Free counter and web stats

15.02.2009

Pläne fünf afrikanischer Länder für Elfenbein-Handel

Pläne fünf afrikanischer Länder für Elfenbein-Handel

Artenschützer warnen: Wilderei auf Elefanten vielerorts außer Kontrolle

Fünf südafrikanische Länder wollen den internationalen Handel mit Elfenbein durchsetzen. Nach PRO WILDLIFE vorliegenden neuen Informationen haben Simbabwe, Südafrika, Namibia, Botswana und Sambia fristgerecht die Lockerung des Schutzes für Elefanten beantragt, über die auf der Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) im November abgestimmt wird. "Wilderei und illegaler Elfenbeinhandel sind in vielen Ländern Afrikas, allen voran Simbabwe, völlig außer Kontrolle", warnt PRO WILDLIFE Expertin Daniela Freyer. "Auch das Überleben des Asiatischen Elefanten würde durch eine Legalisierung des Elfenbeinhandels bedroht." Die Position der Artenschützer wird von vielen asiatischen und afrikanischen Ländern geteilt.

1989 wurde der internationale Handel mit Elfenbein verboten. Vier der südafrikanischen Länder konnten 1997 bzw. 2000 auf WA-Konferenzen bereits eine Lockerung des Schutzstatus ihrer Elefantenbestände durchsetzen, der Verkauf von Elfenbein ist ihnen derzeit allerdings untersagt. Als fünftes Land möchte nun Sambia den internationalen Schutzstatus seiner Elefantenbestände lockern, um den Einstieg in den Handel mit dem "weißen Gold" vorzubereiten. Doch eine Lockerung des Handelsverbotes für Elfenbein - und sei es für vorhandene Lagerbestände - hätte nach Ansicht der Artenschützer angesichts der völlig unzureichenden Kontrollen fatale Folgen:

In Simbabwe sind Berichte über Wilderei in großem Stil - selbst in Naturschutzgebieten - an der Tagesordnung. Das Land ist längst im politischen Chaos und in Korruption versunken: Vor alleym Kriegsveteranen und Anhänger der Regierungspartei gehören zu den Landbesetzern und Wilderern, die in Wildschutzgebieten und auf Privatland hemmungslos Jagd auf geschützte Arten machen. Präsident Mugabe sieht dem Treiben tatenlos zu. Nun beantragt das Land sogar den Verkauf von Elfenbein unter angeblich "kontrollierten" Bedingungen.

Südafrika ist zwar bereits 1975 dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) beigetreten, hat aber bis heute die WA-Beschlüsse nicht im eigenen Land umgesetzt. Trotzdem will Südafrika nun die Erlaubnis der WA-Staaten gewinnen, um mehrere Tonnen Elfenbein zu verkaufen. Dabei ist Südafrika ein Zentrum des Tierschmuggels in Afrika. Die für eine Lockerung des Elfenbeinhandelsverbotes notwendige Kontrolle und Verfolgung von illegalem Handel ist in Südafrika höchst fragwürdig.

"Die bisherigen Lockerungen des Elefantenschutzes haben bereits ein falsches Signal gesetzt: Auch in Europa wird immer wieder Elfenbein beschlagnahmt", so die PRO WILDLIFE Expertin. Mehrere afrikanische Länder beklagen einen Anstieg der Wilderei auf ihre Elefantenbestände. Sie machen die Herunterstufung einiger südafrikanischer Elefantenbestände für das Aufflammen der Wilderei verantwortlich. In Tansania wurden Anfang des Jahres 1.255 illegale Stoßzähne aufgegriffen. Im Tsavo Nationalpark (Kenia) schlachtete vor wenigen Wochen eine organisierte Wildererbande eine ganze Elefantenfamilie ab und entfernte lediglich die Stoßzähne. In Bürgerkriegsländern wie der Demokratischen Republik Kongo werden Waldelefanten und andere bedrohte Arten in großem Stil abgeschossen. Die Expertengruppe der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) für Asiatische Elefanten lehnte in einer aktuellen Resolution die Wiederaufnahme des Elfenbeinhandels ab, da sie auch für die rückläufigen Bestände Asiatischer Elefanten verheerende Folgen befürchtet. "Wenn der Handel mit Elfenbein wieder legalisiert wird, könnte Elfenbein aus verschiedensten Quellen eingeschleust werden, eine Unterscheidung ist nicht möglich. Das Märchen vom kontrollierten Elfenbeinhandel ist eine Farce", betont auch Freyer von PRO WILDLIFE. Ein eigens zur Kontrolle des Elfenbeinhandels eingeführtes System, das sog. MIKE (Monitoring of Illegal Trade in Elephants), soll zwar 13.2 Millionen US Dollar kosten, funktioniert bis heute allerdings nicht.

... Hintergrundinformationen zum Elfenbeinhandel
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Elefanten/Elefanten_in_Not/elefanten_in_not.html

... Hintergrundinformationen zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Schutzgesetze/schutzgesetze.html

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen




Shop Kontakt Newsletter Linkliste Tierfreunde Nord Forum/Community -Tierheim ! Literatur-Tipps Himmlisch-gut.de Tiertafel Global 2000: Die Gebirge Europas + Das Mittelmeerbecken + Die Seen des grossen afrikanischen Grabenbruchs + Die Akaziensavanne Ostafrikas + Das Kongobecken + Die Kappellen + Die Wälder Madagaskars + Die Regenwälder der Malediven, Lakkadiven und Chagos-Inseln + Die Savannen und Grasländer des Terai-Duar + Die Wälder der Sundarbans + Die Sumpfwälder Borneos + Die Daurische Steppe + Die Sibirische Taiga + Das Bering-Meer + Die Wüste im Nordwesten Australiens + Das Great Barrier Reef + Die Wälder Neukaledoniens + Die Wälder der Haweii-Inseln + Die Osterinseln + Die Galapagos-Inseln + Die Prärien Nordamerikas + Die Chihuahua-Wüste + Die grossen Antillen: Kuba + Die Los-Llanos-Savanne in Kolumbien und Venezuela + Das Amazunasbecken + Die Patagonische Steppe + Die antarktische Halbinsel und das Wedell-Meer