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15.02.2009

Piratenwalfang: Islands Fischer töten Buckelwal

Piratenwalfang: Islands Fischer töten Buckelwal

PRO WILDLIFE: "Beifang" häufig als Deckmantel für illegalen Walfang missbraucht

Ausgerechnet wenige Tage vor Beginn der in Berlin stattfindenden Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) töteten isländische Fischer einen Buckelwal. Angeblich handelte es sich bei dem diese Woche getöteten neun Meter langen und sechs Tonnen schweren Tier um einen Beifang der Fischerei. Die Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE vermutet dahinter allerdings System: "Da die Fischer die Wale ungehindert mit großem Gewinn verkaufen können, ist die Versuchung groß, Wale trotz Verbot aktiv in die Fischernetze zu treiben und zu töten. Das ist dann allerdings Piratenwalfang", betont Dr. Sandra Altherr, die für PRO WILDLIFE an der IWC-Tagung in Berlin teilnimmt. Allein in den letzten Monaten wurden weitere Fälle von "Beifang-Walen" in Island bekannt, die großteils wohl illegal sind. Besonders prekär: Island, das offiziell seit 14 Jahren keinen Walfang mehr treibt, will auf der aktuellen IWC-Tagung einen Antrag für die Jagd auf 500 Wale unter dem Deckmantel der "Wissenschaft" stellen, hat aber den kommerziellen Handel im Land nicht unter Kontrolle.

PRO WILDLIFE hat in den letzten Monaten systematisch den Fang von Meeressäugern und den Verkauf von Walfleisch in Island untersucht. In Zusammenarbeit mit der Whale & Dolphin Conservation Society (WDCS) und der Humane Society of the United States (HSUS) entstand die Studie "Islands Walfang-Comeback".

"Unsere Studie hat ergeben, dass in Island regelmäßig große Wale, aber auch Kleinwale und Delfine von Fischern getötet werden und das Fleisch der Tiere letztendlich in Supermärkten und Restaurants endet. Diese Tötungen finden ohne Genehmigung der isländischen Regierung statt und sind somit nach isländischem Recht illegal. Doch die Regierung unternimmt nichts, um diesen Piratenwalfang zu unterbinden", kritisiert die PRO WILDLIFE-Expertin.

Bereits im November vergangenen Jahres bot eine isländische Supermarktkette "Buckelwalfleisch" aus Island an - offensichtlich von einem Tier, das wenige Wochen zuvor von Fischern getötet wurde. Auch Zwergwale, Hafenschweinswale und Weißschnauzendelfine enden regelmäßig in den Fischernetzen. Die Gesamtzahl der so getöteten Tiere ist unbekannt. "Während das Fleisch der Wale und Delfine oft auf Fischmärkten verkauft wird, wird der Speck der Tiere als billiger Köder für die Haifischerei benutzt", berichtet Altherr. Sie hofft, dass Island auf der Montag beginnenden IWC-Tagung für diese Vorfälle zur Rechenschaft gezogen wird.

Der angebliche Beifang von Walen ist nicht die einzige Ungereimtheit auf der nordeuropäischen Insel: Island hat im März diesen Jahres bei der IWC einen Antrag eingereicht, nach der im Rahmen eines zweijährigen "Forschungsprogramms" insgesamt 500 Wale (je 200 Finn- und Zwergwale, 100 Seiwale) getötet würden. Doch die wahre Motivation dieser angeblichen Wissenschaft sind die Millionengeschäfte, die sich Island aus dem Export des Walfleisches und anderer Walprodukte nach Japan verspricht.

"Islands Pläne für angeblichen "Wissenschaftswalfang" sind leicht zu durchschauen. Die IWC-Mitgliedsstaaten sollten auf der IWC-Tagung diesen Plänen eine klare Absage erteilen und Island zudem auffordern, umgehend etwas gegen den unkontrollierten Fang von Walen und Delfinen im Inland zu tun", fordert die PRO WILDLIFE Sprecherin abschließend.

... Hintergrundinformationen zu Islands Walfang
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Wale/Walfang/Island/island.html

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