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16.02.2009

STOP

STOP

Gejagt, getötet, gefangen, beschallt und vergiftet – Wale und Delfine sind mehr Bedrohungen ausgesetzt als jemals zuvor. Das Ziel der WDCS ist es, diese Gefahren für immer zu beseitigen.

Wir gehen diese komplexe und hochpolitische Herausforderung auf allen Ebenen an:

Global – innerhalb internationaler Konventionen und Übereinkommen sowie durch Einflussnahme auf und Beratung von Entscheidungsträgern weltweit.
National - auf Regierungsebene und in Parlamenten sowie in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen.
Lokal - durch Forschung, Entwicklung und Einsetzung von Schutzmaßnahmen und Zusammenarbeit mit Interessensgruppen und der lokalen Bevölkerung.



Fischerei regulieren und Beifang beenden

Der größte Feind von Walen und Delfinen weltweit ist die Fischerei. Hunderttausende Meeressäuger ersticken jährlich qualvoll in den Netzen vor allem industrieller Fischfangflotten. Die Überfischung der Meere führt auch bereits zu Nahrungsknappheit für einige Delfinpopulationen.

Im Nordostatlantik sterben jedes Jahr Tausende Wale und Delfine in Fischernetzen. Wir setzen uns dafür ein, dass diese tragische Situation nicht ignoriert wird, und drängen auf die Umsetzung und Verschärfung von EU-Regelungen. Die Entwicklung konkreter Pläne zur Verringerung des so genannten Beifangs ist unumgänglich. Auch im Mittelmeer und im Schwarzen Meer verenden jedes Jahr Tausende Kleinwale in Fischernetzen. Wir fordern Entscheidungsträger mit Nachdruck auf, dieses sinnlose Sterben zu beenden

Von uns durchgeführte oder unterstützte wissenschaftliche Projekte geben Auskunft über den Status der Gefährdung von Populationen – das ist entscheidend, wenn wir Bedrohungen aufdecken und beseitigen wollen. Wir wollen die Überwachung von Fischereiaktivitäten erreichen, um effiziente Kontrollen durchführen zu können.


Tod in Netzen

Wale und Delfine verfangen sich in vielen Fischfanggeräten, wie zum Beispiel in Langleinen, Treibnetzen, Fallenreihen sowie in Schleppnetzen. Die größten Probleme werden durch küstennah eingesetzte Kiemennetze, Treibnetze und Ringwadennetze verursacht. Der fortwährende Gebrauch von Kiemennetzen gefährdet eine Reihe in Küstengewässern lebender Delfin- und Schweinswalarten.

Die WDCS fordert die verstärkte Entwicklung selektiver und nachhaltiger Fischereimethoden, denn dies kann die negativen Auswirkungen reduzieren und den Tod in Netzen verhindern. Wir sind mit unseren Experten in internationalen Gremien und Abkommen vertreten, um uns für eine nachhaltige Fischereipolitik einzusetzen.



Leere Meere

Das Verfangen in Fischernetzen und der damit verbundene Tod durch Ersticken sind jedoch nicht die einzige Gefahr, die Walen und Delfinen durch die Fischerei droht. Weltweit expandieren weltweit weiterhin die Fangflotten (oft durch staatliche Subventionen) und der Wettbewerb um die noch vorhandenen Fischbestände steigt weiter an. Einige Wal- und Delfinpopulationen sind alleine durch das enorme Ausmaß der modernen Fischerei bedroht. Aufgrund des ständigen Wettbewerbes der Fangflotten um Fische stehen den Walen und Delfinen, aber auch anderen Wildtierarten, immer weniger Beutetiere als Nahrung zur Verfügung.

Die WDCS fordert Fischerei freie Zonen in für Waltiere bedeutenden Gebieten einzusetzen, die letztendlich auch zu einer Erholung von Fischbeständen führen.


Haltung von Waltieren in Gefangenschaft beenden

Von Mexiko bis Malta, von Argentinien bis Australien kämpfen wir gegen das weltweite Geschäft mit gefangenen Meeressäugern – eine Industrie, die frei lebende Wal- und Delfinpopulationen durch Wildfänge bedroht und für das Leid Hunderter Tiere verantwortlich ist.

Da die Nachzucht von Delfinen in Gefangenschaft nicht nachhaltig erfolgt, werden weiterhin jährlich Delfine gefangen und trotz Handelsbeschränkungen an Zoos und Vergnügungsparks verkauft. Die Haltungsbedingungen können die komplexen Bedürfnisse dieser anspruchsvollen und hoch entwickelten Lebewesen in keiner Weise erfüllen.

Die WDCS hat dazu beigetragen, dass ein Fang- und Exportverbot von Delfinen in Chile und in argentinischen Gewässern in Kraft getreten ist. Nach langjährigen Anstrengungen erwirkte die WDCS ein Exportverbot von Großen Tümmlern aus dem Schwarzen Meer. Auf diesem Erfolg bauen wir auf und wirken auf die Gesetzgebung in anderen Problemregionen auf der ganzen Welt ein.



