Plumploris
Hintergrund
Plumploris sind kleine nachtaktive Affen aus Südostasien - und die einzigen giftigen Primaten weltweit. Sie werden in Südostasien intensiv bejagt: Wegen ihrer großen Augen, des kleinen Körpers und der trägen Fortbewegung sind sie als Haustiere sehr beliebt. In der Traditionellen Asiatischen Medizin werden zudem nahezu alle Körperteile verwendet, eingelegt in Alkohol werden sie als Energiedrink verkauft, ihr getrocknetes Fell wird als Amulett zur Vertreibung "des Bösen" getragen. Die Bestände aller Plumplori-Arten haben in den letzten Jahrzehnten dramatisch abgenommen und sind in diversen Regionen bereits ausgerottet.
Plumploris - die vergessenen Affen Südostasiens
Sie haben an den Armen Drüsen, deren Sekret sie bei Gefahr ablecken. Mit Speichel vermischt wird das Sekret giftig, Bisse können beim Angreifer schwere Schockreaktionen auslösen. Auf Haustiermärkten werden Tiere als "gezähmt" angeboten, denen die Zähne heraus gebrochen oder abgekniffen wurden.
Plumploris gehören wegen ihrer kleinen Größe (je nach Art 265 bis 1.600 g) und ihres nachtaktiven Verhaltens zu den am wenigsten untersuchten Affenarten: Sie werden bei Forschungsprojekten meist schlicht übersehen.
Bis vor wenigen Jahren wurden nur 2 Plumplori-Arten (N. coucang und N. pygmaeus) unterschieden, inzwischen geht man aufgrund neuer genetischer und morphologischer
Analysen von 5 Arten aus:
1. Bengal-Plumpori: Nycticebus bengalensis, auf der Roten Liste als gefährdet ("Vulnerable") eingestuft; Verbreitung: China, Indien, Kambodscha, Laos, Burma, Thailand, Vietnam; Gesamtbestand nur noch wenige zehntausend Tiere
2. Eigentlicher Plumpori: Nycticebus coucang, auf der Roten Liste als stark gefährdet ("Endangered") eingestuft; Verbreitung: Indonesien (Sumatra), West-Malaysia, Singapur, Thailand
3. Java-Plumpori: Nycticebus javanicus, auf der Roten Liste als stark gefährdet ("Endangered") eingestuft; Verbreitung: nur auf Java (Indonesien), auf Märkten bereits kaum noch angeboten, da Wildbestände nahezu ausgerottet sind
4. Borneo-Plumpori: Nycticebus menagensis, auf Roter Liste als gefährdet ("Vulnerable") eingestuft; Verbreitung: nur auf Borneo (Indonesien: Kalimantan; Malaysia: Sabah & Sarawak; Brunei)
5. Zwergplumplori: Nycticebus pygmaeus, auf der Roten Liste als gefährdet ("Vulnerable") eingestuft; Verbreitung: China (Bestand: wohl nur noch 500 Tiere), Kambodscha; Laos, Vietnam
In vielen Herkunftsländern sind Plumploris national geschützt, doch gegen Fang und Handel wird kaum vorgegangen: Viele Menschen, inklusive Vollzugsbeamte, wissen nicht, dass Plumploris geschützt sind oder gar, dass sie zu den Affen gehören: Sie halten sie schlichtweg für kleine Tiere, die unbegrenzt gejagt werden dürfen.
Alle Plumplori-Bestände sind aufgrund massiver Übernutzung und Lebensraumzerstörung stark rückläufig, lokal sind sie sogar bereits ausgerottet. Anhang I würde auch Importländer in die Pflicht nehmen, Strafen bei Verstößen könnten strenger geahndet werden. Zudem führt eine Anhang I-Einstufung häufig zu verbesserten Schutzbemühungen.
15.02.2009
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