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15.02.2009

Orang-Utans brauchen unsere Hilfe

Orang-Utans brauchen unsere Hilfe

Abholzung und Brandrodung sind die größte Gefahr für die "Waldmenschen" in Asien



Die Zerstörung der tropischen Regenwälder ist die größte Bedrohung für das Überleben der Orang-Utans. Experten beobachteten in den letzten Jahren einen dramatischen Bestandsrückgang und befürchten die Orang-Utans (malaysisch für "Waldmensch) könnten bald ausgerottet werden. Doch die Vernichtung der Wälder Indonesiens geht ungebremst weiter - und Deutschland ist mit von der Partie: Die Einfuhr von Sperrholz, Fensterrahmen oder anderen Produkten aus indonesischem Holz hat seit 1990 massiv zugenommen. Mit Geldern aus Deutschland (sog. Hermesbürgschaften) wird der Raubbau weiter unterstützt.

Die Situation der Orang-Utans
Wissenschaftler unterscheiden inzwischen zwei Arten von Orang-Utans.

1. Sumatra Orang-Utans (Pongo (pygmaeus) abelii) sind etwas kleinwüchsiger als ihre Verwandten aus Borneo. Der Bestand ist in mehrere Populationen von insgesamt ca. 9.000 Tieren aufgeteilt. Die größte Population lebt im Gunung Leuser Nationalpark (6.500 Tiere im Jahr 2001, 1993 waren es noch 12.000!). Der Park ist durch illegalen Holzeinschlag massiv bedroht.

2. Borneo Orang-Utans (Pongo (pygmaeus) pygmaeus) leben in voneinander isolierten Gruppen im indonesischen und malaysischen Teil Borneos. Die Gesamtzahl wird auf insgesamt 10.000-15.000 Tiere geschätzt. Der Orang-Utan Bestand ist stark zersplittert, ihr Lebensraum ist weitgehend ungeschützt. Wichtiger Lebensraum auf Borneo ist der Tanjung Puting Nationalpark. Auch dieser ist schwer beeinträchtigt durch illegalen Holzeinschlag, Palmölplantagen, Brandrodung sowie Gewässerverunreinigung durch angrenzende Quecksilberminen.



Die Orang-Utan Bestände nahmen im letzten Jahrzehnt 30-50% ab, in einigen Sumpfgebieten sogar mehr als 60%. Ein derzeitiger Verlust von jährlich 1.000 Tieren wird allein im Gunung Leuser Nationalpark (= GLNP) beobachtet, d.h. ohne Gegenmaßnahmen ist eine Ausrottung in naher Zukunft zu befürchten. Durch ihre geringe Vermehrungsrate können Orang-Utans Verluste kaum kompensieren. .

Regenwaldzerstörung in Indonesien
Indonesien besitzt eine einzigartige Artenvielfalt: 10% der Pflanzen-, 12% der Säugetier-, 16% der Reptilien- und 17% der Vogelarten der Welt kommen in Indonesien vor - viele sind sogar endemisch, d.h. sie leben ausschließlich hier. Gleichzeitig ist Indonesien das Land mit der längsten Liste bedrohter Tiere und Pflanzen, z.B. Sumatra-Nashorn, Orang-Utan, Nasenaffe, Asiatischer Elefant oder Borneo-Goldkatze.



Nach Brasilien ist Indonesien das Land mit den größten Regenwaldgebieten der Erde (100 Millionen Hektar) und stellt vier Fünftel der Regenwaldfläche Südostasiens. Mehr als 70% der ursprünglichen Waldflächen Indonesiens sind bereits vernichtet. Derzeit verschwindet in Indonesien jährlich ca. 1 Million Hektar Wald - pro Minute entspricht dies einer Fläche von 2,5 Fußballfeldern! Hauptursachen sind Abholzung und Brandrodung. Die Brandrodung schafft Platz für die zahlreichen Plantagen, die wie Pilze aus dem Boden schießen.

Korruption, illegaler Holzeinschlag und Plantagen










Plantagen
- eine umweltverträgliche
Alternative?


"Das ist Plantagenholz" wird Kunden
häufig beim Kauf von Gartenmöbeln erklärt. Dies
soll den Eindruck erwecken, dass hierfür keine
Urwälder abgeholzt wurden. Es gibt sogar eigene
"Ökosiegel". Doch wie ökologisch sind solche
Produkte aus Plantagen? In Indonesien werden
riesige Waldflächen  durch Brandrodung
vernichtet, um Platz zu schaffen für Teakholz- und
Ölpalmen-Plantagen. Ökologisch unbedenklich sind
solche Produkte aus Indonesien nicht. Selbst
Ökosiegel sind kein Schutz in einem korrupten
Land, in dem für wenige Dollar jedes Zertifikat
erhältlich ist.