Zerstörung des marinen Lebensraumes stoppen

Wale und Delfine stehen extremen Herausforderungen gegenüber, weil ihre Lebensräume durch die wachsende Menschheit zahlreichen Belastungen ausgesetzt sind: Menschen verursachen immer mehr Lärm in den Ozeanen, sind verantwortlich für das Abschmelzen der Polkappen, die wichtige Nahrungsgründe darstellen, und benutzen schnellere Schiffe als jemals zuvor, die vermehrt zu Kollisionen mit Meeressäugern führen.

Diese unbeabsichtigten Bedrohungen für Wale und Delfine und ihre Lebensräume können verheerend sein. Wir arbeiten hart, um die Meeressäuger vor chemischer Vergiftung, Nahrungsknappheit, Klimawandel, Schiffsverkehr und Lärm durch Industrie und Tourismus zu schützen. Wir leisten einen wichtigen Beitrag durch unsere Forschung über den Status von gefährdeten Wal- und Delfinpopulationen, Verhandlungen mit Entscheidungsträgern, um zum Beispiel Schifffahrtsrouten, die Wale gefährden, zu verlegen, oder die Aufdeckung von Zusammenhängen zwischen Lärmbelastung und Strandungen von Waltieren.


Laute Meere

Das Gehör ist für Wale und Delfine das wichtigste Sinnesorgan. Die Fähigkeit, zu hören, ist für alle Schlüsselfunktionen ihres Lebens, wie z. B. die Nahrungssuche, die Orientierung und das Sozialverhalten, unersetzlich. Jegliche Verminderung des Hörvermögens, sei es durch physischen Schaden oder durch die Überlagerung mit anderen Geräuschen, kann die Lebensfähigkeit einzelner Individuen und damit ganzer Populationen stark beeinträchtigen.

Durch Menschen verursachter Lärm trägt in der marinen Umwelt bereits zu einem hohen Hintergrundlärmpegel bei. Die Lärmverschmutzung stammt aus verschiedenen Quellen. Die möglichen Auswirkungen des durch den Menschen verursachten Lärms auf Wale und Delfine reichen von der direkten Verletzung der Tiere – vor allem in der unmittelbaren Nähe der Lärmquelle – bis hin zu Änderung ihres Verhaltens, zunehmendem Stress und der Vertreibung aus wichtigen Lebensräumen.

Die WDCS setzt sich auf verschiedenen Ebenen ein, um das Meer zu einem leiseren Lebensraum zu machen. Wir verhandeln mit Entscheidungsträgern aus den Bereichen der Industrie und des Militärs und fordern die verpflichtende Durchführung von Umweltverträglichkeitsprüfungen vor dem Einsatz von Lärm erzeugenden Geräten im Meer.



Tod durch Schiffskollision

Es scheinen sich Hinweise zu verdichten, dass Kollisionen zwischen Schiffen und Walen oder Delfinen möglicherweise häufiger vorkommen als bisher angenommen und besonders im Fall von stark gefährdeten oder geographisch isolierten Populationen eine ernsthafte Bedrohung darstellen. Zusätzlich zu den bisherigen Gefährdungsursachen ist die Belästigung von Meeressäugern vor allem in Küstengewässern ein bis heute kaum untersuchtes Problem.



Die WDCS setzt sich dafür ein, dass – wenn möglich – Schiffsrouten geändert werden, um Wale vor Kollisionen zu schützen.

Durch Schiffskollisionen bedroht: Der Glattwal

Einst waren Glattwale, oder auch „right whales“ (also die „richtigen“ Wale, wie sie im Englischen genannt werden) die genau richtigen Wale zur Jagd. Heute sind diese Tiere jedoch die richtigen Wale, die es zu schützen gilt, berichtet Regina Asmutis-Silvia.



Wie groß sind Glattwale? Dieser Frage ging ich auf den Grund, als ich Gelegenheit dazu hatte, mit einigen führenden Walforschern der Bay of Fundy in Ostkanada zu arbeiten. Als ich eines Tages am Bug des kleinen Schlauchbootes stand, bemerkte ich plötzlich, dass ein Wal sehr nahe heran geschwommen war.

Sogar sehr nahe. Er drehte sich auf die Seite und nur die Hälfte seiner Schwanzflosse ragte über mir empor. Mir kam der Gedanke, dass meine Mutter bleich werden würde, falls sie lesen würde, dass ihre Tochter von der Schwanzflosse eines Glattwals erschlagen wurde. Es ist seltsam, an was man in Momenten wie diesen denkt. Aber es gab keinen Grund zur Besorgnis. Dieses bemerkenswerte Tier, welches die Länge eines Sattelschleppers hatte, war nicht aggressiv. Es streckte sich lediglich.

