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18.02.2009

Schwierige Einigung im Elefantenstreit in letzter Minute

Schwierige Einigung im Elefantenstreit in letzter Minute

Neun Jahre Pause des Elfenbeinhandels nach Abverkauf




Die Mitgliedsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA, engl. CITES) haben sich heute auf einen Kompromiss im Elfenbeinstreit geeinigt: Einerseits wurde der Verkauf aller bestehenden Lagerbestände aus vier südafrikanischen Ländern genehmigt, andererseits soll danach für neun Jahre kein weiterer Verkauf aus diesen Staaten erfolgen. "Die Elefanten hätten dringend eine vollständige Ruhepause verdient - ohne vorherigen Elfenbeinverkauf. Aber mehr als das heutige Ergebnis war leider nicht zu erreichen", berichtet PRO WILDLIFE Sprecherin Daniela Freyer von der Konferenz. "Ein ursprünglich deutlich schlechterer Vorschlag der EU wurde in letzter Minute noch nachgebessert."

Die gesamte Artenschutzkonferenz war zwei Wochen lang von der hitzigen Debatte zu Elefanten überschattet. Während Kenia und Mali ursprünglich eine Ruhepause von 20 Jahren beantragt hatten, wollten Botswana und Namibia den Elfenbeinhandel massiv ausweiten: Sie forderten den einmaligen Verkauf von 40 Tonnen aus staatlichen Lager-beständen Botswanas und jährliche Verkaufsquoten für Stoßzähne aus Botswana, Namibia, Südafrika und Simbabwe. Die EU, unter Federführung Deutschlands, schaltete sich als Vermittler ein und legte einen Kompromissvorschlag vor, der ursprünglich vor allem die Interessen der Elfenbeinländer berücksichtigte.

Gestern konnten sich jedoch auf einem Ministertreffen die afrikanischen Länder verstärkt Gehör verschaffen, die einen Elfenbeinhandel ablehnen. Als Ergebnis wurde der vorliegende Kompromissvorschlag der EU deutlich nachgebessert: Die zuvor heftig bekämpfte Verhandlungspause über künftige Elfenbeinverkäufe wurde auf Drängen der Elefantenschützer gestärkt. Zudem ist der Verkauf statt der ursprünglich vorgeschlagenen 140 Tonnen auf die tatsächlich vorhandenen Lagerbestände (Stichtag für Registrierung: 31. Januar 2007) reduziert. Das genaue Volumen der bestehenden Vorräte ist zwar nicht genau bekannt, liegt aber deutlich unter 140 Tonnen. Die Stoßzähne sollen nach Japan und gegebenenfalls China verschifft werden, der Verkauf vom WA-Sekretariat überwacht.

"Wir hätten uns ein Moratorium von 20 Jahren gewünscht, begrüßen aber, dass nun immerhin neun Jahre lang kein Elfenbeinhandel aus den vier Ländern stattfinden darf. Dies könnte Elefanten und Wildhütern eine dringend benötigte Verschnaufpause geben", betont die PRO WILDLIFE Expertin. "Solange es einen legalen Elfenbeinmarkt gibt, werden auch Schmuggel und Wilderei weiter angeheizt." Derzeit werden in Afrika jährlich über 20.000 Elefanten wegen ihrer Stoßzähne getötet - ein trauriger Rekord seit 20 Jahren.

PRO WILDLIFE kritisiert jedoch, dass die WA-Staaten eine widersprüchliche Botschaft an die Welt aussenden: "Während das bewilligte Moratorium bestätigt, dass eine Ruhepause für Elefanten dringend notwendig ist, wird andererseits die größte Elfenbeinmenge seit fast 20 Jahren auf den Markt geworfen", erläutert Freyer.

Die Artenschützer kritisieren auch, dass Simbabwe nicht vom Elfenbeinverkauf ausgeschlossen wurde. "Aus Simbabwes staatlichen Lagern ist bereits wiederholt Elfenbein auf den illegalen Markt gelangt. Korruption und Wilderei grassieren", berichtet Freyer. Sie betont, dass die heute getroffene Einigung zudem ein gefährliches Schlupfloch enthält: Das Moratorium gilt derzeit nur für die vier südafrikanischen Länder, denen nun Abverkäufe bewilligt wurden. Länder wie Sambia und Tansania werden nicht daran gehindert, Elfenbeinverkäufe zu beantragen.

Daniela Freyer ist auf der Konferenz unter 0031-6249 15589 erreichbar.

...Hintergrundinfos zu Elefantenwilderei
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Elefanten/Elefanten_in_Not/elefanten_in_not.html

...Hintergrundinfos WA 2007
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Schutzgesetze/WA_2007/wa_2007.html

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