Mehr als 70% der derzeit in Indonesien verarbeiteten Bäume stammen aus illegaler Abholzung. Die meisten Sägemühlen um den Gunung Leuser Nationalpark (GLNP) im Norden Sumatras arbeiten ohne Genehmigung und verarbeiten illegal geschlagenes Holz aus dem Park. Indonesien gilt als eines der korruptesten Länder der Erde. Die Weltbank schätzt, dass 30% der gezahlten Entwicklungshilfegelder in Indonesien versickert sind. Das Netz der Korruption ist tief verwurzelt: Sogar Armee und Polizei sind in den Holzhandel involviert. Das Militär besitzt selbst Genehmigungen für den Holzeinschlag. Militärfahrzeuge werden beim Abtransport von Baumstämmen eingesetzt. Die Beteiligung des Militärs, hochrangiger Politiker und Behördenmitarbeiter erschwert das Vorgehen gegen illegale Abholzung.

Die Waldbrände auf Borneo von 1997/98 haben zwei Millionen Hektar Wald vernichtet. Obwohl seit 1995 Brandrodung in Indonesien verboten ist, ist dies immer noch die gängigste Methode für Bauern und Unternehmen preiswert Landflächen zu gewinnen. So wird Platz geschaffen für die gewinnbringenden Teakholz- und Palmölplantagen. Die Palmölproduktion in Indonesien wächst rasant: Von 600.000 Hektar (1985) auf 3 Mio. Hektar (1999) zu geplanten 20 Mio. Hektar.



Die Rolle Deutschlands und der Europäischen Union
Die EU ist einer der größten Importeure von Palmöl aus Indonesien (v.a. für Nahrungsmittel [z.B. Margarine, Kekse], aber auch als Schmiermittel, in Seife, Kosmetika usw.). Auch der Absatz von Holz aus Indonesien steigt wieder: Deutschlands Holzimporte aus Indonesien haben seit 1990 um mehr als 50% zugenommen. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um bereits verarbeitetes Holz, insbesondere Sperrholz, Fenster- und Türrahmen sowie Lamellen (s. Tab. 1). Zu den nach Deutschland importierten Holzarten gehören v.a. Meranti (verschiedene Farbvarianten), Ramin, Yellow Balau, Daru Daru, Okumé und White Lauan. Namen, die kaum jemand hierzulande kennt und deshalb auch nicht mit den verheerenden Abholzungen in Indonesien verbindet.

Tab. 1: Importe relevanter Holzartikel aus Indonesien, sortiert nach Umfang in 2000



border=1>































































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size=-1>Importartikel



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size=-1>1990 (in Tonnen)



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size=-1>2000 (in Tonnen)



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size=-1>Anstieg (%)



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size=-1>Sperrholz



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size=-1>72.147,7



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size=-1>81.287,9



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size=-1>+ 11,1



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size=-1>Fenster- & Türrahmen, Lamellen



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size=-1>630,0



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size=-1>55.505,0



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size=-1>+ 8.710,0



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size=-1>Leisten



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size=-1>2.020,5



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size=-1>9.581,6



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size=-1>+347,3



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size=-1>Holzzierartikel



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size=-1>428,4



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size=-1>1.681,6



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size=-1>+ 292,5



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size=-1>Furniere



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size=-1>293,7



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size=-1>1.316,9



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size=-1>+ 348,4



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size=-1>Bretter



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size=-1>19.895,5



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size=-1>653,0



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size=-1>- 96,7



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size=-1>Holzgriffe & Stiele



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size=-1>3.969,5



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size=-1>362,7



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size=-1>- 90,86



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size=-1>Rohholz



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size=-1>251,2



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size=-1>95,9



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size=-1>- 61,82



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size=-1>Bahnschwellen



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size=-1>714,6



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size=-1>-



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size=-1>- 100



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size=-1>Andere Holzwaren



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size=-1>13.696,7



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size=-1>17.714,3



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size=-1>+ 29,3



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size=-1>Gesamtimporte



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size=-1>116.260,3



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size=-1>179.440,6



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size=-1>+
54,34




Ramin (asiatisches Laubhartholz, auch als "Melawis" im Handel) wird v.a. im Innenraumbereich verwendet, da es nicht witterungsbeständig ist. Nach Aussage eines Händlers ist "Ramin-Holz praktisch aus dem westdeutschen Holzimport nicht mehr wegzudenken" � an anderer Stelle heißt es: "Hauptwuchsgebiete sind die Inseln Borneo und Sumatra" - also die letzten Lebensräume der Orang-Utans. Für Ramin als einziges Holz gelten ab 2002 Exportbeschränkungen aus Indonesien. Doch der illegale Handel über Malaysia blüht. Yellow Balau wird häufig für die Herstellung von Gartenmöbeln verwendet, die derzeit überall in Deutschland verkauft werden. Yellow Balau wächst auch in den letzten Rückzugsgebieten der Orang-Utans und wird immer noch in großem Umfang illegal abgeholzt. Doch die Verwendung von Tropenhölzern wie z.B. Ramin und Yellow Balau trägt zum Aussterben der Orang-Utans bei - Händler und Käufer machen sich mitschuldig.

Deutsche Unternehmen, Banken und die Hermes AG sind in großem Umfang in die Holzverarbeitung in Indonesien involviert. In den letzten Jahren übernahm die Bundesregierung hier sog. "Hermes-Bürgschaften" über mehr als 1 Milliarde DM, um die Geschäfte deutscher Unternehmen abzusichern - trotz ökologischer Risiken der unterstützten Projekte.

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