Glattwale sind, wie ich soeben verdeutlichen wollte, Erfurcht einflößende Lebewesen, aber ihre Größe wurde ihnen früher zum Verhängnis.
Den Namen „Right whale“ bekam der Glattwal, weil er früher aufgrund seiner Gemächlichkeit, seiner Körpermasse und weil er in Küstennähe anzutreffen ist, als der richtige Wal zum Jagen angesehen wurde. Für mich allerdings ist er der richtige Wal, den es zu schützen gilt. Oder sollte ich lieber sagen die rechten Wale (Plural)? Tatsächlich existieren drei verschiedene Arten.

Der Südliche Glattwal oder Südkaper ist in der südlichen Hemisphäre zu finden und steht unter strengstem Schutz vor Walfang, was sich auch in der jährlichen 7%igen Wachstumsrate der Population widerspiegelt. Anderenorts sieht es nicht so gut aus. Der Nordkaper oder Nördliche Glattwal im Nordpazifik hat seine Nahrungsgründe in den kühleren Gewässern vor Alaska und Russland. Die Gebiete, in die sie ziehen, um ihre Jungen zur Welt zu bringen, sind noch nicht bekannt. Die Bejagung forderte ihren Tribut an dieser Art. Zuverlässige Sichtungen wurden so selten, dass einige glaubten, die Art wurde regelrecht ausgerottet. Doch die gegenwärtige Populationszahl wird auf 100-200 Tiere geschätzt. Die WDCS sowie zahlreiche andere Organisationen unterstützten die Designation der südöstlichen Beringsee als kritischen Lebensraum für diese Tiere. Diese wurde im August 2006 veröffentlicht. Die Designation des kritischen Lebensraumes wurde von Amerika festgelegt, was bedeutet, dass diese Region ideal für eine Art ist und geschützt werden muss.

Es ist jedoch das Schicksal des Nordkapers im Nordatlantik, das uns am meisten Sorge bereitet. Obwohl es mit 400 Tieren mehr von ihnen gibt, als von ihren Nordpazifischen Verwandten, sind die Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind, größer. Täglich laufen sie Gefahr, sich in Fischernetzen zu verfangen als auch mit Schiffen zu kollidieren. Sie sind eine der am meisten bedrohten Arten der Erde.



Immer wieder werde ich gefragt, warum ein Wal nicht erkennt, wenn ein großes Schiff direkt auf ihn zukommt. Um diese Frage zu beantworten, muss ich ins Detail gehen. Einige große Schiffe verursachen einen „Nullbugeffekt“ (null bow effect). Das bedeutet, dass die Motorgeräusche vom Ende des Schiffs von dem großen Bug blockiert werden und Wale den Lärm daher nicht hören können, bis das Boot an ihnen vorüber ist (wobei es dann natürlich schon zu spät ist). Auch ist es bei starkem Schiffsverkehr schwierig, die Geräusche zu lokalisieren (stellen Sie sich vor, Ihnen werden auf der Rollbahn eines belebten Flughafens die Augen verbunden- es ist dann nicht so leicht, die Richtung zu bestimmen, in welche Sie gehen können).

Glattwale haben auch Probleme mit Angelschnüren, besonders seit der Erfindung von „Poly“ oder Plastikschnüren. Polyschnüre haben eine längere Lebensdauer und sind robuster als Schnüre aus natürlichen Fasern. Ich kann mich noch an das erste Mal erinnern, als ein Team versuchte, einen Nördlichen Glattwal aus einem Netz zu befreien.

Wir haben die Leine an unserem Forschungsboot befestigt und sind vorwärts gefahren, um sie von der Schwanzwurzel des Wales zu ziehen. Ich kann mich noch an das Gefühl der Hoffnung erinnern, das mich überkam, und das Wissen, das der Wal keine Chance gehabt hätte, wenn wir nichts unternommen hätten. So hatte er wenigstens eine. Unsere Techniken haben sich verbessert und das Team hat seitdem viele gefangene Wale erfolgreich befreit. Ich bin mir sicher, dass sie mit jeder Befreiung das gleiche Gefühl der Hoffnung verspüren. Aber sie wissen auch, dass es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Das Hauptproblem bleibt, dass sich die Tiere überhaupt erst in Fischerleinen verfangen.

In den vergangenen drei Jahren kamen mindestens 18 Nördliche Glattwale auf diese Weise ums Leben (wer weiß, wie viele andere umkamen und noch nicht entdeckt wurden?) - und das bei einer Population von weniger als 400 Tieren! Ich habe die letzten beiden Jahre damit verbracht, eine „Todesliste“ zu erstellen - eine grauenhafte, jedoch notwendige Aufgabe. Jedes Mal, als ich einen weiteren Fall hinzufügte, wurde ich wütender, aber auch immer entschlossener, das Problem zu lösen. Es besteht noch Hoffnung, da die Population mit mindestens 18 neuen Kälbern, die im Jahr 2007 zur Welt gekommen sind, durchaus überlebensfähig ist.

Der Schutz der Nordkaper ist eine internationale Angelegenheit. Wale halten sich nicht an unsere unsichtbaren Grenzen. Der Walfang hat die Population vermutlich drastisch reduziert, doch unser augenblickliches Verhalten trägt dazu bei, die Zahlen niedrig zu halten.

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