Protokoll eines Skandals
- Eine internationale Tierhandelsmafia zahlt auf den Salomonen Kopfgelder für Delfine: Zwischen 60 und 200 Große Tümmler werden im Frühjahr 2003 eingefangen und in winzigen Wassertanks auf Kunststücke trainiert, um sie an Vergnügungsparks in aller Welt zu verschachern.
- PRO WILDLIFE erfährt von dem Vorfall und alarmiert Tier- und Artenschutzverbände in aller Welt.
- Der Fall erregt internationales Aufsehen. Journalisten und Kameraleute reisen an, werden von den Tierhändlern allerdings gewaltsam am Dreh gehindert - mit wüsten Drohungen und Prügel.
- Mexiko will als erstes Land einige der Delfine kaufen und bereitet alles für den internationalen Transport vor. Das Land hat zahlreiche Delfinarien und Delfin-Wanderzirkusse, in denen die Tiere quer durch das Land gekarrt werden.
PRO WILDLIFE alarmiert internationale Artenschutzbehörden, da der geplante Import nach Mexiko gegen geltendes Artenschutzrecht verstößt.
- Das zuständige Sekretariat des Washingtoner Artenschutzübereinkommens legt Auflagen für Mexiko fest. Doch die Auflagen werden nicht erfüllt: Mexiko importiert 28 Delfine in einer Nacht- und Nebelaktion, ein Tier stirbt direkt nach der Landung in Mexiko, die anderen werden ohne Quarantäne und Eingewöhnungsphase direkt in einem Vergnügungspark untergebracht.
- PRO WILDLIFE findet heraus, dass Mexiko den Import von insgesamt 120 Delfinen beantragt hat, und interveniert bei der mexikanischen Regierung gegen die geplante zweite Lieferung.
- Mit Erfolg: zwei Wochen später sichert Mexiko zu, keine weiteren Delfine mehr zu importieren - ein schwerer Schlag für die Delfinmafia, da hiermit einer der wichtigsten Abnehmer ausfällt.
- Der mexikanische Vergnügungspark, der die Delfine importiert hatte, wird nach einem weiteren Todesfall vorübergehend geschlossen.
- Die verbleibenden Delfine auf den Salomonen sind in schlechter Verfassung. Tierschützer aus aller Welt kämpfen um ihre Wiederauswilderung. Abnehmer in Asien warten schon auf die Tiere.
15.02.2009
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