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15.02.2009

Notbremse für Wildtier-Flohmärkte

Notbremse für Wildtier-Flohmärkte

PRO WILDLIFE begrüßt Leitlinien für Tierbörsen: Wichtiger Erfolg gegen Wildwüchse im Tierhandel


Das für Tierschutz zuständige Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) hat mit einer neuen Leitlinie erstmals Regelungen für die Durchführung sog. Tierbörsen getroffen. PRO WILDLIFE, als Mitglied einer BMELV-Expertengruppe an der Ausarbeitung der Leitlinien maßgeblich beteiligt, begrüßt diesen Schritt: "Seit Jahren beobachten wir einen Boom von regelrechten Wühlmärkten für Wildtiere. Für den Verkauf von Affen, Fledermäusen, Chamäleons oder Nasenbären werden jetzt erstmals Regeln aufgestellt." Den Leitlinien vorausgegangen waren jahrelange Verhandlungen der Tierschützer mit Politikern und Behörden. Doch nur eine konsequente Umsetzung der Leitlinien in der Praxis kann die oft eklatanten Missstände auf Tierbörsen beenden.

Hinter dem trockenen Titel "Leitlinie zur Ausrichtung von Tierbörsen unter Tierschutzgesichtspunkten" verbirgt sich ein fast 50seitiges Regelwerk, das künftig die gröbsten Missstände auf Tierbörsen abstellen soll. PRO WILDLIFE kritisiert zwar, dass die Leitlinie nicht die Rechtsverbindlichkeit einer Verordnung hat, sie soll jedoch dennoch den Alltag auf Tierbörsen massiv verändern. Künftig ist der Verkauf folgender Tiergruppen über Tierbörsen auszuschließen:



- Wildfänge (Naturentnahmen)
- besonders schwer zu haltende Arten wie Affen, Bären, Kängurus, Gürteltiere, Flughunde,
- Straußenvögel, Kraniche, Aras, Tukane, Krokodile, Rochen und Haie
- verletzte, gestresste, verhaltensauffällige oder abgemagerte Tiere
- Tiere, bei denen gegen das Amputations- oder Qualzuchtverbot verstoßen wurde

Zudem gibt es zahlreiche Auflagen für die Transport- und Verkaufsbehältnisse, ein ständiges Zugreifen auf und Herumreichen der Tiere durch Besucher ist künftig ebenfalls untersagt.

"Wir hätten uns zwar den expliziten Ausschluss weiterer problematischer Tiergruppen wie Chamäleons oder Giftschlangen gewünscht, aber die Leitlinie ist ein wichtiger Fortschritt - wenn sie nun auch wirklich in die Praxis umgesetzt wird. Und genau das werden wir in der nächsten Zeit kritisch überwachen", so Dr. Sandra Altherr von PRO WILDLIFE.

Seit nunmehr sieben Jahren dokumentiert PRO WILDLIFE das Verramschen hunderttausender Wildtiere auf Tierflohmärkten. An nahezu allen Wochenenden gibt es inzwischen Börsen, auf denen Wildtiere zu Dumpingpreisen angeboten werden - z.B. auf der welt-größten Reptilienbörse in Hamm, Westfalen. Der Handel mit Exoten boomt: "Mehr als 200.000 Riesenschlangen und 100.000 Giftschlangen leben unter deutschen Dächern", betont die PRO WILDLIFE-Expertin.

Auf Drängen von PRO WILDLIFE wurde vom BMELV 2004 eine Sachverständigengruppe ins Leben gerufen, um gegen die Missstände auf Tierbörsen vorzugehen. Nach hitzigen Verhandlungen zwischen Tierhändlern, den Dachverbänden der Exotenhalter und Tierschützern wurde die Leitlinie nun endlich verabschiedet. "Aus zahlreichen Gesprächen mit Amtstierärzten wissen wir, wie dringend eine solche Leitlinie gebraucht wird, um den Börsenveranstaltern endlich strenge Vorgaben machen zu können", berichtet die PRO WILDLIFE Sprecherin. Die nächsten Monate werden zeigen, inwieweit die Leitlinien ausreichen, um die oft skandalöse Praxis auf Tierbörsen tatsächlich zu ändern.

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