile, Sri Lanka und Taiwan werden Delfine massiv bejagt - hier ist v.a. der Große Tümmler (Tursiops truncatus) beliebte Beute, der weltweit durch die TV-Serie "Flipper" bekannt wurde.



Gewässer als stinkende Kloake
Hochtoxische Schwermetalle und polychlorierte Biphenyle, die über Abwasserentsorgung in Flüssen und Meeren landen, sammeln sich über die Nahrungskette in den Fettgeweben der langlebigen Delfine. Als Folge werden Fruchtbarkeit und Vitalität massiv reduziert. Vor allem Flussdelfine sind von der zunehmenden Verschmutzung ihres begrenzten Lebensraumes betroffen:

Prominentes Beispiel ist der Baiji (Lipotes vexilifer): Diese bedrohteste Delfinart mit nur noch wenigen dutzend Tieren lebt im chinesischen Fluss Jangtse und gilt als akut vom Aussterben bedroht. Ein ähnliches Schicksal droht dem Susu oder Ganges-Delfin (Platanista gangetica gangetica) in Indien und Bangladesh, sowie dem nur in Pakistan lebenden Indus-Delfin (Platanista gangetica minor).

Leere Meere
Delfine leiden zunehmend an den Folgen der dramatischen Überfischung. Sie sind auf Fisch als Nahrungsgrundlage angewiesen, doch vielerorts sind die einst reichen Fischschwärme kollabiert - Folge des rücksichtslosen Einsatzes engmaschiger Fangnetze und viel zu hoher Fangquoten. Jede vierte kommerziell genutzte Fischart gilt inzwischen als bedroht. Allein im Mittelmeer sind bis zu 100.000 Stellnetzfischerboote unterwegs, dazu kommen zahlreiche Grundschleppnetzfischer.

Dieser Raubbau hat nicht nur fatale Folgen für die Fischbestände, sondern auch für den gemeinen Delfin (Delphinus delphis), dessen mediterraner Bestand sich zwischen 1960 und 1980 halbiert hat. Die Mittelmeerpopulation wurde deshalb kürzlich als vom Aussterben bedroht ("endangered") eingestuft.

Delfine als Showeinlage
Noch immer bedienen sich Delfinarien weltweit aus der Natur, um Nachschub zu bekommen. Am häufigsten betroffen ist davon der Große Tümmler (Tursiops truncatus). Die Delfinarienindustrie unterstützt dabei die grausamen Delfinmassaker in Japan (s.o.): Die größten und stärksten Tiere aus den dortigen Treibjagden werden teuer an Delfinarien verkauft, bevor der Rest abgeschlachtet wird.

Die überlebenden Tiere, die in Delfinarien landen, erleiden ein lebenslanges Martyrium in engen Betonbecken, die sowohl ihre Bewegungsfreude als auch ihre Kommunikation erheblich einschränken. Neben Großen Tümmlern sind Arten wie der Irawadi-Delfin (Orcaella brevirostris) durch die Nachfrage von Delfinarien betroffen.

Die aufgeführten Gefahren sind bei weitem nicht vollständig: Zunehmender Lärm in den Meeren (durch Schiffe, Sonar, Ölbohrungen etc.), das Bedrängen frei lebender Delfine durch organisierte Beobachtungstouren für Touristen und Kollisionen mit Schiffen sind weitere Gefahren für die Meeressäuger.



Für PRO WILDLIFE steht der Schutz von Delfinen seit langem im Mittelpunkt der Aktivitäten:

PRO WILDLIFE machte die grausamen Delfinmassaker Japans öffentlich und löste eine internationale Flut von Protesten aus. Eines der Jagdzentren setzte daraufhin für fünf Jahre seine Delfinmassaker aus. Vielen tausend Delfinen rettete dies das Leben.
PRO WILDLIFE setzt sich im Rahmen der Internationalen Walfangkommission konsequent für bessere Schutzbestimmungen ein und konnte diverse Resolutionen zugunsten von Delfinen erwirken.
Im Rahmen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens war PRO WILDLIFE u.a. an der strengen Unterschutzstellung des Irawadi-Delfins beteiligt: Für ihn gilt seit 2004 ein weltweites Handelsverbot.
PRO WILDLIFE kämpft gegen den Fang der kleinen Meeressäuger für Delfinarien. Gemeinsam mit Verbündeten in aller Welt konnten wir z.B. den illegalen Delfin-Import Mexikos von den Solomonen aufdecken und Mexiko schließlich zu einem Importstopp für Delfine bewegen.
PRO WILDLIFE fordert eine verantwortungsvolle EU-Fischereipolitik: So müssen dringend Maßnahmen zur Verringerung des Beifangs umgesetzt werden, Fischfangquoten reduziert und Schutzgebiete eingerichtet werden. Unsere international beachtete Dokumentation "Running out of fish" belegt die fatale Überfischung und fordert ein baldiges Umdenken.
PRO WILDLIFE wird das Jahr des Delfins nutzen, um verstärkt auf die bedrohte Lage der Delfine hinzuweisen: Strengere Schutzbestimmungen, Jagdverbote, Schutz vor Überfischung und Verschmutzung stehen hierbei im Vordergrund.


http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Wale/Delfine/Japan/japan.html
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Wale/IWC/iwc.html
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Schutzgesetze/schutzgesetze.html
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Wale/Delfine/Delfinarien/delfinarien.html


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